Meta Crash Report: Schwache Prognose, Gewinne schrumpfen, Aktie stürzt um 23 % ab — bleibt Meta kaufenswert?
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Meta Crash Report: Schwache Prognose, Gewinne schrumpfen, Aktie stürzt um 23 % ab — bleibt Meta kaufenswert?

Was ist passiert? Meta meldet schwache Quartalszahlen und eine enttäuschende Prognose für das erste Quartal 2022. Facebook selbst meldet den ersten Nutzerrückgang in der Geschichte und gleichzeitig schießen die Kosten für den Bau des Metaverse in die Höhe. Die Aktie verliert 23 %.

  • Was ist passiert? Meta meldet schwache Quartalszahlen und eine enttäuschende Prognose für das erste Quartal 2022. Facebook selbst meldet den ersten Nutzerrückgang in der Geschichte und gleichzeitig schießen die Kosten für den Bau des Metaverse in die Höhe. Die Aktie verliert 23 %.

  • Warum ist es passiert? Konkurrenten wie TikTok intensivieren den Wettbewerb um die Freizeit der Nutzer. Gleichzeitig wird Werbung auf Facebook & Co. ineffektiver durch die neuen iOS-Updates. Neue Formate wie Reels sorgen außerdem für eine schlechtere Monetarisierung der Plattform.

  • Wie muss man jetzt handeln? Wir haben unsere zukünftigen Erwartungen an die etwas schlechteren Aussichten angepasst. Meta wird aktuell mit einem KGV von unter 20 gehandelt. Ob die Aktie also kaufenswert bleibt, erfährst du in diesem Update.

1Was ist passiert?

1.1Vor einem Jahr wurde die Meta-Aktie von uns als kaufenswert eingestuft

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Vor etwa einem Jahr gaben wir zuletzt ein Update zu der Meta-Aktie. Wir stuften sie als klar kaufenswert ein, trotz ein paar Problemen. Denn uns hat das einmalige Chance-Risiko-Verhältnis bei Meta überzeugt. Sie sind die klare #1 für soziale Medien, wachsen weiterhin kräftig und wirtschaften äußerst rentabel. Dafür mussten Investoren schon damals nur das 25fache der Gewinne bezahlen. Hier könnt ihr euch das ganze Update noch einmal in Ruhe durchlesen.

Meta ist das Nummer-1-Unternehmen für soziale Medien auf der Welt. Fast 3 Mrd. Menschen nutzen mindestens einmal im Monat einen Dienst von Meta. Denn das Unternehmen vereint direkt drei Plattformen, die jeweils über eine Milliarde monatliche Nutzer haben:

  1. Facebook & Messenger. Das größte soziale Medium, um die Inhalte seines Lebens zu teilen. Die Zielgruppe sind Leute jeden Alters, wobei die Plattform besonders bei älteren Generationen in den letzten Jahren sehr beliebt wurde.

  2. Instagram. Ein soziales Medium mit Fokus auf Bilder und Videos. Die Zielgruppe sind eher jüngere Nutzer. 70 % der Instagram-Nutzer sind unter 35 Jahre alt.

  3. WhatsApp. Die Standard-App für Textnachrichten. WhatsApp hat keinen Fokus auf bestimmte Zielgruppen, sondern versucht den gesamten Markt zu erreichen. Die App ist kostenlos und werbefrei. Jedoch experimentiert Meta zum Beispiel mit einer digitalen Zahlungsoption.

Durch diese soziale Macht hat Meta einen unglaublich großen Netzwerkeffekt. Denn nur wer diese Apps nutzt, ist erreichbar. Metas Dienste wachsen deshalb hauptsächlich ohne zusätzliche Werbung. Die Nutzer ziehen sich gegenseitig an. Wenn ich zum Beispiel ein StudiVZ-Konto hätte, wäre ich auf einer leeren Plattform. Ich hätte keine Freunde zum Anschreiben und Erinnerungen teilen. Deshalb ist Facebook praktisch unkopierbar. Niemand wird nochmals ein identisches Netzwerk aufbauen, weil es zu aufwendig ist. Trotzdem läuft nicht alles rund bei Meta.

1.2Regulierer sorgen bei Meta für Probleme

Was CEO Mark Zuckerberg vermutlich am meisten zusetzt, ist der ständige Stress mit Regulierern. Diese verhindern neue Übernahmen und brummen Meta hohe Strafen auf. Außerdem zwingen sie den Konzern, mehr gegen "Hate-Speech" und andere Inhalte vorzugehen. Das sorgt für steigende Ausgaben und senkt die Gewinnmarge. Außerdem wird Meta in der Entwicklung gebremst. Bei jedem neuen Produkt müssen sie sich Sorgen machen, dass sie "zu mächtig" werden könnten.

▲ Meta hat den mächtigsten Kontrahenten auf der Welt gegen sich. Die Regierung der USA und auch die europäischen Regierungen sehen in Meta eine Gefahr für Marktwirtschaft, Datenschutz und Meinungsfreiheit. Für Meta wird dies in Zukunft höhere Investitionen in die Qualität ihrer Plattformen bedeuten.
▲ Meta hat den mächtigsten Kontrahenten auf der Welt gegen sich. Die Regierung der USA und auch die europäischen Regierungen sehen in Meta eine Gefahr für Marktwirtschaft, Datenschutz und Meinungsfreiheit. Für Meta wird dies in Zukunft höhere Investitionen in die Qualität ihrer Plattformen bedeuten.

1.3Meta erzielt 9 / 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore

Trotz aller Probleme bleibt Meta ein Qualitätsunternehmen. Das Unternehmen ist eine wahre Cash-Cow und weiß gar nicht wohin mit dem Geld. Aktuell liegen noch etwa 50 Mrd. USD auf der Bank. Große Übernahmen werden aus regulatorischen Gründen schwierig. Es muss also an Aktionäre ausgeschüttet oder reinvestiert werden. Bisher hat Meta Geld nur in Form von Aktienrückkäufen an Aktionäre ausgeschüttet. Im vierten Quartal wurden Aktien im Wert von 20 Milliarden USD zurückgekauft.

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2Am 02.02.2022 ist die Meta-Aktie um 23 % gefallen

Am 02.02.2022 veröffentlichte Meta die Zahlen für das vierte Quartal und gab eine Prognose für das erste Quartal 2022. Drei Aspekte sorgten für eine besonders unangenehme Überraschung:

  • Umsatzwachstum und Nutzerwachstum enttäuschen. Das erste Mal in der Geschichte von Facebook ging die Zahl der täglich aktiven Nutzer runter. Von 1,930 Milliarden im dritten Quartal auf 1,929 im vierten. Dramatisch sieht anders aus, aber für ein Wachstumsunternehmen ist das kein gutes Zeichen. In allen Apps zusammen konnten etwa 10 Millionen neue Nutzer im gleichen Zeitraum gewonnen werden. Doch für Enttäuschung sorgte eine schwache Prognose für das erste Quartal. Hier rechnet Meta nur noch mit 3-11 % Wachstum. Das läge weit unter den bisherigen Wachstumsraten.

  • Neue Segmentstruktur legt die hohen Ausgaben für das Metaverse offen. Außerdem meldet Meta jetzt eine neue Segmentstruktur. Unter dem Segment "Reality Labs" werden alle Metaverse-Projekte zusammengefasst. Hierfür meldete Meta einen Verlust von 3,3 Mrd. USD nur im vierten Quartal. Für 2022 können Aktionäre also mit mehr als 12 Mrd. USD Verlust rechnen. Für ein Projekt, an dem viele noch zweifeln.

  • Ausgaben steigen schneller als der Umsatz und dadurch sinken die Gewinne. Doch der Auslöser für den Kursrutsch war die Kombination von beiden zusammen. Denn der operative Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr leicht und der Nettogewinn ging um 8 % zurück. Hohe Wachstumsraten sind bei Meta nicht mehr eingepreist. Doch ein Gewinnrückgang auch nicht.

3Warum ist es passiert?

3.1Konkurrenzdruck und Moonshot-Projekte sind für viele Investoren eine gefährliche Kombination

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3.2iOS Update senkt den Wert von Werbeanzeigen auf Metas Plattformen

Das neue Apple iOS Update ermöglicht es Apple-Nutzern, die Datenweitergabe an Meta & Co. zu unterbinden. Dadurch hat Meta weniger Daten zur Verfügung, um gezielte Werbung zu schalten. Hinzu kommt, dass es für Meta schwieriger wird, die Effektivität der Werbung auszuwerten. Aus diesem Grund sinkt die Zahlungsbereitschaft von Werbekunden. Laut Meta sollen diese Probleme 2022 noch zunehmen.

Meta arbeitet bereits an neuen Lösungen. Denn die Nachfrage nach gut gezielter Werbung ist enorm. Gleichzeitig ist es für Nutzer kein wirklicher Nachteil, wenn die Werbung auch für sie zielgerichteter ist. Ich persönlich sehe lieber Werbung, die für mich relevant ist, als für etwas, das ich mir nie kaufen würde. Doch noch hat Meta keinen guten Ersatz gefunden.

3.3Konkurrenzdruck zwingt Meta zu unprofitableren Formaten

Noch bedrohlicher ist die Konkurrenz. Facebook verliert mittlerweile in den USA und Kanada an Nutzern. Mittlerweile sind es 3 Millionen weniger als noch vor anderthalb Jahren. Leider erzielt Meta in diesem Markt die höchsten Umsätze pro Nutzer. Im vierten Quartal 2021 waren es 61 USD und damit mehr als das Zehnfache als in der Asien- und Pazifikregion.

Zuckerberg berichtete selbst über eine verstärkte Konkurrenz über die Freizeit der Nutzer. Viele der jüngeren Generation nutzen mittlerweile mehr TikTok als Instagram. Meta investiert deswegen verstärkt in das "Reels"-Format. Das sind kurze Videos, mit denen TikTok so erfolgreich geworden ist. Das Problem ist, dass sich diese Formate schlechter monetarisieren lassen. Wenn Nutzer durch ihren Feed scrollen, kann man problemlos Werbung dazwischenschalten. Bei 15-30 Sekunden Videoclips wäre eine Werbeunterbrechung tödlich.

Doch Zuckerberg sieht das nur als kurzfristiges Problem. Denn bei der Einführung von "Stories" gab es das gleiche Problem, doch Meta fand Wege, um auch dieses Format erfolgreich zu monetarisieren. Doch erstmal will Meta daran arbeiten, die Reels erfolgreicher zu machen. Erst dann werden sie besser monetarisiert.

3.4Unerwartet hohe Kosten für Metaverse

Gefährlich wird sinkendes Umsatzwachstum, wenn das Kostenwachstum nicht ebenfalls sinkt. Genau hier liegt das Problem bei Meta. Während der Umsatz um 20 % zulegte, stiegen die Ausgaben um 38 %. Kostentreiber waren Investitionen im "Reality Lab"-Segment. In diesem Segment bündelt Meta die Geschäftstätigkeiten, die das Metaverse bauen sollen. Doch bisher hat es Meta noch nicht geschafft, Investoren völlig von der Vision zu überzeugen.

Ehrlich gesagt, sind auch wir skeptisch gegenüber den Plänen. Ein Erfolg hier war bisher auch nie eingepreist. Doch mittlerweile wandelt sich das Projekt von einem kleinen "Moonshot"-Versuch zu einem gigantischen Investitionsprogramm, das 2022 voraussichtlich 12-15 Milliarden USD verschlingen wird.

Das Sahnehäubchen zum Schluss ist noch ein sprunghafter Anstieg der Steuerrate. Die sprang von 14 % im Vorjahreszeitraum auf 19 % im letzten Quartal. Das ist nicht wirklich besorgniserregend, aber verschlechterte den Nettogewinn zusätzlich.

4Wie muss man jetzt handeln?

4.1Die Meta-Aktie bleibt kaufenswert

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Die Quartalszahlen von Meta waren enttäuschend. Zwar konnten sie unsere Schätzungen von 2021 deutlich überbieten, aber das zukünftige Wachstum fällt geringer aus, als wir angenommen haben. 2022 soll der Gewinn sogar geringer ausfallen als 2021. Das besorgt Aktionäre. Wir haben deshalb unser DCF- und FMV-Modell angepasst.

Wir gehen davon aus, dass Meta weiter wachsen wird, aber etwas langsamer, als vorerst angenommen. Die Monetarisierung der Reels dauert seine Zeit und bis dahin könnte der Umsatz pro Nutzer sogar sinken. Deshalb haben wir diese Annahmen etwas reduziert. Der steigende Konkurrenzdruck wird auch langfristig zu etwas geringeren Margen führen.

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