Nel ASA: Herausforderungen und Chancen im Wandel der Wasserstoffindustrie
- Nel ASA kämpft mit einem 50%igen Rückgang des Auftragsbestands und sinkendem Aktienkurs.
- Die neue Elektrolyseur-Generation könnte 2026 entscheidend für die Zukunft des Unternehmens sein.
Der norwegische Wasserstoffpionier Nel ASA steht vor einer kritischen Phase. Der Auftragsbestand ist um 50% gesunken, und der Aktienkurs liegt unter dem bilanziellen Eigenkapital. Investoren zeigen Misstrauen, und 2026 wird entscheidend für die Zukunft des Unternehmens.
Der Markt bewertet Nel ASA mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,87. Seit dem Wasserstoff-Hype 2021 hat die Aktie über 90% an Wert verloren und notiert bei etwa 2,2 norwegischen Kronen. Die Liquidität ist ebenfalls stark zurückgegangen.
Institutionelle Investoren ziehen sich zurück, was auf Zweifel an der strategischen Neuausrichtung hinweist. Der Auftragsbestand beträgt nur noch 984 Millionen Kronen, was für das Projektgeschäft von Nel eine erhebliche Unsicherheit bedeutet.
Die schwache Nachfrage führte Anfang 2025 zu einem Personalabbau von 20%. Die Produktion bestimmter Elektrolyseur-Modelle wurde am Standort Herøya zeitweise gestoppt. Nel fordert nun rigoroser Ausrüstung zurück, wenn Kunden nicht zahlen.
Einzelne Großaufträge konnten die Stimmung nicht verbessern. Der Kapitalmarkt sieht sie als Ausnahmen in einem schwierigen Investitionsumfeld für Wasserstoffinfrastruktur.
Strategisch steht Nel vor einer Alles-oder-nichts-Situation. Der Vorstand hat die Industrialisierung der neuen „Next Generation Pressurized Alkaline“-Technologie genehmigt, mit Produktionsstart im ersten Halbjahr 2026 und EU-Fördermitteln.
Die neue Plattform soll die Kostenstruktur verbessern: standardisierte Module, geringerer Flächenbedarf, schnellere Installation und bessere Skalierbarkeit. Vorstandschef Håkon Volldal verspricht wirtschaftliche Wasserstoffprojekte ohne massive Subventionen.
Trotz technologischer Perspektiven überwiegt an den Finanzmärkten die Vorsicht. Analysten empfehlen „Verkaufen“ oder „Untergewichten“. Kursziele liegen knapp über oder unter dem aktuellen Niveau. Verzögerungen könnten weiteres Vertrauen kosten.
Ende Februar 2026 wird sich mit den Zahlen für das vierte Quartal 2025 zeigen, ob der Zeitplan für die Industrialisierung hält. Gelingt der Markteintritt nicht, droht eine Neubewertung der Überlebensfähigkeit von Nel ASA.