Aktienanalyse Fresenius: Ist die große Erfolgsgeschichte auch nach dem 25 %-Rücksetzer noch intakt?
0.1
| Aktienanalyse Fresenius SE & Co. KGaA | |
| WKN | 578560 |
| Preis | 60 EUR |
| Ausstehende Aktien | 550 Mio. |
| Marktkapitalisierung | 33'000 Mio. EUR |
| Nettoverschuldung | 19'500 Mio. EUR |
| Enterprise Value | 52'500 Mio. EUR |
| Datum | 04.12.2017 |
1Aktienanalyse Fresenius
Fresenius ist ein großes Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen und betreibt zahlreiche Privatkliniken in Europa.
Fresenius profitiert vom demografischen Wandel und steigendem Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung.
Umsätze und Gewinne steigen wie an einer Schnur stetig an. Nach dem 25 %-Rücksetzer ist die Bewertung auf ein moderates KGV 2017e von 18 gefallen.
Auf diesem Kursniveau dürfte ein Investment in Fresenius eine langfristig zweistellige Rendite mit sich bringen-und das bei überschaubaren Risiken.
Als Gründe für den möglichen Kursrückgang sehe ich fehlende kurzfristige Kurstreiber-nach den zahlreichen Übernahmen der letzten Monate ist das Unternehmen nun in eine vorübergehende Konsolidierungsphase eingetreten.
Die Analyse ist in 4 Teile strukturiert:
Geschäftsmodell
Bewertung
Risiken
Fazit
2Geschäftsmodell Aktienanalyse Fresenius
Fresenius ist ein im deutschen Leitindex DAX notiertes Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen und hat sein Geschäft auf vier Sparten aufgeteilt. Insgesamt wurde 2016 ein Umsatz von 29.083 Mio. EUR und ein operativer Gewinn (EBIT) von 4.327 Mio. EUR erwirtschaftet.
2.1Sparten
In der Sparte Fresenius Kabi entwickelt, produziert und vertreibt Fresenius intravenös zu verabreichende (also direkt in das Blut zu gebende) generische Arzneimittel. Durch den Fokus auf generische Arzneimittel muss Fresenius keine teuren Studien mit ungewissem Erfolg in Auftrag geben, sondern kopiert bestehende Medikamente der Konkurrenz nach Ablauf der Patentfristen. Fresenius Kabi ist Anbieter medizintechnischer Geräte und Produkte der Transfusionstherapie, also der Verabreichung von Blut bzw. Blutbestandteilen. Außerdem werden klinische Ernährung und Infusionstherapien hergestellt.
In dieser Sparte wurde 2016 bei einem Umsatz von 6.007 Mio. EUR ein operativer Gewinn von 1.224 Mio. EUR und damit rund 28 % des Gesamtgewinns erzielt. Damit ist die Sparte nicht nur hochprofitabel, sondern sie erscheint mir auch sehr gut diversifiziert. Die Produkte sind allesamt nichtzyklisch und werden unabhängig der konjunkturellen Lage nachgefragt.
2017 hat Fresenius für rund 4.700 Mio. USD den US-amerikanischen Arzneimittelhersteller Akorn erworben. Dieser wird nun in die Fresenius Kabi-Sparte integriert. Akorn stellt ebenfalls intravenös zu verabreichende Medikamente her. Darüber hinaus werden Cremes, Salben, Gels, Augenarzneimittel und Flüssigarzneimittel hergestellt. Mit dieser Akquisition setzt Fresenius seinen Weg fort, künftig immer mehr Generika-Medikamente und Flüssigarzneimittel selbst herzustellen. Ein Finanzanalyst hat sich kürzlich skeptisch zu der Sinnhaftigkeit des Zukaufs geäußert. Er ist sich nicht sicher, ob sich dieser Deal für Fresenius auszahlen wird.
Außerdem wurde von der ebenfalls im DAX notierten Merck KGaA das Biosimilar-Geschäft für rund 700 Mio. EUR übernommen. Biosimiliarmedikamente sind nachgebaute Medikamente im Biotechnologie-Sektor und gleichen damit Generika. Damit sind sie ebenfalls günstiger als die Originalpräparate. Ab 2020 wird ein positives EBITDA erwartet. Somit führt diese Akquisition im Gegensatz zur vorherigen nicht zu einem sofortigen Gewinnanstieg, sondern schafft langfristiges Gewinnpotential.
Beie Akquisitionen werden vollständig Cashflow- und Fremdkapital finanziert. Dadurch erhöht sich das Verschuldungsverhältnis aus Nettofinanzverschuldung (NetDEBT) zum Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen vorübergehend auf das rund 3,3-fache und damit über das langfristige Zielniveau von 2,5 bis 3,0. Die Ratingagenturen haben aufgrund der stabilen Ertragslage des Unternehmens aber bereits signalisiert, dass Fresenius sein Investment-Grade-Rating behalten wird.
Durch den hohen free cashflow des Unternehmens und dem kontinuierlichen Gewinnanstieg sollte das Verschuldungsverhältnis bis Ende nächsten Jahres wieder auf den Zielwert von unter 3 abfallen. Alleine im ersten Quartal 2017 lag das organische Umsatzwachstum von Fresenius bei beeindruckenden 7,0 %. In anderen Worten: Der Ertrag steigt zügig an-dadurch kann die Verschuldung schneller abgetragen werden und das Verhältnis von Ertrag zu Schulden sinkt wieder ab.
Kommen wir nun zur zweiten Sparte: Fresenius Medical Care. Fresenius Medical Care gehört lediglich zu 30,8 % Fresenius. Fresenius Medical Care (FMC) ist selbst im DAX notiert. Früher war FMC eine 100 %-Tochter von Fresenius. Dann hat Fresenius einen Teil der FMC-Aktien an die Börse gegeben, um Geld für die anderen Sparten einzusammeln.
FMC ist ein führender Anbieter von Produkten & Dienstleistungen bei Menschen mit chronischem Nierenversagen. In weltweit über 3.600 Dialysekliniken werden pro Quartal über 300.000 Patienten behandelt.
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