Milliardenpoker in der deutschen Energiebranche: RWE wird Erzeuger, E.ON reißt Stromnetze an sich, Innogy wird filetiert
Aktienanalyse

Milliardenpoker in der deutschen Energiebranche: RWE wird Erzeuger, E.ON reißt Stromnetze an sich, Innogy wird filetiert

1Milliardenpoker in der deutschen Energiebranche

Die RWE AG und die E.ON SE haben bekanntgegeben, eine Grundsatzeinigung erzielt zu haben, wonach RWE den gesamten durch RWE gehaltenen Anteil an der Innogy SE in Höhe von 76,8 % an E.ON verkaufen soll.

Im Gegenzug soll RWE das gesamte Geschäft mit den Erneuerbaren Energien von E.ON, aber auch von Innogy erhalten. RWE fokussiert sich künftig stärker als je zuvor auf die Produktion von Strom. Außerdem erhält RWE eine Beteiligung von 16,7 % an E.ON.

Im Ergebnis wird RWE künftig in ganz Europa Strom aus Erneuerbaren Energien, Gaskraftwerken, Kohlekraftwerken und bis 2022 auch noch aus Atomkraftwerken produzieren. Außerdem wird RWE wie bisher eine Stromhandelsabteilung unterhalten und Erträge aus der Beteiligung an E.ON vereinnahmen.

E.ON übernimmt Innogy. Das Geschäft mit dem Stromvertrieb und das Geschäft mit dem Besitz und Betrieb von Stromnetzen soll in den E.ON-Konzern integriert werden. Das bisherige Geschäft mit den Erneuerbaren Energien wird hingegen an RWE abgegeben.

Im Ergebnis wird E.ON ein fokussiertes Unternehmen sein, das den Strom über Stromnetze von den Produktionsstätten zu den Verbrauchern transportieren wird und zugleich Strom an Kunden vertreiben wird.

Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy wird hingegen filetiert. E.ON wird das Geschäft mit den Stromnetzen und dem Vertrieb von Strom bei sich integrieren. Das Geschäft mit den Erneuerbaren Energien wandert zu RWE ab.

2Wieso soll dieser Milliardenpoker stattfinden?

Im Dezember 2017 hat Innogy bekanntgegeben, in 2018 einen deutlich geringeren Gewinn erwirtschaften zu wollen, als bisher bekanntgegeben. Auch in den kommenden Jahren würde der Gewinn geringer als erwartet ausfallen. Als Folge dieser Gewinnwarnung ist der Aktienkurs von Innogy innerhalb weniger Wochen massiv von über 40 EUR um rund 25 % auf zeitweise unter 30 EUR gefallen.

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