Die Deutsche Bahn hat eine neue Chefin: Evelyn Palla, bisher erfolgreiche Managerin von DB Regio. Sie soll den angeschlagenen Konzern wieder auf Kurs bringen. Doch auch mit neuer Führung bleibt offen, wohin die Reise geht. Vier Baustellen muss die Bahn jetzt dringend klären.
Bis 2036 will die DB mehr als 40 Strecken generalsanieren – mit monatelangen Vollsperrungen. Für Fahrgäste bedeutet das Belastungen, für die Politik Milliardeninvestitionen. Unklar bleibt, ob diese Taktik reicht, um die Pünktlichkeit nachhaltig zu verbessern.
Im Fernverkehr dominiert die DB fast allein. Erfahrungen aus Spanien und Italien zeigen: Wettbewerb senkt Preise und steigert Qualität. Doch das überlastete deutsche Netz lässt kaum Platz für neue Anbieter. Hier muss die Politik Farbe bekennen.
Die Bahn ist mit über 20 Mrd. € Schulden belastet. DB Cargo schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen, selbst der Verkauf der Logistiktochter Schenker half nur begrenzt. Ohne klare Wirtschaftlichkeitsziele droht der Konzern in Dauerabhängigkeit von Staatshilfen zu geraten.
30.000 Kilometer Netz, doch alle Züge teilen sich die gleichen Gleise. Mit dem steigenden Transportaufkommen stößt das System an Grenzen. Soll die Bahn in kleine Städte fahren oder lieber neue Rennstrecken bauen? Die Bundesregierung muss entscheiden, wie viel Verkehr wirklich gewollt ist.
Fazit: Evelyn Palla bringt Erfahrung und Tempo mit. Doch ob sie die Bahn tatsächlich auf Vordermann bringt, hängt weniger an einer Person – als an den Antworten auf diese vier Kernfragen.




