Donald Trump schürt Hoffnung auf Bitcoin und Co. – und die Märkte springen darauf an
Ein Wahltriumph von Donald Trump und schon dreht sich das Krypto-Karussell wieder auf Hochtouren. Die kryptobegeisterte Community hat einen neuen Helden, und die Märkte reagieren prompt: Bitcoin legte um zehn Prozent zu, der Bitcoin Trust ETF von BlackRock verzeichnete am Mittwoch ein Rekord-Handelsvolumen von 4,1 Milliarden Dollar, und Krypto-Aktien wie Coinbase und MicroStrategy schossen in die Höhe. Trumps Rückkehr ins politische Rampenlicht befeuert die Illusion eines neuen goldenen Zeitalters für digitale Währungen.
Wahlversprechen und Marktturbulenzen
Investoren sehen in Trumps erneuter Präsenz eine Chance für Krypto. Nachdem er Bitcoin 2021 noch als „Betrug“ abtat, präsentiert sich der Ex-Präsident nun als glühender Befürworter der Kryptowährung. Auf einer Bitcoin-Konferenz in diesem Sommer kündigte er einen „strategischen Bitcoin-Vorrat“ an und versprach, die USA zur „Bitcoin-Supermacht“ zu machen – durch Förderung der Bitcoin-Mining-Industrie auf amerikanischem Boden. Gary Gensler, Chef der US-Börsenaufsicht und Krypto-Skeptiker, steht laut Trumps Versprechen auf der Abschussliste: „Am ersten Tag im Amt wird er gefeuert,“ verkündete Trump.
Doch wird er seine Versprechen auch umsetzen? Die Skepsis bleibt groß. Trumps berühmtes Talent für markige Versprechungen und sein wechselhafter Politikstil lassen Zweifel aufkommen, ob er wirklich eine stabile Krypto-Politik etablieren würde. Ein nationaler Bitcoin-Vorrat, so nutzlos er auch sein mag, könnte Bitcoin als Reservewährung legitimieren. Die Absetzung Genslers könnte tatsächlich den Weg zu einer lockereren Regulierung ebnen. Aber garantieren lässt sich das nicht – genauso wenig wie die optimistischen Prognosen, die Bitcoin noch in diesem Jahr bei 100.000 Dollar sehen.
Politische Strategie oder echter Wandel?
Trump scheint vor allem junge, männliche Wähler und die Unterstützung der Krypto-Industrie auf seine Seite ziehen zu wollen. Tatsächlich: Bei der Wahl strömten Männer in Scharen zu den Wahlurnen. Diese „Bro“-Taktik hat Trump offensichtlich erfolgreicher verfolgt als seinen eigenen Krypto-Versuch. World Liberty Financial (WLFI) – das Krypto-Projekt, das Trump mit seinen Söhnen gestartet hat – hat bisher nur einen Bruchteil der geplanten „nicht übertragbaren digitalen Tokens“ verkauft. Doch den Märkten scheint das egal zu sein. Ein Mann, der für heiße Luft und Hype bekannt ist, könnte genau der richtige Katalysator sein, um das Krypto-Fieber neu zu entfachen.
Ein Boom, der auf Versprechen baut
Ob Trump seine kryptoverliebten Anhänger enttäuschen wird oder nicht, bleibt offen. Doch für die kryptophilen Märkte zählen Worte oft mehr als konkrete Maßnahmen. Schon einmal, während Trumps erster Amtszeit, stieg Bitcoin um über 1.900 Prozent. Der unberechenbare Markt für digitale Währungen liebt Spekulation und Hoffnung. Und was bietet mehr Spekulationspotenzial als ein Politiker, der für seine großspurigen Ankündigungen bekannt ist?
Trumps Rückkehr als Krypto-Aushängeschild zeigt: In einer Welt, die auf dünnen Fundamenten und großen Visionen beruht, ist manchmal die größte Ankündigung mehr wert als die größte Tat.



