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ESA strebt Unabhängigkeit von US-Technologie an und fördert private Investitionen

Quelle: eulerpool

ESA will trotz drohender Nasa-Kürzungen eigenständiger werden und private Investitionen in europäische Raumfahrt-Technologien deutlich ausbauen.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA steht vor der Herausforderung, ihre Abhängigkeit von US-Technologie deutlich zu reduzieren. Rund die Hälfte des diesjährigen Explorationsbudgets von 600 Mio. Euro hängt unmittelbar an den aktuellen Ausgabenplänen der Nasa, deren Finanzierung nach einem Vorschlag des Weißen Hauses um 25 % gekürzt werden könnte. Besonders betroffen wären Projekte wie die Mondraumstation Lunar Gateway, Teile des Artemis-Programms und die Beteiligung an der Marsmission Rosalind Franklin.

ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher bezeichnete die drohenden Kürzungen als „Weckruf“. Zwar bleibe die Nasa ein wichtiger Partner, doch das bisherige Kooperationsmodell sei nicht zukunftsfähig. Selbst bei einem stabilen Gesamtbudget von 7,7 Mrd. Euro müsse Europa mehr Eigenständigkeit entwickeln, um seine Stellung als führende Raumfahrtnation zu sichern. Der Ministerrat wird im November über die Neujustierung der Finanzierung und Partnerschaften entscheiden, mit einer voraussichtlichen Erhöhung der Exploration-Mittel.

Während der US-Kongress gegen die Kürzungen ankämpft, hat die Nasa bereits erste Programme eingestellt und Stellen abgebaut. Aschbacher betonte, dass die betroffenen Technologien essenziell für künftige Missionen zu Mond oder Mars seien – unabhängig von einer US-Beteiligung. Parallel baut die ESA neue Kooperationen, etwa mit Indien, und forciert privates Kapital: 2023 flossen laut European Space Policy Institute 1,5 Mrd. Euro in europäische Raumfahrt-Start-ups, mehr als doppelt so viel wie 2021.