Euro trotzt US-Dollarschwäche trotz Trumps Zolldrohungen
- Trumps Zolldrohungen belasten europäische Märkte, doch der Euro zeigt Stärke.
- US-Dollarschwäche durch wachsende Skepsis gegenüber US-Politik verstärkt.
Donald Trumps neue Zolldrohungen belasten die europäischen Aktienmärkte, doch der Euro zeigt sich überraschend stark. Diese Bewegung spiegelt weniger europäische Stärke wider, sondern ein schwindendes Vertrauen in die USA.
Die Ankündigungen aus Washington hätten eigentlich ein anderes Bild erwarten lassen: Neue Zölle und wachsende handelspolitische Unsicherheit belasten Europas Wirtschaft. Der DAX gerät unter Druck und verliert erneut mehr als ein Prozent.
Gleichzeitig legt der Euro deutlich zu und notiert über 1,17 US-Dollar. Politische Risiken in Europa und schwache Aktienmärkte stehen im Kontrast zur stärkeren Währung.
Die Erklärung liegt in der aktuellen Schwäche des US-Dollars. Am Devisenmarkt steht die amerikanische Währung gegen nahezu alle wichtigen Währungen unter Druck.
Auslöser ist die wachsende Skepsis internationaler Investoren gegenüber der wirtschafts- und außenpolitischen Verlässlichkeit der USA. Trumps Drohungen und der Konflikt mit der EU und Dänemark um Grönland verstärken diese Unsicherheit.
Hohe Zölle gelten als wachstumsdämpfend, insbesondere für die konsumgetriebene US-Wirtschaft. Die Befürchtung einer neuen Zollspirale belastet die US-Währung zusätzlich.
Rechtliche Unsicherheit verschärft die Lage: Der Supreme Court prüft, ob Trump mit seiner Zollpolitik seine Kompetenzen überschritten hat. Eine Entscheidung könnte erhebliche Folgen haben.
Im Zentrum der Nervosität steht der Grönland-Konflikt. Trump will beim Weltwirtschaftsforum in Davos über einen möglichen Erwerb der Insel sprechen. Die EU berät über Gegenmaßnahmen.
Solche Töne verstärken den Eindruck einer erratischen US-Politik – ein Gift für den Dollar, der von Vertrauen und Stabilität lebt.
Der Euroanstieg ist kein Ausdruck wirtschaftlicher Entwarnung für Europa. Eine Eskalation des Handelskonflikts würde die Eurozone hart treffen. Der aktuelle Wechselkursanstieg ist primär eine relative Bewegung.
Solange der Grönland-Streit und die Zollpolitik ungelöst bleiben, dürfte die Volatilität an den Märkten hoch bleiben. Für Investoren bedeutet das: Der Euro mag robust wirken, doch er schwimmt in einem Strom globaler Unsicherheit.