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Börsenlexikon

vorgelagerte Besteuerung

Vorgelagerte Besteuerung ist ein fiskalisches Konzept, das insbesondere im Zusammenhang mit steuerbefreiten Anlageprodukten Anwendung findet. Bei dieser Art der Besteuerung werden steuerlich relevante Ereignisse bereits vor der eigentlichen Ausschüttung oder dem Verkauf der entsprechenden Wertpapiere berücksichtigt.

Im Kern bedeutet dies, dass die anfallenden Steuern bereits auf der Ebene des Anlagevehikels oder der Kapitalgesellschaft entrichtet werden, bevor die Erträge an die investierenden Personen weitergegeben werden. Anders ausgedrückt erfolgt die Besteuerung bereits im Vorfeld oder "vorgelagert" zur eigentlichen Besteuerungsperiode des Anlegers.

Der Vorteil dieser Art der Besteuerung liegt darin, dass Investoren von einem transparenten und effizienten Steuersystem profitieren können. Durch die vorab gezahlten Steuern entfällt die Notwendigkeit für den einzelnen Investor, individuelle Steuererklärungen einzureichen oder Steuererstattungen zu beantragen. Es ermöglicht auch eine Vereinfachung des Besteuerungsprozesses insgesamt und reduziert den administrativen Aufwand sowohl für die Anleger als auch für die Steuerbehörden.

Vorgelagerte Besteuerung kann in verschiedenen Kontexten auftreten, wie beispielsweise bei Investmentfonds oder bestimmten Arten von Kapitalgesellschaften. In der Regel werden die steuerlich relevanten Erträge direkt auf der Ebene des Anlageprodukts besteuert, bevor sie an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Dieser Prozess wird oft als Quellensteuer bezeichnet. Anleger müssen in der Regel die empfangenen Ausschüttungen in ihrer persönlichen Steuererklärung angeben, werden jedoch von einer erneuten Besteuerung dieser Erträge befreit.

In Deutschland wird die vorgelagerte Besteuerung bei bestimmten steuerbefreiten Investmentfonds angewendet, wie zum Beispiel dem sogenannten "Immobilien-Spezialfonds". Diese Fonds investieren in Immobilien und erzielen Erträge aus der Vermietung und dem Verkauf von Immobilien. Durch die vorgelagerte Besteuerung werden die erzielten Erträge direkt auf der Ebene des Fonds besteuert, wodurch den Anlegern eine höhere Rendite ermöglicht wird. Darüber hinaus profitieren Anleger von einer Reduzierung ihres individuellen Steueraufwands und einer vereinfachten steuerlichen Behandlung.

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