
Michael C. Jakob
Gründer, AlleAktien
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[caption id="attachment_9935" align="aligncenter" width="500"] In dieser Aktienanalyse werden die drei führenden börsennotierten Fitnessstudio-Betreiber-Unternehmen analysiert. Das Ziel: Die Aktie mit dem höchsten Potential und den geringsten Risiken herauszufiltern.[/caption]

| Aktienanalyse Planet Fitness | |
| WKN | A14U2K |
| Preis | 67 USD |
| Ausstehende Aktien | 97,4 Mio. |
| Marktkapitalisierung | 6.525 Mio. USD |
| Nettoverschuldung | 880 Mio. USD |
| Enterprise Value | 7.405 Mio. USD |
| Datum | 21.03.2019 |
| Free Cash Flow-Rendite | 2,3% |
| Aktienanalyse Basic-Fit | |
| WKN | A2AJXD |
| Preis | 29 EUR |
| Ausstehende Aktien | 54,7 Mio. |
| Marktkapitalisierung | 1.590 Mio. EUR |
| Nettoverschuldung | 330 Mio. EUR |
| Enterprise Value | 1.920 Mio. EUR |
| Datum | 21.03.2019 |
| Free Cash Flow-Rendite | -2,6% |
| Aktienanalyse The Gym Group | |
| WKN | A143NH |
| Preis | 2,20 GBP |
| Ausstehende Aktien | 135 Mio. |
| Marktkapitalisierung | 297 Mio. GBP |
| Nettoverschuldung | 46 Mio. GBP |
| Enterprise Value | 343 Mio. GBP |
| Datum | 21.03.2019 |
| Free Cash Flow-Rendite | 3,0% |
Immer mehr Menschen melden sich in einem Fitnessstudio an. Das Gesundheitsbewusstsein wächst. Der regelmäßige Besuch eines Fitnessstudios führt zu großen Vorteilen: Das Risiko für "Zivilisationskrankheiten" sinkt ab. Wer regelmäßig Sport treibt, lebt länger und bleibt länger gesund. Die körperliche Attraktivität wird gesteigert. Das hilft bei der Selbstdarstellung in den sozialen Medien.
Weitere Treiber des Wachstums sind schnell gefunden: Immer mehr Menschen ziehen in Städte. Dort gibt es wenig Platz für Fußballflächen, Tennisplätze etc. Außerdem kann der Besuch des Fitnessstudios flexibel erfolgen - viele Menschen stören sich an den festgeschriebenen Trainingszeiten in klassischen Sportvereinen.
Als Folge dieser Entwicklungen wächst die Fitnessbranche kräftig. In den USA sind bereits mehr als 20% der Bevölkerung Mitglied eines Fitnessstudios.
Das Betreiben von Fitnessstudios kann hochlukrativ sein: Sobald die Mitgliederanzahl in einem Studio die Kosten für Miete, Geräte und Personal abdeckt, führt jedes zusätzliche Mitglied zu einer enormen Gewinnsteigerung.
Nahezu der gesamte Umsatz eines Neumitgliedes fällt als zusätzlicher Gewinn an - denn das Neumitglied erhöht zwar den Umsatz, nicht aber die Kosten. Das bedeutet für die Aktionäre: Langfristig sind enorm hohe Gewinnmargen zu erwarten.
Trotz dieser besonders attraktiven Kombination aus anhaltendem Wachstum, hohen Gewinnmargen und wiederkehrenden, planbaren Umsätzen durch Abomodelle haben sich erst wenige Investoren über passende Investitionsmöglichkeiten informiert. Wir ändern das in dieser Aktienanalyse und zeigen dir auf, wie du am besten vom Fitness-Trend profitieren kannst. In dieser Analyse:
Wie lange wird das Wachstum anhalten?
Welcher Sektor innerhalb der Branche wächst am stärksten?
Welche börsennotierten Betreiber von Fitnessstudios gibt es?
Welcher Anbieter ist am besten positioniert, verspricht das höchste Gewinnpotential?
Ermittlung des fairen Wertes der drei führenden Anbieter
Analyse der besten Aktie: Das ist mein persönlicher Favorit
[insert_sections_overview sections="Geschäftsmodell,Bewertung,Risiken,Fazit, Die Community-Meinung"]
[embed_audio file="https://r2.alleaktien.com/wp-content/uploads/2019/03/034-AlleAktien-Aktienanalyse-2019-03-Fitness.mp3" title="Große Fitnessstudio-Betreiber-Analyse vorlesen lassen" subtitle="Vorgelesen von Jonathan" ]
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[expandable_start title="So gelange ich an relevante Informationen"]
Diese Analyse startet anders. Oftmals werde ich gefragt, wie ich an die relevanten Informationen gelange. Darauf möchte ich dir gerne eine Antwort geben.
Zuallererst möchte ich ein Geschäftsmodell immer als Kunde verstehen. Das ist mir diesmal leichtgefallen, da ich bereits seit längerer Zeit Mitglied eines Fitnessstudios bin. Ich versetze mich also immer in die Lage des Kunden und versuche zu verstehen, was besonders relevant ist.
Dann prüfe ich, wie sich die Bedürfnisse in Zukunft ändern werden - und welches Unternehmen innerhalb der Branche die besten Lösungen anbietet.
Darauf folgt die aufwendige Analyse der einzelnen Unternehmen: Ich lese mir jede Woche über tausend Seiten in den Geschäftsberichten durch. Höre mir die Investoren-Calls mit dem Vorstand an. Notiere mir alle Auffälligkeiten und Fragen. Recherchiere so lange, bis ich das Geschäftsmodell perfekt verstanden habe.
Wenn noch Fragen offen bleiben, kontaktiere ich die Investor Relations-Abteilungen der jeweiligen Unternehmen.
[caption id="attachment_9942" align="aligncenter" width="800"] Ein Beispiel aus dieser Woche: Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass das Umsatzwachstum auf bestehender Fläche bei der amerikanischen Kette Planet Fitness viel höher ist als bei Basic-Fit. Also habe ich Basic-Fit angeschrieben. Und eine Menge dazugelernt.[/caption]
Außerdem spreche ich regelmäßig mit Branchen-Experten. Dank der steigenden Beliebtheit von AlleAktien konnte ich bereits ein breites Netzwerk aufbauen. Diese Woche habe ich beispielsweise mit Daniel Loidl, dem Gründer und Inhaber des Power & Fitness Center Regensburg, einem Fitnessstudio in Regensburg, telefoniert.
[caption id="attachment_9921" align="aligncenter" width="500"] Fitnessstudio-Inhaber, Personal Trainer und Influencer Daniel Loidl.[/caption]
Daniel war so nett und hat mir seine Eindrücke aus der Branchenentwicklung geschildert. Meine Fragen beantwortet. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Übrigens: Wenn du dich auf einem speziellen Gebiet gut auskennst, kannst du mir gerne eine kurze Mail an jonathan@alleaktien.de schicken. Dann nehme ich dich in meine Datenbank auf und kontaktiere dich, wenn ich auf dein Expertenwissen angewiesen bin.
Sobald ich ein Geschäftsmodell vollständig verstanden habe, folgt die quantitative Analyse. Dann durchwühle ich die Geschäftsberichte der letzten 20-30 Jahre, suche alle relevanten Kennzahlen heraus und forme daraus unsere bekannten Grafiken (z.B. den AlleAktien Qualitätsscore).
Anschließend schreibe ich die Analyse, nehme den Podcast auf, lasse die Analyse von unserem Lektor Thomas korrigieren.
Durch dieses äußerst aufwendige Verfahren können wir zwar nur eine Analyse pro Woche anfertigen, diese hat es dann aber so richtig in sich. Verschafft dir einen enorm hilfreichen und tiefen Einblick, sodass du bessere und informiertere Anlageentscheidungen treffen kannst.
Unser Ziel ist und bleibt: Dich zu einem erfolgreichen Aktionär zu machen. Darauf sind alle unsere Tätigkeiten ausgelegt.
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[expandable_start title="Kurze Geschichte des Kraftsports"]
Kurze Geschichte des Kraftsports
Die Anfänge des Kraftsports sind wohl schon tausende Jahre alt. Die Ägypter, aber auch Griechen haben ihre Stärke unter anderem im Steinheben bewiesen.
[caption id="attachment_9939" align="alignright" width="499"] Professionelle Bodybuilder präsentieren ihren Körper. Anfangs waren Fitnessstudios vor allem für Bodybuilder gedacht. Im Laufe der Jahre wurden zusätzliche Bereiche für Ausdauersportler (Laufbänder, Fahrräder etc.) ergänzt. Neuerdings sind auch Yoga-Bereiche und Gruppenräume für gemeinsame Workouts in (fast) jedem Fitnessstudio verfügbar.[/caption]
Ab den 1950er-Jahren setzte mit der Verbreitung des Fernsehers und der Kinos ein erster Boom ein. Einzelne Schauspieler zeigten ihren besonders gut trainierten Körper in Filmausschnitten und wurden dadurch bekannt und berühmt. Ein gut trainierter Körper zieht die Blicke des anderen Geschlechts auf sich - entsprechend hoch war die Motivation vieler junger Männer, ebenfalls mit dem Bodybuilding zu starten.
Bekannte Schauspieler wie Arnold Schwarzenegger sorgten in den 1980er-Jahren dann für die nächste, größere Welle. Das Bodybuilding, also das gezielte Formen des eigenen Körpers durch spezielle Übungen, eine bewusste Lebensweise und eine darauf abgestimmte Ernährung, wurde zunehmend beliebter.
In den letzten 10 Jahren ist die Beliebtheit des Kraftsports dann explosionsartig angestiegen. Der Großteil der Bevölkerung ist in sozialen Medien unterwegs und hat dort ein Profil erstellt. In den sozialen Medien liegt der Fokus auf der Darstellung des eigenen Körpers. Mode- und Lifestyleblogger sowie Influencer haben praktisch gar keine Wahl mehr: Von ihnen wird quasi erwartet, dass sie einen durchtrainierten Körper haben. Viele der Fans nehmen sich den Körper ihrer "Stars" zum Vorbild und beginnen selbst mit dem Kraftsport.
Befördert wird diese Entwicklung hin zum Breitensport von vielen Faktoren:
Übergewicht: Die meisten Arbeitsplätze beanspruchen den Körper nicht mehr. Körperliche Aktivität ist aber notwendig, um Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes etc. zu vermeiden
Flexibilität: Sportvereine "zwingen" die Mitglieder dazu, zu einer festen Zeit zum Training zu erscheinen. Gerade in Großstädten bevorzugen viele Menschen die Freiheit, dann Sport machen zu können, wenn es für sie optimal passt
Demografie: Die Lebenserwartung steigt und steigt. Mit zunehmendem Alter baut der Körper Knochen und Muskeln ab. Der regelmäßige Besuch eines Fitnessstudios wirkt dem entgegen. Immer mehr ältere Menschen werden Mitglied
Verstädterung: Immer mehr Menschen leben in großen Städten. Dort gibt es gar nicht das Platzangebot für Fußball, Tennis und andere klassische Sportarten
Die Folge: In den USA haben sich bereits mehr als 60 Mio. Menschen, bzw. 20% der Bevölkerung, in einem Fitnessstudio angemeldet. In allen anderen großen Ländern ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten.
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[expandable_start title="Branchenanalyse: Immer mehr Menschen melden sich im Fitnessstudio an"]
Aufgrund der eben beschriebenen Faktoren melden sich immer mehr Menschen in Fitnessstudios an.
[caption id="attachment_9920" align="aligncenter" width="802"] In den USA, Schweden und Norwegen haben sich bereits mehr als 20% der Bevölkerung in einem Fitnessstudio angemeldet. In Europa hinkt die Entwicklung etwas hinterher, umso größer ist das verbliebene Wachstumspotential. Bildquelle: Basic-Fit Geschäftsbericht 2018.[/caption]
Billig-Ketten werden immer beliebter, verbuchen das gesamte Wachstum für sich
Werfen wir nun einen Blick auf die Mitgliederentwicklung im deutschen Markt.
[caption id="attachment_9932" align="aligncenter" width="600"] Bildquelle: Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen.[/caption]
2018 haben sich bereits mehr als 11 Mio. Deutsche in einem Fitnessstudio angemeldet. Damit ist Kraftsport beliebter als Fußballsport geworden und zum #1-Sport der Deutschen aufgestiegen.
Das Wachstum verläuft sehr konstant: Jährlich steigt die Zahl der Mitglieder um ca. 5% an. Besonders interessant: Die "Billig-Ketten" wie McFit sind für das gesamte Wachstum verantwortlich, in diesem Segment liegt das Wachstum bei ca. 10% pro Jahr.
Dieser Trend ist weltweit zu beobachten und verschafft den Billig-Anbietern einen enormen Rückenwind. Weltweit haben sich derzeit knapp 200 Mio. Menschen in einem Fitnessstudio angemeldet, etwa 3% der Bevölkerung.
Relevante Kriterien bei der Wahl des Fitnessstudios:
Entfernung: 5 Minuten Fahrt sind schon viel, maximal 12 Minuten sind zumutbar. Wer Fitnessstudios regelmäßig besucht, wählt ein Studio mit kurzem Weg
Preis: Je günstiger, desto besser. Zumal Ketten wie Planet Fitness, McFit, Basic-Fit, The Gym Group meistens ebenso hochwertige Trainingsgeräte zur Verfügung stellen
Service- und Betreuungsbedarf: Gerade Anfänger suchen oftmals nach einer Anleitung bzw. einem Personal Trainer
Unterm Strich vollzieht sich in der Branche ein starker Wandel. Die Premium-Anbieter mit persönlicher Betreuung erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit. Einzelne Studios im mittleren Preissegment sterben dagegen aus. Billig-Ketten saugen alle neuen Mitglieder auf und wachsen besonders stark. Die Branche ist noch kaum konsolidiert. Ketten haben große Skalenvorteile, übernehmen zunehmend kleinere Ketten bzw. lokale Studios.
Branchenanalyse nach Porter
An dieser Stelle führen wir nun ein wiederkehrendes Format ein. Die Branchenanalyse nach Porter.
Seit vielen Jahrzehnten beschäftigt sich der US-Professor Michael Porter mit dem Wettbewerbsgedanken. Seine Überzeugung ist: Profitable Unternehmen erfüllen Kundenwünsche, ohne dabei unnötige Ressourcen zu verschwenden.
Porter glaubt: Die Performance eines Unternehmens ist das Resultat aus zwei Faktoren:
Performance der Industrie: Den Five Forces, die alle Unterschiede in der Profitabilität verschiedener Industrien erklären
Performance des Unternehmens: Der Strategie eines Unternehmens, die die relative Profitabilität im Vergleich zur Industrie/Branche erklärt
Doch der Reihe nach: Beginnen wir nun mit seinem Five Forces-Modell: Dieses Modell ermöglicht die systematische Analyse der Profitabilität einer Branche. Der Grundgedanke ist immer derselbe:
Die Wettbewerber begrenzen die Profitabilität eines Unternehmens.Je intensiver der Wettbewerb in einer Branche ausgeprägt ist, desto geringer die Profitabilität.

Porters Five Forces in der Fitnessindustrie
Hinweis: Je mehr Punkte wir in der Spalte "Stärke" vergeben, desto intensiver ist der Wettbewerb ausgeprägt. 1 Punkt bedeutet kein Wettbewerb, 10 Punkte bedeuten maximalen Wettbewerb.
| Wettbewerbskraft | Einschätzung | Stärke |
| Existierende Konkurrenz | Hoch. In den meisten Städten gibt es viele verschiedene Anbieter von Studios. Der Wettbewerb erfolgt primär über die Lage und den Preis der Studios. Billig-Ketten wie Planet Fitness, McFit, Basic-Fit und The Gym Group sind im Vorteil. Sie erzielen durch ihre Größe Skaleneffekte, können so die lokalen Wettbewerber unterbieten. | 7/10 |
| Potentielle Konkurrenz | Gering. Es gibt bereits viele Wettbewerber im Markt. Die Branche reift heran, konsolidiert. Die größten Anbieter wachsen besonders schnell, tätigen Übernahmen. Neue Anbieter werden es schwer haben, da die Mitglieder schon unter den großen Anbietern aufgeteilt worden sind. Diese haben sich die Top-Lagen gesichert und erzielen Kostenvorteile, an die neue Anbieter nicht herankommen. | 4/10 |
| Ersatzprodukte | Gering. Mir fallen zwei Ersatzprodukte ein. Erstens: Mit dem Sport aufhören. Daran glaube ich nicht so richtig: Unser Körper ist dafür gebaut, bewegt zu werden. Ansonsten werden sich Zivilisationskrankheiten noch weiter ausbreiten. Zweitens: Auf andere Sportarten ausweichen. Doch gerade Yoga & Co. werden auch in Fitness-Studios angeboten. Ich halte das Risiko für begrenzt. | 3/10 |
| Macht der Lieferanten | Gering. Es gibt viele verschiedene Anbieter von Equipment bzw. Geräten. | 2/10 |
| Macht der Abnehmer | Gering. Die großen Ketten haben hunderttausende Kunden, jeder einzelne Kunde ist in einer schwachen Verhandlungsposition. | 2/10 |
Fazit zur Branchenanalyse: Wettbewerbskräfte eher schwach ausgeprägt - rentable Branche
Die größte Wettbewerbskraft geht von den Ketten untereinander aus. Diese eröffnen immer mehr Studios, befinden sich alle auf starkem Expansionskurs. In Deutschland ist McFit sehr präsent, in Großbritannien The Gym Group, in den BeNeLux-Staaten und Frankreich ist Basic-Fit der Marktführer, in den USA ist es Planet Fitness. Bisher beschränken sich diese Ketten auf ihre Bestandsmärkte. McFit hat aber bspw. schon angekündigt, nun auch nach Frankreich expandieren zu wollen.
Die gute Nachricht: Im britischen Markt kämpfen mit PureGym (ca. 35% Marktanteil) und The Gym Group (ca. 25% Marktanteil) bereits seit vielen Jahren zwei große Ketten um die Kunden. Trotzdem ist die Profitabilität im britischen Markt nicht geringer.
Das liegt auch daran, dass alle großen Anbieter strenge Standortkriterien definiert haben. Wenn sich an einem gewissen Standort schon ein Fitnessstudio der Konkurrenz befindet, ist es wirtschaftlicher, mit der Neueröffnung auf einen anderen Standort auszuweichen.
Insgesamt traue ich der Branche zu, ihre Profitabilität aufrechterhalten zu können. Die großen Billig-Ketten können noch über viele Jahre hinweg alle neuen Mitglieder aufsaugen und von den etablierten, kleineren und etwas teureren Anbietern Mitglieder abwerben.
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[expandable_start title="Geschäftsmodell der Fitnessstudio-Betreiber in der Detailanalyse"]
Geschäftsmodell verständlich erklärt
Das Geschäftsmodell ist äußerst simpel. Die Betreiber mieten ca. 1.000-2.000 qm Immobilienfläche in gut gelegenen städtischen Gebieten an. Dann werden auf dieser Fläche Trainingsgeräte installiert. Umkleideräume mit Duschen werden errichtet.
Die Mitglieder schließen ein Abo ab und dürfen dafür so oft erscheinen, wie sie möchten. Die größten Kosten sind:
Mietkosten, diese machen ca. 25-30% des Umsatzes aus
Personalkosten, diese machen ca. 20-25% des Umsatzes aus
Abschreibungen auf das Equipment: Diese machen ca. 5-10% des Umsatzes aus
Somit verbleiben bei den großen Billig-Ketten 35% bis 50% des Umsatzes als operativer Gewinn. Ein extrem hoher Wert. Dieser steht im krassen Gegensatz zu den ausgewiesenen operativen Gewinnmargen von Basic-Fit und The Gym Group. Woran liegt das?
Am starken Wachstum der Unternehmen. Es dauert nämlich rund zwei Jahre, bis ein Fitnessstudio die volle Mitgliederanzahl erreicht. In der Anlaufphase fallen bereits alle Kosten an (Miete, Personal, Abschreibungen), zusätzlich sogar noch Marketingkosten.
[caption id="attachment_9919" align="aligncenter" width="601"] Typische Mitgliederentwicklung eines Fitnessstudios nach Eröffnung. In den ersten Monaten wird Geld verbrannt, dann wird das Studio ab dem dritten Monat rentabel und erwirtschaftet einen positiven Cashflow. Bildquelle: Basic-Fit Investor Presentation, 2016.[/caption]
Da bspw. die europäische Kette Basic-Fit extrem stark expandiert, befindet sich die Hälfte ihrer Fitnessstudios noch in der wenig rentablen Anlaufphase. Kennzahlen wie das KGV etc. sind aufgrund des starken Wachstums also nicht zu gebrauchen - denn je stärker eine Kette wächst, desto geringer die AKTUELLE Gewinnmarge.
Überblick über die 4 führenden Betreiber von Fitness-Studios
Nun haben wir bereits die Entwicklung der Fitness-Industrie und das Wachstumspotential sowie die Wettbewerbskräfte analysiert. Damit wird es höchste Zeit, zu prüfen, mit welchen Aktien man als Investor von diesem Trend profitieren kann.
Bisher gibt es kaum börsennotierte Anbieter. Doch immerhin: Außerhalb von Japan konnte ich dank der Bloomberg-Recherche von Christian W. Röhl 4 Anbieter ausfindig machen, die ich einem kurzen Check unterzogen habe:
[caption id="attachment_9933" align="aligncenter" width="2500"] Überblick: Die vier börsennotierten Fitnessstudio-Betreiber im Vergleich. Die drei ersten Anbieter werde ich im Detail für dich analysieren. Sie sind alle im besonders profitablen und wachstumsstarken Billig-Segment aktiv.[/caption]
Das vierte Unternehmen, Town Sports International, sortiere ich hingegen an dieser Stelle aus. Folgende Gründe haben mich skeptisch gemacht:
Falsches Segment: Das Unternehmen hat sich auf das mittlere Preissegment spezialisiert. Dieses ist wenig profitabel, wächst nicht. Dem Unternehmen gehen Mitglieder verloren, weil sie zur günstigeren Konkurrenz wechseln. Gegenüber den Billig-Anbietern ist der Service kaum besser, die Kosten aber viel höher. So betreibt das Unternehmen u.a. auch Schwimmbäder und Tennisplätze. Diese verursachen besonders hohe Mietkosten, bei gleichzeitig geringer Kapazität
Alte Studios: Viele Studios sind sehr alt. Müssten eigentlich renoviert werden. Das Unternehmen hat aber kein Kapital dafür
Hohe Verschuldung: Die Verschuldung ist rund doppelt so hoch wie die Marktkapitalisierung. Die Geräte sind größtenteils geleast, nicht im Besitz des Unternehmens. Das erhöht die laufenden Kosten. Viele Studios hätten eine Renovierung nötig - das kann sich das Unternehmen aber nicht leisten
Fehlende Skaleneffekte: Town Sports International ist ein sehr kleiner Anbieter, verstreut über verschiedene amerikanische Städte. Die Marke ist den meisten Amerikanern unbekannt
Fehlende Profitabilität: Obwohl das Unternehmen keine neuen Studios eröffnet, ist es nicht profitabel. Ein Ausdruck der schlechten Positionierung im Wettbewerbsvergleich
Riskante Finanzierung: 2020 läuft der Kredit aus. Dann wird es spannend: Bekommt das Unternehmen eine Refinanzierung hin?
Unterm Strich gibt es enorme Risiken. Ich sehe kaum Chancen. Aufgrund des schlechten Chance-Risiko-Verhältnisses werde ich nur die verbleibenden drei Anbieter im Detail untersuchen. Dies geschieht im folgenden, zweiten Kapitel dieser Analyse.
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