Die Rückkehr von TikTok in US-App-Stores verschafft Apple und Google Rechtssicherheit, doch über ByteDances Zukunft in Amerika herrscht weiter Unklarheit.
TikTok ist nach tagelanger Abwesenheit wieder über Apples App Store und Googles Play Store in den USA erhältlich. Beide US‑Technologiekonzerne hatten die Kurzvideo-Plattform zuvor entfernt, um Strafzahlungen von bis zu 5.000 US-Dollar pro Nutzer zu vermeiden. Die Wiederzulassung folgt einem Signal der Trump-Administration, wonach das Bereitstellen der bei 170 Mio. US‑Nutzern beliebten App vorübergehend keine rechtlichen Konsequenzen habe. Hintergrund ist eine Executive Order, in der Präsident Donald Trump dem chinesischen Mutterkonzern ByteDance eine Frist von 75 Tagen einräumt, TikTok abzugeben oder ein US‑Verbot zu riskieren.
Weil sich ByteDance dem Ultimatum bislang widersetzte, drohten Apple und Google erhebliche rechtliche Risiken. Ein Brief der Justizministerin Pam Bondi an sämtliche Hosting-Plattformen soll jedoch zusichern, dass sie während dieser Frist nicht haftbar gemacht werden. Trotz der Wiederkehr im digitalen Handel bleibt die Zukunft der App unklar: Politiker und Geheimdienstkreise warnen, Peking könne TikTok für Spionage oder Propagandazwecke missbrauchen; ByteDance widerspricht dieser Darstellung.
Gleichwohl hat Trump angekündigt, TikTok „retten“ zu wollen. Der Präsident sieht die App als wichtigen Kommunikationskanal zur jungen Wählerschaft und verlangt eine US‑Beteiligung von 50 Prozent, was Übernahmeinteressenten wie Microsoft ins Spiel gebracht hat. Einen möglichen Kauf durch Elon Musk, den Trump öffentlich „begrüßen“ würde, lehnte der Tesla-Gründer jüngst ab. Unterdessen schwelt der Handelskonflikt mit China weiter: Trump erhöhte erneut Strafzölle auf chinesische Importe, worauf Peking mit Vergeltungsmaßnahmen in Milliardenhöhe gegen US‑Waren antwortete.



