Mercedes-Benz Group Aktienanalyse: Der Erfinder des Verbrennermotors geht All-in Electric
Aktienanalyse

Mercedes-Benz Group Aktienanalyse: Der Erfinder des Verbrennermotors geht All-in Electric

Mit Daimler und Benz startete die Ära Verbrenner. Vor 136 Jahren meldete Carl Benz ein Patent für das erste Auto mit Verbrennungsmotor an. Es war der Startschuss für eine der größten Industrien unserer heutigen Welt. Ausgelöst durch einen der Gründer der heutigen Mercedes-Benz Group. Heute, über 100 Jahre später, steht diese Technologie vor dem Aus und von dem, was Mercedes-Benz einst groß gemacht hat, müssen sie sich jetzt trennen — und tun es auch.

Mercedes-Benz Group Aktie und Aktienanalyse

Hauptsitz
Stuttgart, Deutschland
Kurs
65,74 EUR
Ausstehende Aktien
1.069,8 Mio.
Marktkapitalisierung
70,3 Mrd. EUR
Enterprise Value
94,0 Mrd. EUR
Nettoverschuldung
23,7 Mrd. EUR
Bruttomarge
22,9 %
EBIT-Marge
10,7 %
Gewinnmarge
17,2 %
Free Cash Flow-Rendite
28,4 %
Dividendenrendite
6,7 %
Datum
10.06.2022

Mercedes-Benz Group Aktienanalyse

  • Mit Daimler und Benz startete die Ära Verbrenner. Vor 136 Jahren meldete Carl Benz ein Patent für das erste Auto mit Verbrennungsmotor an. Es war der Startschuss für eine der größten Industrien unserer heutigen Welt. Ausgelöst durch einen der Gründer der heutigen Mercedes-Benz Group. Heute, über 100 Jahre später, steht diese Technologie vor dem Aus und von dem, was Mercedes-Benz einst groß gemacht hat, müssen sie sich jetzt trennen — und tun es auch.

  • 60 Mrd. Euro Investitionskapital und ein EQ-Modell für jeden Geschmack. Das sind die Zutaten für die nächsten 4 Jahre bei Mercedes-Benz. Das Geld will man in Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisiertes Fahren stecken. Mit dem vollelektrischen EQ-Modell will man eine Alternative für jede Fahrzeugklasse anbieten, die es jetzt schon gibt. Mercedes geht mit großen Schritten vorwärts.

  • 14 % Rendite pro Jahr in den letzten 10 Jahren. Obwohl sich der Kurs der Mercedes-Aktie scheinbar nicht viel bewegt hat, war in den letzten 10 Jahren doch eine deutliche Überrendite möglich. Wie? Vor allem durch die Dividende. Welche Rendite wir für die nächsten 10 Jahren sehen, dass erfährst du in dieser Analyse!

1Geschäftsmodell der Mercedes-Benz Group

1.1Unternehmensgeschichte: Vom ersten Automobil zum Elektrochampion

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  • 1883
    Die Benz & Cie. wird gegründet. Die Geschichte von Mercedes-Benz geht auf zwei Unternehmen zurück. Das erste ist die Benz & Cie. von Carl Benz. Der Ingenieur entwickelte in den 1870er Jahren den ersten Zweitakt-Gasmotor. Damit machte er sich selbständig, um zunächst stationäre Motoren zu verkaufen. Schon 1886 bauten sie das erste Auto, das als „Benz Patent-Motorwagen Nummer 1“ in die Geschichte einging. Benz & Cie. war damit der erste Automobilhersteller in Deutschland.
  • 1890
    Die Daimler Motoren Gesellschaft wird gegründet. Etwa zeitgleich im württembergischen Cannstatt tut sich der Ingenieur Gottlieb Daimler mit zwei Geschäftspartnern zusammen, um die Daimler-Motoren-Gesellschaft zu gründen. Anders als Benz baute Daimler direkt Motoren für Fahrzeuge. Das erste Modell war ein Schienentriebwagen mit 32 Sitzplätzen.
  • 1926
    Die Daimler Motoren Gesellschaft und die Benz & Cie. schließen sich zur Daimler-Benz AG zusammen. Nach über 30 Jahren, in denen Benz und Daimler nebeneinander existierten, kamen sie in den 20er Jahren in Geldnot. Eine Fusion stand im Raum und die ehemaligen Konkurrenten schlossen sich 1926 zur Daimler-Benz AG zusammen.
  • 1998
    Die Daimler Benz AG und Chrysler schließen sich zu Daimler Chrysler zusammen. Nachdem Daimler Benz vor allem in der Nachkriegszeit als Innovationsführer immer sichtbarer in der ganzen Welt wurde, kommt es zu einem sehr lehrreichen Stück Zeitgeschichte. Der damalige Daimler Chef Jürgen Schrempp will aus dem für höchste Qualität bekannten Automobilhersteller einen Weltkonzern machen. Dafür fusioniert er mit dem dreimal größeren amerikanischen Automobilhersteller Chrysler. Daimler soll dadurch in den USA Fuß fassen und Chrysler in Europa. Daimler bezahlte damals 38 Mrd. Mark für Chrysler.
  • 2007
    Daimler und Chrysler trennen sich wieder. Nach nicht einmal 10 Jahren trennen sich die beiden Hersteller wieder. Zu groß waren die Differenzen zwischen Chrysler, dem Massenproduzenten und Daimler, der Premiumschmiede. Rückrufaktionen, Milliardenverluste und Markenschäden waren die traurige Bilanz einer gescheiterten Zusammenarbeit. McKinsey & Company rechnete später aus: 74 Mrd. USD wurden durch die gescheiterte Fusion vernichtet.
  • 2019
    Der Konzern teilt sich auf. Aus der mittlerweile namentlichen Daimler AG werden drei eigenständige Unternehmen: Die Mercedes-Benz AG, die Daimler Truck AG und die Daimler Mobility AG. Ola Källenius übernimmt die Führung von Dieter Zetsche, der aus der Daimler AG nach der Trennung von Chrysler und dem Abgang Schrempps wieder ein funktionierendes Unternehmen gemacht hatte. Daimler Truck wurde Ende 2021 an die Börse gebracht.
  • Heute
    Mercedes-Benz steht für langlebige Tradition und bestehende Werte. Mittlerweile ist Mercedes-Benz eine Marke, die für Luxus und Modernität steht. Das ist der Verdienst von Dieter Zetsche. Jetzt kommen neue Aufgaben. Und die sind noch viel schwieriger. Es geht darum, Mercedes-Benz nachhaltig zu machen, eine neue Ära der Mobilität mitzuformen und gleichzeitig Wachstum und vor allem Profitabilität zu waren. Das sind die Aufgaben für Ola Källenius.

1.2Mission: Die Mobilität der Zukunft maßgeblich mitgestalten

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Als einer der führenden Fahrzeughersteller wollen wir die Mobilität der Zukunft maßgeblich mitgestalten.
Mission Mercedes-Benz

Die Mission ist logisch. Mittlerweile zählt es nicht mehr nur, ein tolles Auto zu bauen, sondern sich auf die Mobilität an sich zu konzentrieren. Das ist vor allem deshalb wichtig, um den immer lauter werdenden Stimmen gerecht zu werden, die eine Ablösung des Individualverkehrs durch den Kollektivverkehr wünschen.

Gleichzeitig lassen sich darunter auch die Ambitionen für CO2-neutrale Fahrzeuge unterbringen. Auch sie sind ein zentraler Bestandteil der Mobilität von Morgen.

1.3Management: Ein Top-Manager aus Schweden mit jahrzehntelanger Erfahrung bei Mercedes

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Ola Källenius ist seit 1993 im Unternehmen. Nach seinem Abschluss in Finanzen und Buchhaltung an einer Stockholmer Universität ging er 1993 in das Nachwuchsprogramm bei Daimler. Seitdem arbeitete er sich stetig durch verschiedene Managementpositionen immer weiter nach oben. 2003 folgte dann sein erster Posten als Geschäftsführer. Nicht aber bei Mercedes-Benz, sondern bei McLaren. Nicht ganz zufällig, denn im selben Zeitraum wurde bei McLaren im englischen Portsmouth der berühmte SLR McLaren gefertigt. Zwei Jahre später kehrte er zu Mercedes-Benz zurück, um sich 2010 dann für drei Jahre als CEO von AMG berufen zu lassen. Seit 2015 ist er Vorstandsmitglied bei Mercedes-Benz und seit 2019 Vorstandsvorsitzender.

Källenius ist nicht so ein auffälliger Automobil-CEO wie Herbert Diess. Deshalb neigt man dazu, ihn zu unterschätzen. Er hat eine ruhige Art und wirkt sehr kontrolliert. Aber seine Ambitionen sind groß. Er will das Unternehmen bis 2040 CO2 neutral machen und dreht gleichzeitig massiv an der Kostenschraube. Für seine bisherigen Leistungen und die mutige Strategie, Mercedes-Benz zu einer nachhaltigen Luxusmarke zu machen, hat das Manager Magazin in 2021 zum Manager des Jahres gekürt. Aus unserer Sicht ist er eine gute Wahl, um Mercedes in eines der spannendsten Zeitalter des Automobils zu führen.

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