Novo Nordisk: Dänemarks Pharmariese und das Risiko der Abhängigkeit
- Novo Nordisk dominiert den dänischen Aktienmarkt mit der Abnehmspritze Wegovy, birgt jedoch ein erhebliches Klumpenrisiko.
- Ein Rückschlag bei Wegovy könnte den gesamten dänischen Markt destabilisieren und stellt ein Risiko für Investoren dar.
Mit der Abnehmspritze Wegovy hat Novo Nordisk den Pharmamarkt revolutioniert und sich zeitweise zum wertvollsten Unternehmen Europas entwickelt. Die Marktkapitalisierung erreichte rund 650 Milliarden Dollar und trieb den dänischen Leitindex OMX Copenhagen 25 in die Höhe.
Doch diese Dominanz birgt ein erhebliches Klumpenrisiko. Der OMX25 wurde in den letzten Jahren fast ausschließlich von Novo Nordisk beeinflusst. Probleme wie Konkurrenzdruck, Lieferengpässe und enttäuschende Studienergebnisse führten zu einem Einbruch der Aktie und des gesamten Marktes.
Novo Nordisk, Maersk, DSV und Danske Bank machen fast zwei Drittel der Marktkapitalisierung des Index aus. Ein Investment in einen Dänemark-ETF bedeutet daher eine Wette auf wenige Konzerne, insbesondere auf Novo Nordisk.
Der jüngste Kursrückgang verdeutlicht die Verwundbarkeit dieser Struktur. Rückschläge bei Wegovy oder regulatorische Eingriffe könnten nicht nur Novo Nordisk, sondern den gesamten dänischen Aktienmarkt destabilisieren, was ein erhebliches Risiko für Investoren darstellt.
Langfristig bleibt Dänemark ein erfolgreicher Aktienmarkt. Seit 2010 hielt der OMX25 mit dem S&P 500 Schritt. Doch das Wachstum des Landes hängt zunehmend von der Innovationskraft eines einzigen Medikaments ab.
Novo Nordisk hat Dänemark zu einem führenden Pharmastandort gemacht, aber auch eine wirtschaftliche Abhängigkeit geschaffen. Ein medizinischer Durchbruch führte das Land an die Spitze, ein Rückschlag könnte es ebenso schnell wieder nach unten ziehen.