Nach Ende der Lock-up-Frist geraten CoreWeave-Aktien unter Druck – Insiderverkäufe übersteigen eine Milliarde Dollar deutlich.
Am Donnerstagabend wechselten erstmals seit dem IPO im März große Aktienpakete von CoreWeave den Besitzer. Morgan Stanley, JPMorgan und Goldman Sachs organisierten Block Trades im Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar, als die Lock-up-Frist für 84 Prozent der Anteile auslief. Besonders ins Gewicht fiel der Verkauf von CoreWeave-Direktor Jack Cogen, der Aktien im Marktwert von fast 300 Millionen Dollar abgab.
Das Papier, das im Frühjahr zu 40 Dollar emittiert wurde und im Juni auf bis zu 183 Dollar kletterte, notierte am Freitagmittag stabil bei rund 100 Dollar. Noch zwei Tage zuvor hatte die Aktie nach Vorlage schwacher Quartalszahlen rund 35 Prozent verloren. Der Nettoverlust war höher als erwartet, die operativen Kosten explodierten im zweiten Quartal auf 1,2 Milliarden Dollar – fast viermal so viel wie im Vorjahr.
Bankenkreise berichteten von hektischen Stunden am Donnerstagabend, als Blöcke von bis zu acht Millionen Aktien geschnürt wurden. Käufer erhielten die Papiere mit üblichem Abschlag auf den Marktpreis, um Kursdruck zu vermeiden. Gleichwohl überraschte die hohe Zahl an Verkäufern. CoreWeave selbst lehnte jeden Kommentar ab.
Cogens Ausstieg markiert einen ersten Test für die Stabilität der Aktionärsbasis. Unter den Großinvestoren sind weiterhin Magnetar Capital mit rund 30 Prozent, Coatue, Fidelity sowie Nvidia mit sechs Prozent beteiligt. Magnetars Anteil entspricht beim aktuellen Kurs etwa 14 Milliarden Dollar – mehr als die Hälfte des gesamten verwalteten Vermögens des Hedgefonds.
Die Skepsis der Märkte ist greifbar: Fast die Hälfte aller handelbaren Aktien ist laut S3 Partners leerverkauft. Hinzu kommt die Belastung durch die geplante Übernahme von Core Scientific für neun Milliarden Dollar, die auf Widerstand bei dessen Investoren stößt. Kritisiert werden vor allem Preis und Vertragskonditionen des Deals.




