Drohende Chipengpässe: Autoindustrie besonders betroffen
- Ab Herbst drohen Chipengpässe, besonders in der Autoindustrie.
- Geopolitische Spannungen und fehlende Investitionen verschärfen die Lage.
Ab dem vierten Quartal drohen erneut Chipengpässe, besonders bei einfachen Halbleitern. Die Autoindustrie ist stark betroffen. Branchenexperten warnen vor einer Versorgungskrise, da die Nachfrage steigt, aber Fertigungskapazitäten fehlen.
Ältere Chips sind besonders knapp, da in deren Produktion kaum investiert wurde. Die Automobilbranche, Medizintechnik und Rüstungsunternehmen sind auf diese Chips angewiesen. Die Konzentration auf Hochleistungschips wird kritisiert.
Die Produktionskapazitäten für ältere Chips wachsen nur langsam. Chips mit Strukturgrößen zwischen 131 und 350 Nanometern wachsen um 4 %, größere um 2 %. Diese Chips sind jedoch unverzichtbar für Steuergeräte und Sensorik.
Die Risiken sind bekannt, aber unterschätzt. In der Coronapandemie führten ähnliche Engpässe zu Milliardenverlusten in der deutschen Autoindustrie. Von 2021 bis 2023 beliefen sich die Schäden auf 99 Milliarden Euro.
Der Markt verhält sich ähnlich wie vor der Krise. Kunden bestellen kurzfristig, um Lagerkosten zu sparen. Branchenkenner warnen, dass taktischer Einkauf und fehlende Weitsicht die Lieferketten destabilisieren könnten.
Geopolitische Spannungen verschärfen die Lage. Exportbeschränkungen der USA gegenüber China und drohende Zölle erschweren die Beschaffung. Chinas Anteil an Chipkapazitäten wächst und liegt bei 27 %.
Deutsche Unternehmen sollten schnell handeln. Ungenutzte Kapazitäten bei Halbleiterherstellern bieten Chancen. Langfristige Partnerschaften und Verträge könnten Engpässe verhindern. Experten raten, Lieferbeziehungen strategisch zu festigen.