
FactSet Aktie und Aktienanalyse: Der krisenresistente Finanzdatenanbieter kombiniert Wachstum, Burggraben und Profitabilität
Ein Datenriese im Schatten der Finanzmärkte. Dieses Unternehmen liefert Finanzprofis weltweit die entscheidenden Informationen, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. Als führender Anbieter von Finanzdaten hat FactSet seinen Anteil an diesem Markt kontinuierlich ausgebaut. Doch wie positioniert sich FactSet in einem zunehmend digitalisierten und wettbewerbsintensiven Umfeld? In dieser Analyse beleuchten wir das Geschäftsmodell, die Branchenspezifika, die Konkurrenzlandschaft sowie die Chancen und Risiken, die sich für Investoren ergeben. Zudem geben wir einen Ausblick auf unsere Renditeerwartung.
FactSet Aktie und Aktie und Aktienanalyse
- Hauptsitz
- Vereinigte Staaten von Amerika
- Sektor
- Finanzen
- Industrie
- Finanzbörsen & Daten
- Kurs
- 383,00 EUR
- Marktkapitalisierung
- 15,45 Mrd. EUR
- Umsatzwachstum Ø5 Jahre
- 7,76 %
- Gewinnwachstum Ø5 Jahre
- 5,82 %
- Gewinnmarge
- 23,55 %
- KGVe
- 24,0
- KGV Ø10 Jahre
- 25,0
- Free Cashflow Rendite
- 3,93 %
- Dividendenrendite
- 0,95 %
- Datum
- 13.09.2024

Daten sind das neue Öl und FactSet ist eine der wichtigsten Raffinerien in der Finanzwelt. Das Unternehmen versorgt Investoren mit einer Fülle an Informationen und Finanzdaten, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden können. Sie sind die Grundlage für hochkomplexe Modelle, die Risiken bewerten, Renditen prognostizieren und neue Geschäftsmöglichkeiten aufdecken. Der Besitz und die Verarbeitung von Finanzdaten sind daher zu einem der wertvollsten Vermögenswerte geworden.
FactSet hat sich als äußerst krisenresistent erwiesen. Bereits seit 44 Jahren steigert FactSet seinen Umsatz jedes Jahr ohne Unterbrechung auch über schwere globale Finanzkrisen (2000/2001 & 2008/2009) hinweg. Die Finanzindustrie ist auf verlässliche und aktuelle Daten angewiesen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen bleibt dieser Bedarf bestehen. FactSets Geschäftsmodell, das auf der Bereitstellung essenzieller Finanzinformationen basiert, macht das Unternehmen zu einem unverzichtbaren Partner für viele Marktteilnehmer.
Auch interessant für Dividendeninvestoren.FactSet ist ein verlässlicher Dividendenzahler, der seine vierteljährlichen Ausschüttungen in den vergangenen 24 Jahren kontinuierlich gesteigert hat, oft mit beachtlichen Zuwächsen. Die Dividende wuchs von 0,07 USD im Jahr 2000 auf inzwischen 4,04 USD. In diesem Zeitraum verzeichnete FactSet ein durchschnittliches jährliches Dividendenwachstum von beeindruckenden 18,40 %. In den letzten fünf Jahren lag die durchschnittliche Wachstumsrate immer noch bei soliden 7,90 %. Nach der jüngsten Erhöhung um rund 6 % erhalten Aktionäre nun 4,04 USD pro Aktie jährlich, was bei einem Aktienkurs von etwa 415 USD einer Dividendenrendite von 0,97 % entspricht.
1FactSet Geschäftsmodell
1.1Unternehmensgeschichte
- 1978Gründung: FactSet wurde 1978 von Howard Wille und Chuck Snyder gegründet, die sich bereits 1970 bei der Investmentbank Faulkner, Dawkins & Sullivan in New York kennengelernt hatten. Ihre Zusammenarbeit begann in einer Zeit, als Computer noch gigantische Mainframes waren, die mehrere Räume füllten und zu hohen Kosten nur für Großunternehmen und Investmentbanken verfügbar waren. Die Gründungsidee Die Gründer erkannten früh ein zentrales Problem in der Finanzwelt: Daten waren schwer zugänglich und oft unstrukturiert. Investmentbanker mussten auf unübersichtliche Datenbanken und uneinheitliche Geschäftsberichte zurückgreifen. Abfragen dauerten Stunden, und es war häufig notwendig, Daten manuell zu verarbeiten und zu strukturieren, bevor die eigentliche Analyse beginnen konnte. Dies führte zu ineffizienten Prozessen und einem hohen Aufwand. Der technologische Wandel Die beiden Gründer erkannten aber auch den technologischen Trend, der sich durch die aufkommende Verbreitung von Computern abzeichnete. Sie sahen das Potenzial, Finanzdaten schneller und effizienter zu übertragen und zu verarbeiten. Zum Zeitpunkt der Gründung waren Computer jedoch noch selten, und die meisten Informationen wurden auf Papier verbreitet. So begann auch FactSet: In den Anfangsjahren lieferte das Unternehmen seine wöchentlichen Aktienanalysen in Papierform per Fahrrad an Investmentbanken in New York aus. Das erste Produkt bestand aus vierseitigen Berichten, die im Abo-Modell verkauft wurden. FactSet revolutionierte die Finanzbranche, indem es nicht nur den Zugang zu Finanzdaten erleichterte, sondern auch den Prozess der Datenverarbeitung und -analyse grundlegend beschleunigte.
- 1982Digitalisierung der Finanzdaten: Während die beiden Gründer die ersten Jahre nur zu zweit an den FactSet Analysen in Papierform gearbeitet haben, war es ab 1982 erstmals möglich auf die Aktienanalysen und Datenbanken erstmals per Internet zuzugreifen, was zu der Zeit eine echte Revolution war. Das gab es bisher noch nie. Das hat enorme Kosteneinsparungen mit sich gebracht und die Nutzung für die Kunden enorm vereinfacht: Daten und Analysen konnten direkt in Word oder Excel geladen werden. Ganz ohne Papier.
- 1988Der erste Aktienscreener: Die nächste Revolution kam rund sechs Jahre später: Erstmals konnten Analysten über einen Aktienscreener nach Aktien filtern (z.B., nur Aktien mit KGV <10 und Gewinnwachstum in den letzten 10 Jahren). Der Kundenfokus lag jedoch von Anfang an ganz klar nur auf den größten Investmentbanken und Vermögensverwalter in den USA.
- 1996Börsengang: Weniger Jahre später erfolgte der Börsengang an der New York Stock Exchange, der FactSet Zugang zu neuen Finanzierungsquellen verschaffte und das Wachstum weiter beschleunigte. Durch die Expansion in internationale Märkte und der kontinuierliche Ausbau der Produktpalette wurde FactSet zu einem globalen Unternehmen.
- 2008Akquisition historischer Fundamentaldaten: FactSet schließt mit dem Konkurrenten Thomson Reuters einen der bedeutendsten Verträge in der Firmengeschichte ab. Für einmalig 63 Millionen USD erwirbt FactSet das Herzstück von Reuters – die historischen fundamentalen Aktienkennzahlen von mehr als 80.000 Unternehmen weltweit. Dieser Schritt macht FactSet zu einem ernstzunehmenden Mitbewerber von Branchengrößen wie Bloomberg, Reuters und S&P Global. Durch den Kauf muss FactSet die Daten nicht länger im Abo beziehen und teurer weiterverkaufen. Stattdessen besitzt das Unternehmen nun die wertvollsten Finanzkennzahlen der Welt: Fundamentaldaten der letzten 50 Jahre von über 80.000 Aktien. Dies bietet einen enormen Mehrwert, da FactSet endlich die volle Kontrolle über seine Daten, die Kostenstruktur und das Geschäftsmodell hat. Warum hat Thomson Reuters einem scheinbar „schlechten“ Deal von nur 63 Millionen USD zugestimmt, obwohl sie denselben Betrag jährlich hätten verdienen können? Der Grund liegt in einer Auflage der US-amerikanischen Kartellbehörde. Nach dem Zusammenschluss von Thomson und Reuters im Jahr 2008 wurde das Unternehmen gezwungen, die fundamentalen Aktienkennzahlen entweder zu verkaufen oder in ein separates Unternehmen auszugliedern, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.
- 2009FactSet Fundamentals: Nach der Übernahme der historischen fundamentalen Aktienkennzahlen vom Konkurrenten Thomas Reuters führte FactSet eine neue Plattform mit Zugang zu über 800 Datenbanken ein. Diese Entwicklung treibt den Absatz von FactSet kräftig voran und ermöglicht es dem Unternehmen, die Konkurrenz von Bloomberg, Reuters und S&P Global sowohl preislich als auch in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit und Service zu unterbieten. Bisher dominierte ein Duopol aus Bloomberg und Reuters den Markt für langfristige fundamentale Aktienkennzahlen, was zu einer Art stillschweigender Übereinkunft führte: Beide Unternehmen vermieden es, sich gegenseitig preislich zu unterbieten, und verkauften ihre teuren Abonnements, die bei 2.500 EUR pro Monat starteten. FactSet änderte dieses Marktgefüge erstmalig.
- 2015Die Übernahme von Portware durch FactSet im Jahr 2015 war ein bedeutender Schritt in der Finanztechnologiebranche. Beide Unternehmen waren bereits etablierte Akteure in ihren jeweiligen Segmenten, und die Fusion brachte eine Reihe von Synergien und neuen Möglichkeiten mit sich. FactSet konnte seine Marktposition als führender Anbieter von Finanzdaten und -analysen weiter ausbauen. Die Kombination der beiden Unternehmen ermöglichte es, ein umfassenderes Angebot für institutionelle Anleger bereitzustellen, da Portware neue Technologien und Kompetenzen in das Unternehmen brachte, insbesondere im Bereich der Datenvisualisierung und der Benutzeroberfläche.
- 2019Etablierter Datenanbieter: Die Ausweitung der cloudbasierten Lösungen und das rasante Umsatz- und Gewinnwachstum, vor allem in den letzten 10 Jahren, haben auch zu einem starken Anstieg des Aktienkurses geführt. FactSet wurde von Banken, Beratern und Investoren als seriöser und etablierter Datenanbieter wahrgenommen. Außerdem reagierte FactSet auf den Trend der zunehmenden Bedeutung von ESG-Daten und -Analysen und erweiterte sein Angebot um entsprechende Produkte und Dienstleistungen. Der Umsatz steigt Jahr für Jahr unnachgiebig seit 38 Jahren. Hinweg durch alle Krisen. Ein klares Zeichen für die Krisenresistenz und den Burggraben des Unternehmens, die trotz einer globalen Pandemie bis heute anhält und wir sind noch nicht am Ende einer spannenden Wachstumsstory.

1.2Mission von FactSet
FactSet hilft der Finanzwelt, mehr zu sehen, größer zu denken und besser zu arbeiten. Unsere digitale Plattform und unsere Unternehmenslösungen stellen Finanzdaten, Analysen und offene Technologien für mehr als 8.000 Kunden weltweit bereit, darunter über 208.000 individuelle Nutzer.
FactSet hilft den besten Anlageexperten der Welt, globalen Markttrends immer einen Schritt voraus zu sein. Buy- und Sell-Side-Kunden, Vermögensverwalter, Private-Equity-Firmen und Unternehmen erzielen mit den umfassenden und vernetzten Inhalten von FactSet, den flexiblen Workflow-Lösungen der nächsten Generation und dem kundenorientierten, spezialisierten Support jeden Tag bessere Ergebnisse.
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