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Deutsche Games-Branche: Wachstumspotenzial trotz internationaler Herausforderungen

  • Die deutsche Games-Branche wächst, aber der internationale Marktanteil bleibt gering.
  • Staatliche Förderung und mögliche steuerliche Anreize sollen die Branche stärken.

Die deutsche Games-Branche verzeichnet ein deutliches Wachstum. Die Zahl der Unternehmen hat sich seit 2018 fast verdoppelt, und die Beschäftigtenzahl stieg auf etwa 15.000. Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen sind die regionalen Schwerpunkte.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist die staatliche Förderung. Zwischen 2020 und 2025 stellte der Bund 183 Millionen Euro bereit, was der Branche Stabilität verlieh und neue Studios entstehen ließ.

Trotz des Wachstums bleibt der Marktanteil deutscher Studios gering. Von 100 Euro, die Verbraucher für Spiele ausgeben, fließen nur 5,50 Euro an heimische Entwickler. Der Großteil der Umsätze geht an internationale Konzerne.

Der Grund liegt in der fehlenden industriellen Skalierung. Große Entwicklungszentren mit Tausenden Beschäftigten fehlen. Kleine und mittlere Studios dominieren, können aber keine Blockbuster-Titel produzieren.

Mit dem Regierungswechsel ist die Games-Förderung im Bundesforschungsministerium angesiedelt. Ministerin Dorothee Bär plant für 2026 rund 125 Millionen Euro ein, um größere Entwicklungsstrukturen zu fördern.

Langfristig werden steuerliche Anreize diskutiert, wie Produktionssteuergutschriften. Diese Modelle haben in Kanada und Großbritannien internationale Studios angezogen und eigene Champions aufgebaut.

Spieleentwickler gelten als Innovationstreiber, insbesondere bei Grafikprozessoren, Simulation, Virtual Reality und Künstlicher Intelligenz. Diese Technologien finden Anwendung in Filmproduktionen und der Automobilentwicklung.

Größere Spillover-Effekte entstehen dort, wo große Studios mit Forschungsbudgets arbeiten. Kleine Entwickler können diese Rolle nur begrenzt übernehmen.

Der deutsche Games-Markt leidet weniger an Ideenmangel als an Unternehmensgröße. Es fehlen Studios mit Milliardenbudgets und globalen Vertriebsstrukturen.

Ob die neue Förderstrategie und steuerliche Anreize den Strukturwandel einleiten können, wird entscheidend dafür sein, ob Deutschland eine international konkurrenzfähige Industrie entwickelt.

Quelle: Eulerpool Research Systems