The Great Inflation: wie professionelle Investoren von hoher Inflation und steigenden Zinsen profitieren
Aktienanalyse

The Great Inflation: wie professionelle Investoren von hoher Inflation und steigenden Zinsen profitieren

Die deutsche Inflation liegt bei 7,3 %. Im März 2022 erlebt Deutschland die höchste Inflation seit über 40 Jahren mit 7,3 % Verteuerung zu 2021. Die Coronakrise, die Lieferkrise und der Ukraine-Krieg schocken viele Unternehmen. Die Preise für Güter steigen und kennen bisher keine Pause. Besonders an der Tankstelle oder beim Heizen merken wir es.

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  • Die deutsche Inflation liegt bei 7,3 %. Im März 2022 erlebt Deutschland die höchste Inflation seit über 40 Jahren mit 7,3 % Verteuerung zu 2021. Die Coronakrise, die Lieferkrise und der Ukraine-Krieg schocken viele Unternehmen. Die Preise für Güter steigen und kennen bisher keine Pause. Besonders an der Tankstelle oder beim Heizen merken wir es.

  • Die Zentralbanken müssen reagieren. Inflation ist nichts Schlechtes, aber in diesem Ausmaß schon. Unsere Wirtschaft wird durch die hohe Inflation bedroht. Sparer verlieren an Vermögen und wir könnten in eine Inflationsspirale geraten. Deshalb reagieren die Zentralbanken weltweit mit Zinserhöhungen, um die Nachfrage nach Gütern zu bremsen.

  • Einige Aktien könnten in dieser Phase verlieren, aber es gibt andere Investments. Inflation macht besonders Wachstumsaktien unattraktiv. Deshalb straucheln einige Aktien. Aber wir als Privatanleger können auf verschiedene Weise reagieren, um uns wetterfest gegen die Inflation zu machen. In diesem Artikel erfährst du, wie du auf hohe Inflation reagieren kannst.

In den letzten Monaten gibt es ein Thema, das alle Medien dominiert: Inflation. Normalerweise hört man in den allgemeinen Medien wenig über Inflation, aber seitdem die Preise in den letzten Jahren dramatisch angestiegen sind, kennt jeder den Begriff. Im Finanzbereich ist uns die Inflation aber sowieso bekannt. Denn die Inflation ist einer der wichtigen Gründe, warum wir in Aktien investieren und unser Geld nicht einfach auf dem Sparbuch liegen lassen oder unter der Matratze sparen. Geld verliert über die Zeit seinen Wert und das messen wir mit der Inflation. Ganz korrekt muss man aber eigentlich sagen, dass Geld nicht seinen Wert verliert, sondern alles um uns herum teurer wird. Deshalb nennt man die Inflation manchmal auch Teuerungsrate. Dazu mal ein ganz einfaches Beispiel:

Es ist 2002, du hast 3 Euro und liebst Eis. Bei deiner Lieblingseisdiele kostet die Kugel Eis 0,75 Euro. Das heißt, du kannst 4 Kugeln Eis mit deinem Geld kaufen.

20 Jahre später gehst du zu derselben Eisdiele und hast wieder 3 Euro dabei. Aber die Kugel Eis kostet mittlerweile 1,50 Euro. Du bekommst nur noch 2 Kugeln Eis für dasselbe Geld. Dein Geld hat also weniger Kaufkraft als zuvor. Damit du dir heute wieder 4 Kugeln Eis kaufen kannst, musst du 6 Euro ausgeben.

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Die wichtigste Frage ist, woher kommt die Inflation? Darüber kann man grundsätzlich ganze Bücher schreiben. Ein Hauptgrund für Inflation sind die 2 Wirtschaftsgruppen Unternehmen und Haushalte. Beide Wirtschaftsgruppen wollen sich kontinuierlich verbessern. Unternehmen wollen ihre Gewinne steigern und die Haushalte wollen ihr Einkommen verbessern, um mehr konsumieren zu können. Häufig ist es so, dass die Unternehmen mit den Gewinnsteigerungen anfangen. Sie heben ihre Produktpreise kontinuierlich an, um jedes Jahr mehr Gewinn zu machen oder sie verkaufen eine kleinere Menge für denselben Preis. Wenn die Unternehmen mehr Gewinne machen, dann verlangen die Haushalte irgendwann auch mehr Gehalt. Ihr Leben wird immer teurer und sie wollen ihren Konsum erhöhen. Das führt dazu, dass langfristig die Löhne und Gehälter wieder steigen und die Preissteigerungen ausgleichen.

Damit man Inflation zeigen kann, muss man sie auch berechnen. Denn nicht jedes Produkt ist im gleichen Maße teurer geworden. Zum Beispiel sind Fernseher viele Jahre lang eher günstiger geworden. Die Nachfrage nach Fernsehern war irgendwann gesättigt und die Preise sind gesunken. Eiskugeln sind dagegen von Jahr zu Jahr immer teurer geworden. Es gibt verschiedene Inflationen und damit man über eine allgemeine Inflation reden kann, berechnen die Länder auf dieser Welt die Inflation mit sogenannten Preisindizes. Das heißt, sie verfolgen, wie sich ein bestimmter Warenkorb über die Zeit preislich verändert. Für Deutschland ist zum Beispiel der Verbraucherpreisindex das relevante Maß, um die Inflation für Haushalte zu berechnen. Es gibt aber für die Wirtschaft auch mehrere Preisindizes, um die Inflation in bestimmten Branchen zu verfolgen.

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1Wir brauchen Inflation — aber nur ein bisschen

Man könnte jetzt denken, dass 0 % Inflation am besten ist oder vielleicht sogar -1 % Inflation (sogenannte Deflation). Wer will eigentlich, dass sein Geld weniger wert wird? Trotzdem hat die Europäische Zentralbank (EZB) das Ziel, die Inflation bei 2 % zu halten. Das hat auch einen guten Grund:

Deflation ≤ 0 %: Diese Situation ist gefährlich für eine Gesellschaft. Denn sie führt dazu, dass Unternehmen und Bürger ihre Investitionen und Konsum aufschieben. Stell dir vor, du willst ein neues iPhone haben. Du kannst das neue iPhone 13 Pro für 1.000 Euro kaufen, aber du weißt, dass bald das neue iPhone 14 Pro vorgestellt wird. Das iPhone 13 Pro wird dann vermutlich im Preis gesenkt. Deshalb warten die meisten Leute lieber, um günstiger an das iPhone zu kommen. Die Deflation führt dazu, dass der Konsum einfriert. Je mehr Leute ihren Konsum aufschieben, umso wahrscheinlicher kommt es zu einer Wirtschaftskrise.

Leichte Inflation von ungefähr 1 % bis 2 %: Sie führt zu einem stetigen Konsum. Jeder merkt, dass alles langfristig teurer wird. Zu viel Sparen lohnt sich also nicht. Deshalb geben wir das Geld lieber früher als später aus. Das ist das Niveau, wo eine Wirtschaft stabil wächst und deshalb verfolgt zum Beispiel die EZB ein 2 %-Ziel.

Hohe Inflation: Diese Inflation ist genauso schädlich wie Deflation. Denn die Leute fangen an zu hamstern. Stell dir vor, du weißt, dass das iPhone bald 2.000 Euro kosten wird. Du versuchst, so schnell wie möglich eins zu kaufen. Du wirst immer direkt dein Geld ausgeben und so wenig wie möglich sparen. Du wirst nicht die einzige Person sein, die sich so verhält. Alle Menschen fangen an zu hamstern und wollen ihr Geld so schnell wie möglich loswerden. Das Vertrauen in die Währung verschwindet und die Inflation verstärkt sich selbst. Dadurch ist kein normales Wirtschaften mehr möglich. Durch die schwankenden Preise werden auch viele Unternehmen in die Insolvenz rutschen, weil sie ihre Produkte nicht mehr profitabel produzieren können.

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