The Trade Desk Aktienanalyse Update: 87 % unter dem Hoch — und der Gründer kauft für 150 Mio. USD
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The Trade Desk Aktienanalyse Update: 87 % unter dem Hoch — und der Gründer kauft für 150 Mio. USD

Seit unserem Januar-Update hat sich The Trade Desk nochmals fast halbiert: 87 % unter dem Allzeithoch, KGVe 8,8 — während der Umsatz 2025 um 18,5 % wuchs und 783 Mio. USD Free Cashflow flossen. Gründer Jeff Green hat im April für 150 Mio. USD eigene Aktien gekauft, der Publicis-Streit ist beigelegt, das Führungsteam neu aufgestellt. Wir rechnen nach, ob die Renditeerwartung von rund 24 % pro Jahr auf Platz 2 unserer Watchlist noch trägt — und ob das Geschäftsmodell dem Amazon-Angriff standhält.

The Trade Desk Aktie und Aktienanalyse

Hauptsitz
USA
Sektor
Informationstechnologie
Industrie
Software (Adtech)
Kurs
18,25 USD
Marktkapitalisierung
9,0 Mrd. USD
Umsatzwachstum 2025
+18,5 %
Ø Umsatzwachstum 5 Jahre
28,2 %
Bruttomarge
77,8 %
Nettomarge 2025
15,3 %
KGV
22,9
KGVe
8,8
KUVe
2,7
Free Cash Flow 2025
783 Mio. USD
Dividendenrendite
keine Dividende
Datum
29.07.2026

The Trade Desk Aktienanalyse

  • Seit unserem Januar-Update nochmals fast halbiert — 87 % unter dem Allzeithoch. Als unser letztes Update Ende Januar erschien, hatte The Trade Desk bereits 70 % vom Hoch verloren. Seither ging es weiter abwärts: minus 52 % allein im ersten Halbjahr 2026, zeitweise bis auf 17,33 USD. Heute notiert die Aktie bei rund 18 USD und damit etwa 87 % unter dem Allzeithoch von rund 140 USD aus dem Dezember 2024 — bewertet wie ein sterbendes Unternehmen. Operativ ist davon nichts zu sehen: 2025 wuchs der Umsatz um 18 % auf 2,9 Mrd. USD, die Kundenbindung liegt das zwölfte Jahr in Folge über 95 %.

  • Der Gründer kauft für 150 Millionen USD eigene Aktien. Im April 2026 hat CEO und Mitgründer Jeff Green für 150 Mio. USD Aktien seines eigenen Unternehmens gekauft — eines der größten Insider-Signale, die es an der Börse überhaupt gibt. Gleichzeitig hat das Unternehmen die zwei größten Belastungsfaktoren abgeräumt: Der öffentliche Streit mit der Agenturgruppe Publicis wurde am 12. Juni beigelegt (Publicis empfiehlt die Plattform wieder), und das Führungsteam wurde mit einem neuen CFO, einer neuen Chief Commercial Officer und einer neuen CMO komplett neu aufgestellt.

  • Der Amazon-Angriff ist real — aber TTD dominiert weiter dort, wo die Zukunft liegt. Amazon ist der am schnellsten wachsende große DSP-Anbieter (+24 % pro Jahr) und lockt Agenturen mit Kampfpreisen von 12 bis 15 % Gebühr gegenüber rund 20 % bei The Trade Desk. Im wichtigsten Wachstumsmarkt Connected TV führt jedoch weiter TTD mit rund 34 % Anteil am DSP-Spend gegenüber 11 % bei Amazon — und bleibt die einzige skalierte Plattform, die kein eigenes Inventar besitzt und deshalb allein im Interesse des Werbekunden optimiert.

  • Die Bewertung preist Stagnation, der Konsens sieht 20 % Gewinnwachstum. Mit einem KGVe von 8,8, einem KUVe von 2,7, rund 1 Mrd. USD Nettoliquidität und einer FCF-Marge von 27 % wird The Trade Desk heute wie ein schrumpfender Legacy-Wert bepreist. Die Analystenschätzungen erzählen eine andere Geschichte: Der Gewinn je Aktie soll von 2,08 USD (2026e) auf 5,14 USD (2031e) steigen — rund 20 % pro Jahr. Selbst wenn nur die Hälfte davon eintrifft, ist die heutige Bewertung zu niedrig.

  • Renditeerwartung von rund 24 % pro Jahr — die Watchlist-Zahl hält der Überprüfung stand. 8,7 % Free-Cashflow-Rendite (783 Mio. USD FCF auf 9,0 Mrd. USD Marktkapitalisierung) plus konservativ angesetzte 15 % jährliches Gewinnwachstum ergeben rund 24 % Renditeerwartung pro Jahr. Selbst im Bär-Szenario mit dauerhaft nur 8 % Wachstum bleiben rund 17 % — immer noch klar über unserer Kaufen-Schwelle von 12 %. The Trade Desk bleibt für uns kaufenswert.

1Was seit dem 70-%-Crash passiert ist

Als unser letztes Update Ende Januar erschien, lautete die These: 70 % Crash, aber das Geschäftsmodell steht. Das erste Halbjahr 2026 hat diese These auf die härteste Probe gestellt, die man sich vorstellen kann. Die Aktie verlor weitere 52 %, fiel zeitweise bis auf 17,33 USD und notiert heute bei rund 18 USD — etwa 87 % unter dem Allzeithoch von rund 140 USD aus dem Dezember 2024. Was ist passiert?

Akt eins: der Publicis-Schock. Im März entzog Publicis, eine der größten Agenturgruppen der Welt, der Plattform die Empfehlung — gestützt auf ein Audit des Prüfers FirmDecisions, das The Trade Desk vorwarf, die Plattformgebühr auch auf Zusatzleistungen anzuwenden und Kunden ohne klare Autorisierung in kostenpflichtige Tools eingebucht zu haben. The Trade Desk bestritt die Vorwürfe, konnte den Schaden aber monatelang nicht eindämmen. Erst am 12. Juni einigten sich beide Seiten außergerichtlich; Publicis empfiehlt die Plattform seither wieder. Belegt wurden die Vorwürfe nie — als Belastungsfaktor für Kurs und Kundenbeziehungen waren sie trotzdem real.

Akt zwei: die Q1-Zahlen. Am 7. Mai meldete The Trade Desk für das erste Quartal 12 % Umsatzwachstum auf 689 Mio. USD — über den Erwartungen. Doch die Guidance für das zweite Quartal von mindestens 750 Mio. USD entsprach nur noch rund 8 % Wachstum, das langsamste der Firmengeschichte, und das bereinigte Ergebnis je Aktie verfehlte mit 0,28 USD den Konsens von 0,32 USD. Die Aktie verlor nach den Zahlen zeitweise 15 %. Dazu kam ein beispielloser Umbau der Führungsebene: Innerhalb eines Jahres verließen CFO, CRO, CSO und CMO das Unternehmen.

Und die Gegenbewegung: Genau in diese Kapitulationsphase hinein setzte Gründer und CEO Jeff Green das stärkste Signal, das ein Insider senden kann — er kaufte im April für 150 Mio. USD eigene Aktien. Seit Juni ist zudem das Führungsteam neu besetzt: Nate Olmstead (zuvor CFO bei Logitech und Penguin Solutions) ist seit dem 9. Juli neuer Finanzchef, Sarah Gavin neue CMO, und mit Kristi Argyilan übernimmt ab dem 27. Juli eine Pionierin des Retail-Media-Geschäfts (Aufbau von Targets Werbegeschäft Roundel, zuletzt Uber Advertising) die Rolle der Chief Commercial Officer. In den Verwaltungsrat zog mit Penry Price ein früherer Google- und LinkedIn-Werbemanager ein. Die nächste Bewährungsprobe ist terminiert: Am 6. August kommen die Q2-Zahlen.

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