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Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell: Politische Unsicherheit für Anleger

  • Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell führen zu politischer Unsicherheit.
  • Die Unabhängigkeit der Fed steht unter Druck, was die Märkte beeinflusst.

Die US-Märkte zeigten sich nach dem Schock der letzten Woche widerstandsfähig. Die Ermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell, initiiert von der Trump-Regierung, führten zu kurzfristigen Turbulenzen, doch die Märkte stabilisierten sich schnell.

Die Affäre wird von vielen Investoren als politisches Manöver ohne langfristige Folgen betrachtet. Dennoch markiert sie einen Wendepunkt: Erstmals steht ein amtierender Fed-Vorsitzender unter direktem politischen Druck, was die Institution selbst beschädigt.

Im Mittelpunkt der Unsicherheit steht die Frage, wer Powell im Mai als Fed-Chef nachfolgen wird. Präsident Trump favorisierte lange Kevin Hassett, doch nun rückt Kevin Warsh in den Vordergrund, der für Kontinuität und politische Nähe steht.

Wichtiger als die Person ist das Signal: Der Präsident will die geldpolitische Linie stärker beeinflussen. Powells Amtszeit endet im Mai, doch er könnte bis 2028 im Board bleiben, was als Schutz gegen eine schnelle Politisierung der Geldpolitik gesehen wird.

Trump drängt auf einen klaren Schnitt. Berichten zufolge würde Powell nur dann vollständig zurücktreten, wenn Christopher Waller sein Nachfolger wird. Die Personalentscheidungen werden zu einem Machtinstrument im Kampf um die geldpolitische Ausrichtung.

Die Lage wird durch den juristischen Konflikt um Fed-Gouverneurin Lisa Cook verschärft. Der Supreme Court verhandelt, ob der Präsident Fed-Board-Mitglieder entlassen darf. Eine Entscheidung zugunsten Trumps würde die Unabhängigkeit der Fed schwächen.

Für die Märkte wäre dies ein Paradigmenwechsel. Der Präsident könnte die Mehrheitsverhältnisse im geldpolitischen Entscheidungsgremium nach seinen Vorstellungen formen, was direkten Einfluss auf Zinsen und Inflationsbekämpfung hätte.

Die Fed verliert ihre Autonomie nicht über Nacht, sondern wird schrittweise politisiert. Der Offenmarktausschuss besteht aus zwölf Mitgliedern, viele davon stehen noch für eine datengetriebene Geldpolitik. Doch mit jeder Neubesetzung verschiebt sich das Kräfteverhältnis.

Die Ermittlungen gegen Powell und der juristische Angriff auf Cook werden als Warnsignal verstanden: Loyalität könnte wichtiger werden als geldpolitische Orthodoxie. Ein solcher Kulturwandel wirkt nicht sofort, aber nachhaltig.

Für Investoren beginnt eine neue Phase der Unsicherheit. Nicht nur Konjunkturdaten und Inflationszahlen bestimmen die Zinserwartungen, sondern auch politische Machtfragen. Die Fed wird zum Faktor politischer Volatilität.

Der schnelle Rebound der Märkte nach dem Powell-Schock mag beruhigend wirken. Doch der eigentliche Prozess beginnt jetzt: die schrittweise Neubewertung der US-Geldpolitik unter dem Einfluss eines Präsidenten, der niedrige Zinsen als Ziel begreift.

Der Schatten dieser Entwicklung wird die Kapitalmärkte länger begleiten als eine kurzfristige Kursreaktion.

Quelle: Eulerpool Research Systems