
Michael C. Jakob
Gründer, AlleAktien
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[caption id="attachment_5537" align="aligncenter" width="926"] Die Restaurantkette Vapiano ging 2017 an die Börse. Der Kurs pendelte ungefähr ein Jahr seitwärts. Seit Mai 2018 fällt er kontinuierlich. Im September 2018 folgte ein Kurssturz. Die Aktie hat sich seit dem Börsengang halbiert. Bildquelle: Ariva.de[/caption]
Im Mai 2018 habe ich eine Aktienanalyse zu Vapiano veröffentlicht. Damals schien die Welt noch in Ordnung. Vapiano ist eine italienische Restaurantkette, die sich auf frische und hochwertige Produkte der italienischen Küche spezialisiert hat, die direkt vor den Augen der Kunden zubereitet werden.
In der Aktienanalyse habe ich damals die langfristigen Chancen, aber auch die Risiken des Unternehmens herausgearbeitet. Einige der genannten Risiken sind nun eingetreten. Im Geschäftsbericht für das Jahr 2017 hat Vapiano sich für 2018 ehrgeizige Ziele gesetzt:
Der Umsatz soll 390-420 Mio. EUR erreichen.
Das Umsatzwachstum auf bestehender Fläche soll bei 1-3% liegen.
Das bereinigte EBITDA (Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern und Sondereffekten) soll bei 48-54 Mio. EUR liegen.
Am 4. September 2018veröffentlichte Vapiano überraschend eine Gewinnwarnung. Die Ziele für 2018 wurden gesenkt, gleichzeitig bekräftigte der Vorstand das Ziel, ab 2020 schwarze Zahlen schreiben zu wollen. Die neuen Ziele für 2018 lauten nun:
Einen Umsatz von 385-400 Mio. EUR zu erreichen.
Ein Umsatzwachstum auf bestehender Fläche von 0-1% zu erreichen.
Das bereinigte EBITDA soll nur noch bei 42-47 Mio. EUR liegen.
Die Jahresziele wurden ein wenig gesenkt. Am 12. September 2018 veröffentlichte Vapiano die Halbjahreszahlen und den Quartalsbericht zum zweiten Quartal. Zum Halbjahr ist Vapiano noch sehr weit von den gesenkten Zielen für 2018 entfernt. Die Zahlen waren enttäuschend.
Der Umsatz konnte um 14% auf 175 Mio. EUR gesteigert werden.
Das Umsatzwachstum auf bereinigter Fläche liegt bei -0,8%. Das gesamte Umsatzwachstum ist somit auf Neueröffnungen zurückzuführen. Diese verursachen aber hohe Anlaufkosten.
Das bereinigte EBITDA liegt mit 14,0 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 15,9 Mio. EUR. Im zweiten Halbjahr muss hier eine enorme Verbesserung erreicht werden, um die gesenkten Jahresziele noch erreichen zu können.
Im ersten Halbjahr wurde ein Verlust von 17 Mio. EUR erzielt, deutlich mehr als im Vorjahr. Selbst unter Herausrechnung von Sonderkosten, wie der Eröffnung neuer Restaurants, wurde ein Verlust von 8 Mio. EUR nach einem Verlust von einer Mio. EUR im Vorjahr erzielt.
Als Gründe für die schwache Entwicklung nennt Vapiano:
Eine sehr schlechte Entwicklung der schwedischen Restaurants.
Das anhaltend gute Wetter, weshalb weniger Gäste die Geschäfte des Unternehmens besucht hätten.
Die Fußball-WM, die ebenfalls zu weniger Besuchen geführt haben soll.
Im Halbjahresbericht verkündete das Unternehmen, sich voll auf Schweden zu konzentrieren und hier ab 2019 eine deutliche Verbesserung erreichen zu wollen. Die Effekte Wetter und WM können bereits in den nächsten beiden Quartalen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Verbessern sich die Zahlen des Unternehmens in den nächsten 2-3 Quartalen wieder, handelte es sich hier wohl tatsächlich um einmalige Effekte. So richtig abnehmen möchte ich das aber nicht, denn schließlich hatte Vapiano schon mehrere heiße Sommer und Fußballereignisse erlebt. Das hätte man in die Jahresprognose für 2018 einkalkulieren können.
Das geringe Umsatzwachstum auf bestehender Fläche ist auch deshalb enttäuschend, weil das Unternehmen derzeit immer mehr Restaurants an das Delivery- und Take-Away-Konzept anschließt und daher eigentlich zusätzliche Umsätze pro Restaurant erzielen müsste.
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