
Michael C. Jakob
Gründer, AlleAktien
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[caption id="attachment_3997" align="aligncenter" width="801"] Der Aktienkurs der Deutschen Lufthansa AG bewegte sich von 2008 bis 2017 unter heftigen Schwankungen seitwärts in einem Bereich von 8 EUR bis 20 EUR. Ein harter Konkurrenzkampf, hohe und steigende Lohnkosten und äußere Abhängigkeiten (Konjunkturkrisen, Seuchen, Vulkanausbrüche, Flugzeugabstürze, Streiks) verhinderten eine Wertsteigerung für die Aktionäre der Lufthansa AG. Ende 2016 begann dann ein massiver Aufwärtstrend, der den Aktienkurs innerhalb eines Jahres von 9 EUR auf über 30 EUR beförderte. Bildquelle: Ariva.de[/caption]
[caption id="attachment_3998" align="aligncenter" width="800"] Auf dem Einjahreschart ist ein Teil des starken Aufwärtstrends aus dem Jahr 2017 zu sehen. Mit dem Wechsel in das neue Jahr 2018 setzte ein neuer Abwärtstrend ein. Seitdem ist der Aktienkurs um fast 30% auf einen Wert von knapp über 22 EUR zurückgefallen. Bildquelle: Ariva.de[/caption]
Der Gesamtmarkt hat sich in diesem Zeitraum nicht besonders stark verändert. Unternehmenseigene Meldungen sind wohl der Grund für den Kursrückgang.
Auslöser der jahrelangen Seitwärtsbewegung der Lufthansa AG war eine fehlende Ertragsperspektive des Unternehmens. Der immer größer werdende Wettbewerb durch Billigfluggesellschaften setzte der Lufthansa AG gerade auf der Kurz- und Mittelstrecke zu.
Die Deutsche Lufthansa hat auf den harten Konkurrenzkampf mit der Gründung und dem zügigen Ausbau einer eigenen Billigfluggesellschaft reagiert. Unter dem Namen Eurowings bietet die Lufthansa AG ein stetig steigendes Angebot an günstigen Flügen an.
Am 15. August 2017 ist die zweitgrößte deutsche Airline, Air Berlin in die Insolvenz gerutscht. Die Lufthansa reagierte sofort und sicherte den Flugbetrieb der Airline.
Am 10. Oktober 2017 hat die Lufthansa bekanntgegeben, einen fünfjährigen Vertrag mit den gewerkschaftlich organisierten Piloten abgeschlossen zu haben. Dieser sorgt nicht nur für eine lange streikfreie Zeit, er beinhaltet auch kostensenkende Maßnahmen und eine Entlastung bei den Pensionsverbindlichkeiten.
Am 13. Oktober 2017 hat die Lufthansa AG einen Kaufvertrag über Teile der insolventen Air Berlin unterzeichnet. Damit konnten Jobs gesichert werden und die Passagiere konnten weiterhin Flüge buchen. Durch die Übernahme der Air Berlin stieg der Marktanteil der Lufthansa AG im europäischen Flugmarkt deutlich an.
Am 16. Oktober 2017 gab die Lufthansa AG dann auch noch ein Sanierungskonzept für die ebenfalls insolvente italienische Fluggesellschaft Alitalia bekannt. Mit diesen Aktionen dürfte das Konzept der Lufthansa AG bekannt geworden sein: Den harten Konkurrenzkampf durch einen steigenden Marktanteil auszugleichen. Je größer die Lufthansa wird, desto eher kommt sie in eine wettbewerbsfähige Position.
Am 8. Mai 2018 informierte der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa AG, Carsten Spohr, die Aktionäre über die Entwicklung des Geschäftsjahres 2017. In der Meldung der Lufthansa AG heißt es: "Der Umsatz der Lufthansa Group ist 2017 um 12,4 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro gestiegen. Auch das bereinigte EBIT ist um rund 70 Prozent auf annähernd drei Milliarden Euro gestiegen. So wurde eine Marge von 8,4 Prozent erreicht. Basis dieser Steigerung der Profitabilität war, neben einer hohen Nachfrage und einer positiven Preisentwicklung, dass es dem Konzern erneut gelungen ist seine Stückkosten – bereinigt um Sondereffekte – weiter um 1,8 Prozent zu senken. Trotz gestiegener Investitionen wurde der Free Cash Flow auf 2,3 Milliarden Euro nahezu verdoppelt.
„2017 war das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Lufthansa. Zum dritten Mal in Folge ein Rekordergebnis. Wir haben mit Abstand das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt“, sagt Carsten Spohr."
Der Kursrückgang in 2018 dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich derzeit nicht alle Aktionäre sicher sind, ob die aktuelle Ertragslage dauerhaft aufrechterhalten werden kann. Ein massiv steigender Ölpreis dürfte ab 2019 zu deutlichen Kostensteigerungen durch eine höhere Tankrechnung für Flugzeugkerosion führen. Der Wettbewerber Ryanair hat im Sommer 2018 den zweiten Teil der insolventen Air Berlin, Laudamotion, übernommen und greift mit Kampfpreisen an. Die Lufthansa AG hat ihrerseits bereits auf diese Entwicklung reagiert und erwägt nun, auch noch den norwegischen Wettbewerber Norwegian zu übernehmen.
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