Deutschlands Handelsdefizit mit China erreicht fast Rekordniveau
- Deutschlands Handelsdefizit mit China nähert sich historischen Höchstständen.
- Exporte sinken, Importe steigen – keine schnelle Trendwende in Sicht.
Deutschlands Handel mit China gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Während die Exporte stark zurückgehen, steigen die Importe weiter an. Das Defizit nähert sich historischen Höchstständen, und eine schnelle Trendwende ist nicht in Sicht.
Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) stieg das Handelsdefizit mit China in den ersten drei Quartalen 2025 auf 63,1 Milliarden Euro. Damit wird fast der Rekordwert von 2022 erreicht, der durch einen Sondereffekt bei den Importen zustande kam.
Besonders auffällig ist der Rückgang der deutschen Exporte: In den ersten neun Monaten 2025 sanken sie auf 61,4 Milliarden Euro, den niedrigsten Wert seit mindestens sieben Jahren. Gleichzeitig stiegen die Importe aus China auf 124,5 Milliarden Euro, was das Ungleichgewicht weiter verschärft.
Ökonomen erwarten auch im vierten Quartal keine Entspannung. Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft sieht kaum Hoffnung auf eine Erholung der Exporte. Er rechnet nicht damit, dass die Ausfuhren nach China bald wieder deutlich zulegen.
Matthes fordert ein entschlosseneres Vorgehen der EU. Die europäische Industrie müsse stärker vor Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Eingriffe und Subventionen in China geschützt werden, um das strukturelle Ungleichgewicht langfristig zu begrenzen.
Das Rekorddefizit zeigt, wie stark sich die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China verändert haben. In einem zunehmend protektionistischen Umfeld wird es immer schwieriger, zu ausgeglichenen Handelsströmen zurückzukehren.