Sergio Ermotti plant Rückzug als UBS-Chef im Jahr 2027
- Sergio Ermotti plant, im April 2027 als UBS-Chef zurückzutreten, nach Abschluss der Credit-Suisse-Integration.
- Der Nachfolger wird eine operativ stabile, aber politisch unter Druck stehende Bank übernehmen, mit neuen regulatorischen Herausforderungen.
Sergio Ermotti, der Architekt der Credit-Suisse-Integration, könnte im April 2027 die Führung der UBS abgeben. Die „Financial Times“ berichtet, dass der Staffelstab intern bereits in Sichtweite ist, obwohl die Großbank sich offiziell nicht äußert.
Der Zeitplan passt zur strategischen Erzählung der UBS: Zuerst die Übernahme und Eingliederung der Credit Suisse abschließen, dann die Nachfolge regeln. Dieses Projekt soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, was einen Abgang Ermottis im Frühjahr 2027 sinnvoll erscheinen lässt.
Seit der Übernahme der Credit Suisse hat sich der UBS-Aktienkurs mehr als verdoppelt. Ermotti, 65, gilt als einer der erfolgreichsten Bankchefs Europas der letzten Dekade und hat die Bank durch existenzielle Phasen geführt.
Der mögliche Rückzug Ermottis setzt einen internen Wettbewerb in Gang. Die Kandidaten stehen für unterschiedliche Profile, was die strategische Ausrichtung der UBS beeinflussen wird – entweder als globaler Vermögensverwalter oder als Universalbank-Champion.
Wer auch immer Ermotti nachfolgt, übernimmt eine Bank, die operativ stabil, aber politisch unter Druck ist. Die Schweizer Regierung plant schärfere Eigenkapitalregeln, die zusätzliches Kapital von rund 23 Milliarden Dollar erfordern könnten.
Die Bank warnt, dass solche Vorgaben ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächen könnten. Spekulationen über eine mögliche Verlagerung des Konzernsitzes wurden von Ermotti zurückgewiesen, aber politisch als Druckmittel wahrgenommen.
Der Abschied Ermottis markiert das Ende einer Ära und den Beginn einer neuen Phase für die UBS. Der Machtkampf um die Nachfolge wird entscheiden, wie die Bank ihr Profil im europäischen und globalen Wettbewerb schärft.