Boeing vor Milliardenkosten durch US-Zölle: Herausforderungen für den Flugzeugbauer
- Boeing droht durch US-Zölle eine Kostenbelastung von bis zu acht Milliarden Euro.
- Airbus könnte strategisch auf Zölle reagieren und bleibt robuster aufgestellt.
Die neuen US-Zölle treffen Boeing hart. Importkosten für Produktion und Exportkosten für fertige Flugzeuge steigen. Experten erwarten Belastungen von bis zu acht Milliarden Euro durch mögliche europäische Gegenzölle.
Die Boeing 737 besteht aus Komponenten von 700 globalen Zulieferern. Viele Teile sind kurzfristig nicht ersetzbar. Trotz hoher Zölle muss Boeing weiter importieren. Die bestehenden 25-Prozent-Zölle auf Stahl und Aluminium haben bereits spürbare Auswirkungen.
Boeing exportiert 80 Prozent seiner Flugzeuge. Die EU ist ein zentraler Markt. Vergeltungszölle könnten die Kostenstruktur empfindlich treffen. Ein 787-Jet könnte um bis zu 40 Millionen Dollar teurer werden.
In einem schwierigen Umfeld verschärfen sich die operativen Herausforderungen. Boeing kämpft nach einem Zwischenfall mit der 737 Max 9 um Vertrauen. Produktionsverzögerungen und ein Streik setzen den Konzern unter Druck.
Airbus könnte robuster auf die Zölle reagieren. Dank global verteilter Fertigung kann der europäische Konkurrent strategisch handeln. Die Endmontage für den US-Markt erfolgt zollfrei in Alabama. Langstreckenflugzeuge werden bevorzugt an Nicht-US-Kunden ausgeliefert.
Ökonomen halten es für unwahrscheinlich, dass Boeing primäres Ziel von Gegenzöllen wird. Luftfahrtverträge haben lange Vorlaufzeiten. Handelspartner setzen eher bei Lebensmitteln oder Konsumtechnik an. Boeing bleibt der strukturelle Nachteil einer importabhängigen Fertigung.