
Michael C. Jakob
Gründer, AlleAktien
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Im Gegenzug soll RWE das gesamte Geschäft mit den Erneuerbaren Energien von E.ON, aber auch von Innogy erhalten. RWE fokussiert sich künftig stärker als je zuvor auf die Produktion von Strom. Außerdem erhält RWE eine Beteiligung von 16,7 % an E.ON.
Im Ergebnis wird RWE künftig in ganz Europa Strom aus Erneuerbaren Energien, Gaskraftwerken, Kohlekraftwerken und bis 2022 auch noch aus Atomkraftwerken produzieren. Außerdem wird RWE wie bisher eine Stromhandelsabteilung unterhalten und Erträge aus der Beteiligung an E.ON vereinnahmen.
E.ON übernimmt Innogy. Das Geschäft mit dem Stromvertrieb und das Geschäft mit dem Besitz und Betrieb von Stromnetzen soll in den E.ON-Konzern integriert werden. Das bisherige Geschäft mit den Erneuerbaren Energien wird hingegen an RWE abgegeben.
Im Ergebnis wird E.ON ein fokussiertes Unternehmen sein, das den Strom über Stromnetze von den Produktionsstätten zu den Verbrauchern transportieren wird und zugleich Strom an Kunden vertreiben wird.
Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy wird hingegen filetiert. E.ON wird das Geschäft mit den Stromnetzen und dem Vertrieb von Strom bei sich integrieren. Das Geschäft mit den Erneuerbaren Energien wandert zu RWE ab.
Im Dezember 2017 hat Innogy bekanntgegeben, in 2018 einen deutlich geringeren Gewinn erwirtschaften zu wollen, als bisher bekanntgegeben. Auch in den kommenden Jahren würde der Gewinn geringer als erwartet ausfallen. Als Folge dieser Gewinnwarnung ist der Aktienkurs von Innogy innerhalb weniger Wochen massiv von über 40 EUR um rund 25 % auf zeitweise unter 30 EUR gefallen.
[caption id="attachment_2505" align="aligncenter" width="502"] Der Innogy-Aktienkurs bricht im Dezember 2017 als Folge einer Gewinnwarnung massiv ein. Quelle: boerse.ard.de[/caption]
Da Innogy eine Abspaltung von RWE ist, hält RWE derzeit 76,8 % der Aktien von Innogy und kann entsprechenden Einfluss ausüben. Das RWE-Management dürfte über die Gewinnwarnung und den Kurseinbruch sehr enttäuscht gewesen sein. Schließlich hat Innogy die zukunftsträchtigen Geschäftsbereiche der "alten" RWE erhalten. Da hatte sich das RWE-Management steigende Umsätze, Gewinne, Dividenden und natürlich auch einen steigenden Aktienkurs erwartet. Im ersten Schritt wurde der Innogy-CEO Peter Terium gefeuert. Er soll hunderte Millionen für Marketing und Digitalisierungsberater ausgegeben haben. Offensichtlich glaubt das RWE-Management nicht mehr an eine erfolgreiche eigenständige Zukunft von Innogy. Also haben sie sich wohl mit E.ON (und sicherlich auch anderen, ausländischen Energiekonzernen) zusammengesetzt und angeboten, ihren Innogy-Anteil von 76,8 % der Aktien zu verkaufen oder einzutauschen.
Mit E.ON konnte man sich nun einigen. Innogy ist in drei Geschäftsfelder tätig. Der Stromproduktion durch Erneuerbare Energien, dem Vertrieb von Strom an Privatkunden und dem Besitz und Betrieb von Stromnetzen. Damit gleichen sich die Geschäftsfelder mit denen von E.ON. Die Einigung sieht vor, dass E.ON den 76,8 %-Anteil an Innogy von RWE bekommt, RWE im Gegenzug die Stromproduktion durch Erneuerbare Energien von Innogy, aber auch von E.ON selbst. Außerdem soll RWE eine 16,7%-Beteiligung an E.ON erhalten. Innogy wird also bereits zwei Jahre nach Gründung wieder auseinanderfiletiert.
Kommt der Deal zustande, sehen die Geschäftsaktivitäten wie folgt aus:
RWE
Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien
Produktion von Strom mit Konventionen Kraftwerken (Gas, Kohle, Atom)
Stromhandel
Finanzbeteiligung an E.ON (16,7 % der Aktien)
E.ON
Betrieb und Besitz der Stromnetze
Betrieb von Strom an Privatkunden
Innogy
Wird von E.ON übernommen
Aktie dürfte vorerst weiter an der Börse notiert bleiben, es würde wohl ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen werden.
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