Die Erste Group Bank hat für ihre geplante Expansion in Polen die entscheidende regulatorische Hürde genommen. Die polnische Finanzaufsicht KNF hat sämtliche erforderlichen Genehmigungen für den Einstieg bei der Santander Bank Polska sowie bei der Fondsgesellschaft Santander TFI erteilt.
Nach Angaben der Erste Group sind inzwischen auch alle weiteren aufschiebenden Voraussetzungen erfüllt. Dazu zählen insbesondere die kartellrechtliche Zustimmung auf EU-Ebene sowie der parallel vereinbarte Verkauf der Santander Consumer Bank Polska an die Santander Group.
Der Abschluss der gesamten Transaktion wird nun für Mitte Januar erwartet.
Bereits im Mai hatte die Erste Group angekündigt, für rund sieben Milliarden Euro die Mehrheit an zwei polnischen Santander-Töchtern zu übernehmen. Im Gegenzug erhält Banco Santander die vollständige Kontrolle über das polnische Consumer-Finance-Geschäft.
Unabhängig davon vereinbarten beide Institute eine strategische Kooperation in ausgewählten Regionen und Geschäftsfeldern – ein Signal, dass der Deal nicht nur bilanziell, sondern auch langfristig strategisch angelegt ist.
Die Santander Bank Polska ist gemessen an den Vermögenswerten die drittgrößte Bank des Landes und kommt auf einen Marktanteil von über acht Prozent. Gleichzeitig zählt sie zu den profitabelsten Instituten im polnischen Bankensektor.
Die Fondstochter Santander TFI verwaltete Ende 2024 ein Vermögen von rund sechs Milliarden Euro und ergänzt das klassische Bankgeschäft um ein relevantes Asset-Management-Standbein.
Mit dem Einstieg verschafft sich die Erste Group beim Markteintritt in Polen unmittelbar eine relevante Größenordnung. Das gesamte Kreditvolumen des Konzerns in Zentral- und Osteuropa steigt durch die Transaktion von zuletzt 94 Milliarden Euro auf rund 131 Milliarden Euro.
Die Kundenbasis wächst um etwa 36 Prozent auf rund 23 Millionen Menschen. Finanziert wird der Zukauf vollständig aus eigener Kraft – ein Aspekt, der die Kapitalstärke des Konzerns unterstreicht.




