Zweiter Nachkaufalarm: Continental AG (WKN 543900)
Update

Zweiter Nachkaufalarm: Continental AG (WKN 543900)

1Was ist passiert?

Der Continental-Aktienkurs seit 2007. In der Finanzkrise stand die Continental AG kurz vor der Pleite. Damals war das Unternehmen sehr hoch verschuldet, weil es eine große Übernahme gestemmt hat. Direkt danach startete die Finanzkrise. Doch Continental blieb profitabel und konnte mit einem zügigen Umsatz- und Gewinnwachstum seine Schulden schnell abbauen. Bereits 2014 stieg der Aktienkurs auf fast 180 EUR, seitdem schwankt die Aktie seitwärts. Bildquelle: Ariva.de

Von August 2017 bis Januar 2018 kletterte der Aktienkurs von 190 EUR auf bis zu 250 EUR und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Seitdem geht es mit dem Aktienkurs bergab. Bis Juni sank der Aktienkurs langsam auf 220 EUR. Ende Juni folgte ein erster stärkerer Kursrutsch und der erste Nachkaufalarm zu Continental wurde ausgelöst. Seitdem hat sich die Talfahrt des Aktienkurses beschleunigt. Aktuell steht der Aktienkurs bei 156 EUR. Damit hat die Aktie innerhalb weniger Monate fast 40% abgegeben. Bildquelle: Ariva.de

2Darum ist der Kurs gefallen

Continental ist einer der größten und erfolgreichsten Automobilzulieferer der Welt. Die Automobilbranche steht vor dem größten Wandel, den es je gegeben hat.

  • In wenigen Jahren werden Elektroautos den großen Durchbruch erleben. Alle großen Hersteller arbeiten bereits an vollelektrischen Volumenmodellen. Das bedeutet auch: Die von Continental hergestellten Teile für Verbrennungsmotoren werden schon bald nicht mehr so stark nachgefragt werden wie noch heute.

  • Die Automobilhersteller wird es deutlich stärker treffen. Continental ist ein breit diversifizierter Zulieferer. Rund die Hälfte des Gewinnes entspringt dem Reifengeschäft. Auch E-Autos benötigen Reifen. Tesla ist ein großer Kunde. Reifen, aber auch Teile des Fahrwerks stammen von Continental. Trotzdem wird Continental von der Umstellung erwischt werden. Die großen deutschen Hersteller versuchen mit aller Gewalt, die Kosten für die Zulieferer nach unten zu drücken, um so die teuren Neuentwicklungen im elektrischen Bereich finanzieren zu können. Das belastet die Gewinnmarge von Continental.

  • Neben der nach wie vor anhaltenden Dieselkrise bei Daimler und VW bereiten möglicherweise aufkommende Zölle große Sorgen. Nahezu alle Autohersteller produzieren ihre jeweiligen Modelle an wenigen Standorten und exportieren sie von dort aus in die weite Welt. Sollte es tatsächlich zu einer Reihe von dauerhaften und hohen Zöllen für exportierte Autos kommen, so wird das die Preise von Neufahrzeugen in vielen Ländern deutlich in die Höhe treiben. Die Autohersteller würden wohl einmal mehr versuchen, den aufkommenden Preisdruck an die Zulieferer wie Continental weiterzugeben.

  • In den nächsten Jahren steht die Einführung des autonomen Autos an. Das autonome Auto wird die Automobilbranche radikal verändern. Sobald Autos fahrerlos fahren können, können sie viel besser geteilt werden. Jeder Autobesitzer eines solchen Autos könnte sein Auto für sich arbeiten lassen, wenn man es selbst gerade nicht braucht. Dann würde das Auto als Robotertaxi Geld für den Besitzer einspielen. Viel weniger Menschen müssten sich ein eigenes Auto anschaffen. Die Nachfrage nach konventionellen Autos könnte dauerhaft deutlich nachlassen. Große Gewinner wären hingegen die Hersteller und Zulieferer der autonomen Autos.

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