Nach zwei Rezessionsjahren traut die OECD der deutschen Wirtschaft 2025 nur ein Mini-Wachstum zu. Auch Frankreich und Italien kommen kaum vom Fleck.
Die OECD erwartet für Deutschland im Jahr 2025 lediglich ein Plus von 0,3 % beim BIP. Für 2026 soll die Wirtschaft um 1,1 % wachsen – ein schwacher Trost nach den Krisenjahren 2023 und 2024. Beide Werte wurden gegenüber der Juni-Prognose um 0,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert.
Grund seien geopolitische Unsicherheiten, steigende Handelskonflikte und strukturelle Schwächen der deutschen Wirtschaft. Zwar könne eine expansive Haushaltspolitik kurzfristig stützen, doch für einen nachhaltigen Aufschwung fehlen Impulse.
Auch der Euroraum bleibt schwach: 2025 rechnet die OECD mit 1,2 % Wachstum, 2026 sogar nur noch mit 1,0 %.
Damit bleibt die deutsche Wirtschaft trotz aller Probleme ein relativer Lichtblick – doch die gesamte Eurozone tritt auf der Stelle.
Die OECD sieht das weltweite Wachstum von 3,3 % (2024) auf 3,2 % (2025) und schließlich 2,9 % (2026) zurückfallen. Hauptbremsen sind:
In den USA soll das Wachstum von 2,8 % (2024) auf 1,5 % (2026) absinken – trotz boomender Hightech-Investitionen. Gründe: höhere Zölle und weniger Nettozuwanderung.
Positiv bewertet die OECD den Rückgang der Inflation. In den G20-Staaten dürfte sie von 3,4 % (2025) auf 2,9 % (2026) sinken. Damit eröffnen sich Spielräume für weitere Zinssenkungen – vorausgesetzt, die Inflationserwartungen bleiben stabil.
Gleichzeitig warnt die Organisation vor neuen Risiken:
Vor dem Hintergrund der Attacken von US-Präsident Donald Trump auf die Federal Reserve erinnerte die OECD an ein Grundprinzip: Nur die Unabhängigkeit der Notenbanken sichere die Glaubwürdigkeit ihrer Politik und verhindere, dass Inflation dauerhaft hoch und unberechenbar bleibt.



