Der US-Flugzeugbauer Boeing hat sich mit der Gewerkschaft der ehemaligen Angestellten seines Rumpfzulieferers Spirit AeroSystems auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Wie die Gewerkschaft Society of Professional Engineering Employees in Aerospace (SPEEA) am Donnerstag mitteilte, liegt eine vorläufige Einigung für rund 1.600 Angestellte im nicht-ingenieurtechnischen Bereich in Wichita, Kansas, vor.
Die Verhandlungen konnten erst beginnen, nachdem Boeing die Übernahme von Spirit AeroSystems Anfang Dezember für rund 4,7 Milliarden US-Dollar abgeschlossen hatte. Arbeitsrechtliche Vorgaben hatten direkte Gespräche zuvor untersagt. Der Abschluss ist für Boeing von strategischer Bedeutung, da Spirit als zentraler Rumpflieferant eine Schlüsselrolle in der Lieferkette des Konzerns spielt.
Nach Angaben der SPEEA sieht das ausgehandelte Paket spürbare Verbesserungen bei Löhnen und Sozialleistungen vor. Vereinbart wurden unter anderem:
„Das Angebot bringt uns bessere medizinische Leistungen, mehr Freizeit und eine solide Grundlage für künftige Gehaltssteigerungen“, sagte James Hatfield, Vorsitzender des Verhandlungsteams.
Auch Boeing zeigte sich zufrieden. Ein Konzernsprecher erklärte, man freue sich über die einhellige Unterstützung des Verhandlungskomitees und sehe in dem Paket einen fairen Ausgleich zwischen Wettbewerbsfähigkeit und attraktiven Arbeitsbedingungen. Die Mitarbeiter werden aufgerufen, dem Vertrag zuzustimmen.
Die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder läuft bis zum 30. Januar. Der derzeit gültige Tarifvertrag endet am 31. Januar 2026. Anfang Januar waren die Gespräche zeitweise ins Stocken geraten, nachdem Gewerkschaftsvertreter dem Unternehmen mangelnde Vorbereitung vorgeworfen hatten. Mit der nun erzielten Einigung scheint ein Arbeitskampf jedoch vorerst abgewendet.




