
Michael C. Jakob
Gründer, AlleAktien
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[caption id="attachment_4130" align="aligncenter" width="801"] Der Aktienkursverlauf der Daimler AG seit 2007. Langfristige Anleger konnten kaum Kursgewinne erzielen. Die Aktie schwankt seit den 1980er-Jahren in Bereichen um 40-60 EUR. Die Finanzkrise 2008/2009 hat das Unternehmen schwer getroffen. Es wurde ein Milliardenverlust produziert. Zwischen 2013 und 2015 hat sich die Aktie dann, getragen von Rekordabsätzen und einer beispiellosen "Modelloffensive", mehr als verdoppelt. Mit Beginn des "Dieselskandals" bei VW ging es auch mit Daimler bergab. Bildquelle: Ariva.de[/caption]
[caption id="attachment_4131" align="aligncenter" width="800"] Der Einjahreschart der Daimler AG schaut nicht viel besser aus. Die Aktie legte bis Januar 2018, getragen von weiteren Rekordabsätzen und einem steigenden Gesamtmarkt, zu. Seit Januar 2018 hat die Aktie aber rund 24% verloren. Der Kursverfall bis Mai 2018 lässt sich wohl mit generell sinkenden Aktienkursen vieler Aktien begründen. Seit Mai 2018 hat sich der Kursverfall der Daimler AG aber weiter beschleunigt, während der Gesamtmarkt relativ stabil geblieben ist. Doch warum? Bildquelle: Ariva.de[/caption]
Unternehmenseigene Meldungen sind der Grund für den Kursrückgang.
Im Mai und im Juni 2018 wurde der Daimler-Chef Dieter Zetsche gleich doppelt nach Berlin bestellt, um Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU über einen möglichen Abgasskandal bei Daimler zu berichten. Dieser sorgt sich angesichts des fortschreitenden Diesel-Skandals um die Zukunft der deutschen Autobauer. „Es geht um das Sein oder Nichtsein der deutschen Automobilbranche für die nächsten Jahrzehnte“, sagte Scheuer der WirtschaftsWoche. Er habe zuletzt seinem Ärger Luft machen müssen, „weil es um sehr viele Arbeitsplätze geht“, sagte Scheuer weiter über seine Gespräche mit Daimler-Chef Dieter Zetsche, so die WirtschaftsWoche.
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat in den Daimler-Fahrzeugen bei Untersuchungen mehrere unzulässige Abschalteinrichtungen in der Motorsteuerung entdeckt. Die Folge: Die Abgasreinigung auf der Straße funktioniert nicht mehr.
Die WirtschaftsWoche schreibt weiter: "Scheuer hatte gesagt, er habe das KBA angewiesen, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich nachzugehen. „Ich erwarte, dass Mercedes seinen Kunden gegenüber Klarheit schafft.“ Die Auswirkungen könnten deutlich größer sein als der Rückruf von 4900 Transportern."
Im Juni 2018 hat der US-Präsident Donald Trump dann seine Forderungen wiederholt, die deutschen Autobauer im US-Markt stärker besteuern zu wollen.
Am 20. Juni 2018 legte Daimler dann selbst nach: Daimler hat eine Gewinnwarnung ausgegeben. Daimler rechnet in 2018 nun mit einem niedrigeren Gewinn als im Vorjahr.
Als Gründe führt Daimler auf:
1) Bei "Mercedes-Benz Cars ist aus heutiger Sicht aufgrund der erhöhten Einfuhrtarife für US- Fahrzeuge in den chinesischen Markt von geringeren als bisher erwarteten SUV-Absätzen sowie höheren – nicht vollständig an die Kunden weiterzugebenden – Kosten auszugehen".
Im Klartext: Daimler produziert in den USA viele SUVs, die nach China exportiert werden. Nun bekommen sie Trumps Zölle und Chinas Gegenmaßnahmen zu spüren.
2) "Maßgeblich ist weiter, dass in der zweiten Jahreshälfte im Zusammenhang mit dem Zertifizierungsprozess nach dem neuen Standard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) mit Belastungen zu rechnen ist".
Übersetzt: Da die Abgasvorschriften für Verbrenner immer strenger werden, steigen die Kosten für Verbrenner immer weiter an. In 2019 werden die Emissionsvorschriften übrigens noch strenger. Das wird die Produktionskosten für Diesel und Benziner massiv treiben und das Gewinnpotential mit diesen Fahrzeugen reduzieren.
3) "Des Weiteren wird das Ergebnis von Mercedes-Benz Vans im Zusammenhang mit dem Rückruf von Diesel- Fahrzeugen belastet."
Bedeutet: Der Daimler-Diesel-Skandal beginnt, Löcher in die GuV zu reißen.
4) "Zudem wird das Ergebnis des Geschäftsbereichs Daimler Buses durch die rückläufige Nachfrage in Lateinamerika negativ beeinflusst."
Das halte ich jetzt für einen kleineren Effekt, Busse machen eh nur einen geringen Anteil der Umsätze aus.
"Infolgedessen geht Daimler nunmehr von folgenden Erwartungen für das EBIT im Geschäftsjahr 2018 aus."
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