Spence
Der Begriff "Spence" bezeichnet eine spezifische Form des Informationsasymmetrie-Modells in der Wirtschaft und beinhaltet die Theorie von Michael Spence, einem renommierten Wirtschaftswissenschaftler. Das Spence-Modell gilt insbesondere für den Bereich der Arbeitsmärkte und beschäftigt sich mit der Selektion von Mitarbeitern und den damit verbundenen Informationslücken.
Gemäß dem Spence-Modell wird davon ausgegangen, dass Bewerber über bestimmte charakteristische Merkmale verfügen, die für zukünftige Arbeitgeber relevant sind, wie beispielsweise ihre Qualifikationen, Fähigkeiten oder Leistungen. Diese individuellen Merkmale werden als "Signals" bezeichnet. Das Hauptproblem besteht darin, dass Informationen über diese Fähigkeiten und Qualifikationen asymmetrisch verteilt sind, das heißt, Bewerber haben mehr Wissen darüber als potenzielle Arbeitgeber.
Aufgrund dieser Informationenasymmetrie nutzen Bewerber verschiedene "Signals", um ihre Fähigkeiten und Qualifikationen für Arbeitgeber sichtbar zu machen. Dies können beispielsweise Bildungsabschlüsse, Arbeitserfahrung oder Empfehlungsschreiben sein. Durch die Übermittlung dieser "Signals" sollen Arbeitgeber dazu befähigt werden, die tatsächliche Qualität eines Bewerbers einzuschätzen, basierend auf den erhaltenen Informationen.
Das Spence-Modell argumentiert weiterhin, dass sich hochqualifizierte Bewerber dazu neigen, teurere oder aufwändigere "Signals" zu senden als weniger qualifizierte Bewerber, um sich von ihnen abzugrenzen. Dadurch entsteht eine "Signalisierungsspirale", bei der sich Bewerber in einem Wettbewerb um die aussagekräftigsten und überzeugendsten "Signals" befinden.
Das Spence-Modell hat wichtige Implikationen für Arbeitgeber und Arbeitsmärkte. Arbeitgeber müssen die Fähigkeit entwickeln, die verschiedenen "Signals" zu interpretieren und zu bewerten, um die besten Bewerber auszuwählen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Bewerber, sich durch aussagekräftigere "Signals" von Mitbewerbern abzuheben, um ihre Beschäftigungschancen zu verbessern.
Insgesamt ist das Spence-Modell ein bedeutender Beitrag zur Analyse von Informationsasymmetrien auf Arbeitsmärkten. Indem es aufzeigt, wie Bewerber "Signals" verwenden, um Informationen über ihre eigenen Qualifikationen bereitzustellen, erleichtert es die Selektion geeigneter Mitarbeiter und fördert eine effizientere Zuordnung von Arbeitskräften zu Arbeitsplätzen.

