Bernstein hebt das Kursziel an, die Aktie fällt dennoch. Der Markt zweifelt an der Erholung der Chemiebranche – und blickt skeptisch auf 2026.
Das US-Analysehaus Bernstein Research hat sein Kursziel für die BASF-Aktie von 51 auf 53 Euro angehoben und die Einstufung auf „Outperform“ bestätigt. Analyst James Hooper zeigt sich in seinem aktuellen Ausblick auf die anstehenden Zahlen zum vierten Quartal 2025 vorsichtig optimistisch – vor allem mit Blick auf das kommende Jahr.
Für 2025 senkte Hooper zwar seine Schätzung für das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA), für 2026 rechnet er jedoch mit einer spürbaren Erholung und hob seine Prognose entsprechend an. Die europäischen Chemiekonzerne, so seine Einschätzung, dürften ihre Ausblicke bewusst konservativ formulieren, um Spielraum für positive Überraschungen zu lassen.
An der Börse kam der neue Optimismus zunächst nicht an. Die BASF-Aktie gab am Dienstag im Xetra-Handel zeitweise um rund ein Prozent nach und notierte bei etwa 43,60 Euro. Damit setzte sich die jüngste Schwächephase fort – trotz der angehobenen Bewertung durch Bernstein.
Der Kurs liegt deutlich unter dem neuen Ziel von 53 Euro, was auf ein erhebliches theoretisches Aufwärtspotenzial hindeutet. Doch der Markt scheint derzeit weniger auf Analystenmodelle zu hören als auf die strukturellen Probleme der Branche: schwache Nachfrage, hohe Energiekosten in Europa, geopolitische Unsicherheiten und ein schleppender globaler Konjunkturzyklus.
Hoopers positive Anpassung für 2026 impliziert die Erwartung, dass sich Margen und Volumina im Chemiesektor im kommenden Jahr stabilisieren und allmählich erholen. Für BASF würde dies bedeuten, dass die Restrukturierungsmaßnahmen und Kostensenkungsprogramme greifen und sich die zyklische Erholung in wichtigen Abnehmerindustrien – von der Automobilbranche bis zum Bau – materialisiert.
Bis dahin bleibt die Aktie jedoch ein Spiel auf Geduld. Die Börse preist aktuell eher die Risiken der Gegenwart als die Chancen der Zukunft ein – selbst wenn renommierte Häuser wie Bernstein bereits den Blick über den konjunkturellen Tiefpunkt hinaus richten.




