Der milliardenschwere Verkauf von Covestro an den Staatskonzern Adnoc steht vor dem Abschluss – Brüssel hat grünes Licht gegeben, und Berlin dürfte in Kürze nachziehen.
Die EU-Kommission hat den milliardenschweren Einstieg des emiratischen Staatskonzerns Adnoc beim Kunststoffhersteller Covestro freigegeben. Die Zustimmung erfolgte nach intensiven Gesprächen und unter Auflagen, die vor allem staatliche Garantien und den Umgang mit geistigem Eigentum betreffen. Damit steht der Weg für einen der größten Firmenverkäufe an ein arabisches Staatsunternehmen frei.
Auch Berlin bereitet nach Informationen aus Branchenkreisen die Freigabe vor. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wird in den kommenden Tagen in Abu Dhabi erwartet – vermutlich begleitet von der offiziellen Zustimmung zum Deal.
Adnoc verpflichtet sich unter anderem, Covestros Patente in Europa zu halten und künftig denselben Insolvenzregeln zu unterliegen wie andere Unternehmen in den Emiraten. Die geplante Kapitalerhöhung von 1,2 Milliarden Euro darf wie vereinbart umgesetzt werden.
Nach Abschluss der Prüfung wollen Adnoc und Covestro die Integration vorbereiten. Der Konzern soll von der Börse genommen und in die XRG-Holding eingegliedert werden, das zentrale Investmentvehikel der Emirate für Chemie-, Energie- und Zukunftstechnologien. Branchenkreise rechnen damit, dass Energiemanager Rainer Seele nach der Übernahme in den Covestro-Aufsichtsrat einzieht.




