Anstieg der Verbraucherpreise im Oktober um 2,6 Prozent stabilisiert Erwartungen, dass die Fed im Dezember die Zinsen senken wird.
Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im Oktober im Jahresvergleich um 2,6 Prozent und zeigten damit eine leichte Beschleunigung gegenüber dem Vormonat. Die Oktober-Zahlen, die exakt den Prognosen von Ökonomen entsprachen, verstärken die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihre Zinssenkungen im Dezember fortsetzt. Gleichzeitig könnte der Anstieg eine Diskussion darüber anstoßen, ob die Fed das Tempo der Zinssenkungen Anfang nächsten Jahres verlangsamen sollte.
Der Kernindex, der volatile Kategorien wie Energie und Lebensmittel ausklammert, stieg um 3,3 Prozent. Die Märkte nahmen den Bericht positiv auf: Investoren erhöhten ihre Wetten auf eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt im Dezember auf rund 80 Prozent. Dies könnte darauf hindeuten, dass Anleger hoffen, Spannungen zwischen dem designierten Präsidenten Donald Trump und der Fed zu vermeiden, die in seiner ersten Amtszeit oft Druck in Richtung niedriger Zinsen erlebte.
Das positive Signal von stabilisierenden Verbraucherpreisen wird durch solide Konsumausgaben und einen stabilen Arbeitsmarkt gestützt. Zuletzt hatte sich der Preisanstieg verlangsamt, seit Biden 2021 das Amt antrat, und die Inflation, die unter seiner Präsidentschaft stark anstieg, bleibt ein zentrales Thema der Wähler.
Der Gesamtanstieg der Inflation spiegelt auch saisonale Faktoren wider. Beispielsweise stiegen die Preise für Gebrauchtwagen um 2,7 Prozent und die Flugpreise um 3,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, was den Preisanstieg ebenfalls beeinflusste. Dem gegenüber blieben die Energiepreise im Monatsvergleich unverändert, da die fallenden Benzinpreise durch Preiserhöhungen bei Strom und Erdgas ausgeglichen wurden.
Obwohl die Inflation insgesamt auf einem absteigenden Trend zu bleiben scheint – im Juni 2022 erreichte sie einen Höchststand von 9,1 Prozent – beobachtet die Fed weiterhin Schwankungen. Fed-Chef Jerome Powell betonte in der letzten Pressekonferenz, dass die Zentralbank auf plötzliche Inflationsspitzen vorbereitet sei, auch wenn diese eher als „Nachholeffekte“ früherer Preissteigerungen zu werten seien.
Der aktuelle Bericht über die Inflation könnte die Fed dazu bewegen, das Tempo weiterer Zinssenkungen zu überdenken.



