Goldman Sachs übertrifft im dritten Quartal die Gewinnprognosen durch starkes Equity Trading und steigende Gebühreneinnahmen.
Goldman Sachs konnte im dritten Quartal seine Gewinnprognosen deutlich übertreffen und meldete einen Nettogewinn von 3 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag das Ergebnis über den Analystenschätzungen von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar und markierte einen bemerkenswerten Erfolg trotz des fortgesetzten Rückzugs aus dem Retail Banking.
„Der US-Wirtschaftshintergrund bleibt widerstandsfähig“, erklärte CEO David Solomon in der Telefonkonferenz zur Ergebnispräsentation. Trotz einer Abschwächung im Verbraucherverhalten berichtete Solomon von konstruktiven Gesprächen mit Kunden, die das Vertrauen in die strategische Ausrichtung des Unternehmens stärken.
Ein wesentlicher Treiber des Erfolgs war die Equity Trading-Sparte, die im dritten Quartal mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs. Dies stellte die beste Performance seit Beginn des Jahres 2021 dar und übertraf die Erwartungen der Analysten, die keinen Anstieg in diesem Bereich prognostiziert hatten. Im Gegensatz dazu sanken die Umsätze aus dem Fixed-Income Trading um 12 Prozent auf 3 Milliarden US-Dollar, was die Diversifizierung der Handelsaktivitäten verdeutlicht.
Trotz eines Rückgangs der Bruttomarge um zwei Prozentpunkte auf 51,3 Prozent blieb das Betriebsergebnis mit 598 Millionen US-Dollar deutlich über den Erwartungen. Ein Gewinnbeitrag von rund 50 Millionen US-Dollar resultierte aus dem Verkauf von Teilen des verbleibenden Yeezy-Bestands, was die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens unterstreicht.
Die Gebühreneinnahmen stiegen um 20 Prozent auf 1,9 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit die Erwartungen der Marktteilnehmer. Dieser Anstieg ist auf eine anhaltende Revitalisierung der Dealmaking-Aktivitäten zurückzuführen, die von Wall Street als Beginn einer nachhaltigen Erholung gesehen wird. Analysten von JPMorgan und Jefferies bewerten die Aktie weiterhin positiv und setzen Kursziele von 652 beziehungsweise 1.100 US-Dollar, trotz der aktuellen Kursrückgänge.
Die Aktie von Goldman Sachs verlor im Handel zeitweise 7,24 Prozent und fiel schließlich auf 561,59 US-Dollar. Dieser Kursrutsch reflektiert die Sorgen der Investoren über die gesenkten Gewinnprognosen für 2025, die nun von maximal 30 US-Dollar pro Aktie auf niedrigere Werte nach unten korrigiert wurden. Zusätzlich belasteten Verluste aus dem Rückzug aus dem Privatkundenbereich und Abschreibungen auf die GreenSky-Geschäfte das Ergebnis.
Trotz der Herausforderungen bleibt die Asset and Wealth Management-Sparte ein stabiler Wachstumstreiber, mit einem Umsatzanstieg von 16 Prozent auf 3,8 Milliarden US-Dollar. Dies unterstützt Solomons Strategie, das Unternehmen weniger abhängig von Investment Banking und Trading zu machen und langfristig eine breitere Einkommensbasis zu schaffen.



