Aktivrente: Chancen und Herausforderungen für den Arbeitsmarkt im Ruhestand
- Die Aktivrente könnte 33.000 Vollzeitstellen schaffen, jedoch mit Steuermindereinnahmen von 890 Millionen Euro jährlich.
- Der Bundestag diskutiert den Gesetzentwurf, der Teil eines größeren Rentenpakets ist, erstmals am Freitag.
Die Aktivrente der Bundesregierung soll Rentner zu mehr Erwerbsarbeit motivieren. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung und des DIW zeigt, dass dies rund 33.000 Vollzeitstellen schaffen könnte. Der steuerfreie Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro monatlich ist ein Anreiz.
Finanziell ist das Modell jedoch herausfordernd. Das Finanzministerium erwartet Steuermindereinnahmen von 890 Millionen Euro jährlich. Um rentabel zu sein, müssten 40.000 Vollzeitstellen entstehen, 7.000 mehr als derzeit prognostiziert.
Der Bundestag diskutiert am Freitag erstmals den Gesetzentwurf, der Teil eines größeren Rentenpakets ist. Dieses umfasst auch die Mütterrente und die Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent.
Die Aktivrente richtet sich an sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Rentenalter. Arbeitgeber müssen weiterhin Beiträge zur Sozialversicherung leisten. 52 Prozent der älteren Arbeitnehmer wollen nach Renteneintritt nicht mehr arbeiten, doch der steuerfreie Hinzuverdienst könnte dies ändern.
Eric Thode von der Bertelsmann Stiftung betont, dass Arbeit im Alter gewollt und lohnend ist. Die Regierung muss die Vorteile der Aktivrente klar kommunizieren, da viele Rentner ihre Möglichkeiten nicht kennen.