
Amazon Aktienanalyse Update: AWS +37 % und die 220-Mrd.-Capex-Debatte
AWS wächst mit 37 % so schnell wie seit 18 Quartalen nicht, der Auftragsbestand steht bei 496 Mrd. USD, die Werbung wächst um 26 %. Trotzdem dreht sich die Amazon-Debatte nur um die auf 220 Mrd. USD erhöhte Capex und den negativen Free Cashflow von −7,6 Mrd. USD. Wir rechnen vor, warum die Investitionswelle gekaufte Zukunft ist und sich über den Gewinn eine Renditeerwartung von rund 17 % pro Jahr ergibt.
Amazon Aktie und Aktienanalyse
- Hauptsitz
- USA
- Sektor
- Zyklischer Konsum / Cloud
- Industrie
- E-Commerce, Cloud, Werbung
- Kurs
- 265,13 USD
- Marktkapitalisierung
- 2,87 Bio. USD
- Umsatzwachstum Q2 2026
- +20 %
- AWS-Wachstum Q2 2026
- +37 %
- Operativer Gewinn Q2 2026
- 27,5 Mrd. USD (+43 %)
- Operativer Cashflow (TTM)
- 161,4 Mrd. USD
- Free Cash Flow (TTM)
- −7,6 Mrd. USD
- Capex-Plan 2026
- ca. 220 Mrd. USD
- KGVe (2026)
- 21,5
- AAQS
- 7 von 10 Punkten
- Dividendenrendite
- keine Dividende
- Datum
- 31.08.2026
Amazon Aktienanalyse
AWS wächst so schnell wie seit 18 Quartalen nicht. Die Cloud-Sparte legte im zweiten Quartal um 37 % auf 42,2 Mrd. USD zu, das fünfte Quartal mit Beschleunigung in Folge. Der Auftragsbestand steht bei 496 Mrd. USD und wächst dreistellig. Trotzdem dreht sich die gesamte Debatte um die Aktie nur um eine Zahl: die auf 220 Mrd. USD erhöhte Investitionsplanung.
Der negative Free Cashflow ist gekaufte Zukunft, kein Krankheitssymptom. Der Free Cashflow der letzten zwölf Monate liegt bei minus 7,6 Mrd. USD. Nicht weil das Geschäft schwächelt, sondern weil Amazon 66 Mrd. USD mehr in Rechenzentren investiert hat als im Vorjahr. Der operative Cashflow dahinter wuchs um 33 % auf 161,4 Mrd. USD. Wer nur auf den FCF schaut, verwechselt Investieren mit Verbrennen.
Das Rekordquartal, über das niemand spricht. Q2 brachte 200,6 Mrd. USD Umsatz (+20 %) und einen operativen Gewinn von 27,5 Mrd. USD (+43 %). Die Werbesparte wuchs um 26 % auf 19,8 Mrd. USD und ist längst ein eigener Gigant mit Google-ähnlichen Margen. KI- und Chips-Geschäft überschreiten jeweils 25 Mrd. USD Umsatz-Run-Rate.
Die Nachfrage ist da, bevor die Kapazität steht. CEO Andy Jassy sagt offen: Selbst mit 220 Mrd. USD Capex kann Amazon die Cloud-Nachfrage 2026 nicht vollständig bedienen, und 2027 voraussichtlich auch nicht. Die Investitionswelle finanziert Kapazität für bereits kontrahierte Nachfrage, sichtbar im Backlog von 496 Mrd. USD. Das ist der Unterschied zu einer Spekulationsblase.
Über den Gewinn gerechnet: rund 17 % Renditeerwartung pro Jahr. Weil die Capex-Welle den FCF verzerrt, leiten wir die Rendite über den Gewinn her: 4,7 % Gewinnrendite (KGVe 21,5) plus rund 12 % erwartetes Gewinnwachstum pro Jahr laut Konsens. Für das beste Infrastruktur-Geschäft der KI-Ära ist das eine attraktive Verzinsung.
1Geschäftsmodell von Amazon im Kurzüberblick
Amazon Aktienanalyse: Die Aktie tritt seit Monaten auf der Stelle, weil der Markt die Capex-Erhöhung auf 220 Mrd. USD als Risiko liest. Das operative Geschäft liefert derweil Rekordwerte auf allen Ebenen.
Amazon ist längst kein Onlinehändler mehr, sondern drei Weltklasse-Geschäfte unter einem Dach: der dominierende westliche E-Commerce mit dem Prime-Ökosystem, die größte Cloud der Welt und die drittgrößte digitale Werbeplattform hinter Google und Meta.
AWS: Der Gewinnmotor
Amazon Web Services steht für rund ein Fünftel des Umsatzes, aber für den Großteil des operativen Gewinns. Im zweiten Quartal 2026 wuchs AWS um 37 % auf 42,2 Mrd. USD, mit 16,6 Mrd. USD operativem Gewinn. Die annualisierte Run-Rate liegt bei 169 Mrd. USD. AWS vermietet die Grundversorgung des KI-Zeitalters: Rechenleistung, Speicher und zunehmend eigene KI-Chips.
E-Commerce & Prime: Die Kundenbindungsmaschine
Der Handel liefert das Volumen und die Daten. Amazon hat im ersten Halbjahr 2026 erneut Rekord-Liefergeschwindigkeiten erreicht, über 40 % mehr Artikel kamen am selben oder nächsten Tag an. Lebensmittel und Alltagsartikel wachsen deutlich schneller als der Rest, weil die Logistikdichte immer neue Kategorien wirtschaftlich macht.
Werbung: Der stille Margen-Gigant
19,8 Mrd. USD Werbeumsatz in einem einzigen Quartal, plus 26 % gegenüber dem Vorjahr. Amazon-Werbung sitzt am wertvollsten Punkt der Customer Journey, direkt an der Kaufentscheidung, und wächst schneller als das Werbegeschäft von Google und Meta. Die Margen dieser Sparte tragen einen wachsenden Teil des Konzerngewinns.
2Was gibt es Neues bei Amazon?
2.1Q2 2026: Das Rekordquartal, über das niemand spricht
Am 30. Juli legte Amazon die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Der Umsatz stieg um 20 % auf 200,6 Mrd. USD. Der operative Gewinn sprang um 43 % auf 27,5 Mrd. USD.
Das ist das Bemerkenswerte an diesem Bericht: Ein Konzern mit fast drei Billionen Dollar Börsenwert beschleunigt sein Umsatzwachstum auf 20 % und steigert den Gewinn doppelt so schnell. Größenwahn sieht anders aus, operative Exzellenz genau so.
Die Werbesparte wuchs um 26 % auf 19,8 Mrd. USD und übertraf erneut die Erwartungen. Und CEO Andy Jassy nannte zwei neue Meilensteine: Sowohl das KI-Geschäft als auch das Chip-Geschäft überschreiten jeweils eine Umsatz-Run-Rate von 25 Mrd. USD.
2.2AWS: plus 37 %, schnellstes Wachstum seit 18 Quartalen
Der Star des Quartals war die Cloud. AWS wuchs um 36,7 % auf 42,2 Mrd. USD, das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen und die fünfte Beschleunigung in Folge. Analysten hatten mit 31 % gerechnet.
Allein gegenüber dem Vorquartal kamen über 4,6 Mrd. USD Umsatz hinzu, rund 80 % mehr als der bisher größte Quartalssprung der AWS-Geschichte. Der operative Gewinn der Sparte lag bei 16,6 Mrd. USD.
Die wichtigste Zahl des Berichts: Der Auftragsbestand (Backlog) von AWS erreichte 496 Mrd. USD und wächst dreistellig gegenüber dem Vorjahr. Das sind fast drei Jahresumsätze an bereits unterschriebenen, noch nicht abgerechneten Verträgen. Diese Zahl beantwortet die Frage, ob die KI-Nachfrage real ist, deutlicher als jede Analystenschätzung.
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