Preiskampf im deutschen Handel: Aldi und Lidl im Duell um die Preisführerschaft
- Aldi und Lidl kämpfen um die Preisführerschaft im deutschen Handel, Schokolade wird zum strategischen Schlachtfeld.
- Der Preiskampf könnte langfristig die Marktstruktur verändern, Hersteller stehen unter Druck durch sinkende Preise und hohe Produktionskosten.
Der deutsche Lebensmittelhandel steht vor einer neuen Preisschlacht. Aldi und Lidl kämpfen um die Preisführerschaft, ein entscheidendes Merkmal des Discount-Modells. Schokolade wird zum strategischen Schlachtfeld, da Verbraucher die Preissprünge der letzten Jahre noch präsent haben.
Die Rollenverteilung hat sich geändert. Lidl hat im Non-Food-Onlinegeschäft die Führung übernommen, während Aldi seinen Online-Shop eingestellt hat. Die Schwarz-Gruppe zeigt Selbstbewusstsein mit einer aggressiven Preisstrategie, die Teil ihres Markenversprechens ist.
Der Preiskampf begann mit großangelegten Preissenkungen. Lidl senkte die Preise von 500 Produkten, Aldi konterte mit 1000 reduzierten Artikeln. Der Wettbewerb konzentriert sich auf Eckpreisartikel wie Butter, deren Preis sich innerhalb eines Jahres mehr als halbiert hat.
Schokolade ist nun im Fokus. Aldi senkte die Preise seiner Eigenmarken Choceur und Moser Roth um bis zu 50 Cent pro Tafel. Lidl reagierte sofort und unterbot die Preise seiner Marken Fin Carré, Mister Choc und J.D. Gross.
Der Kakaomarkt trieb die Preise für Schokolade seit 2020 um 70 Prozent in die Höhe. Der Weltmarktpreis für Kakao erreichte 2025 Spitzenwerte von 12.000 Dollar pro Tonne, hat sich aber inzwischen auf etwa 4.200 Dollar reduziert.
Hersteller stehen unter Druck, da sie mit teuer eingekauften Rohwarenbeständen arbeiten. Die Produktionskosten reflektieren noch das Hochpreisniveau, während der Handel die Preise senkt. Dies führt zu einem doppelten Druck auf Hersteller wie Lambertz oder Ritter Sport.
Preisführerschaft ist ein immaterielles Asset von enormem Wert im deutschen Markt. Sie beeinflusst Kundenfrequenz, Markenvertrauen und langfristige Marktanteile. In Zeiten hoher Inflation ist sie ein politisch aufgeladener Faktor.
Der Preiskampf könnte die Marktstruktur langfristig verändern. Eine stärkere Internationalisierung der Produktion oder eine weitere Konzentration im Handel sind mögliche Folgen. Die eigentliche Frage ist, wie lange der Markt hohe Rohstoffvolatilität und Kostensteigerungen absorbieren kann.