Deutsche Exporte im November: Stärkster Rückgang seit 18 Monaten
- Deutsche Exporte sanken im November um 2,5 Prozent, stärkster Rückgang seit Mai 2024.
- Nachfrage aus den USA und Europa schwächelt, während Importe um 0,8 Prozent stiegen.
Die deutsche Exportwirtschaft erlebte im November einen unerwartet starken Rückgang. Die Exporte sanken um 2,5 Prozent auf 128,1 Milliarden Euro, der stärkste Monatsrückgang seit Mai 2024. Besonders die Nachfrage aus den USA und Europa schwächelte.
Ökonomen hatten lediglich mit einer Stagnation gerechnet. Im Oktober waren die Exporte noch leicht gestiegen. Die schwächere Nachfrage aus den wichtigsten Absatzmärkten überraschte viele Beobachter und verstärkte die Sorgen um die Konjunktur.
Die Exporte in die USA sanken um 4,2 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. Belastend wirken weiterhin die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle. Auch die Exporte in die EU-Staaten gingen um 4,2 Prozent zurück.
Ein Lichtblick bleibt das Geschäft mit China. Die Ausfuhren stiegen um 3,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. China entwickelte sich als einer der wenigen positiven Märkte, jedoch ohne Signal für eine nachhaltige Trendwende.
Während die Exporte einbrachen, stiegen die Importe um 0,8 Prozent auf 115,1 Milliarden Euro. Analysten hatten nur mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent gerechnet. Der stärkere Importanstieg verschlechtert die Außenhandelsbilanz zusätzlich.
Branchenvertreter erwarten keine rasche Besserung. Dirk Jandura vom Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen sieht keine Trendwende. Für 2026 wird keine Rückkehr zur früheren Exportdynamik in den USA und China erwartet.
Realistisch sei allenfalls eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Angesichts der schwachen Weltkonjunktur, anhaltender Handelshemmnisse und geopolitischer Unsicherheiten müssen sich deutsche Exporteure auf eine verlängerte Durststrecke einstellen.