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Henkel Crash Report: Gewaschene Zahlen sorgen für 11 % Kurssturz — eröffnet sich eine Kaufchance?
Crash Report

Henkel Crash Report: Gewaschene Zahlen sorgen für 11 % Kurssturz — eröffnet sich eine Kaufchance?

Was ist passiert? Nach einem strategischen Update verliert die Henkel-Aktie 11 %. Neben schwachen Jahresprognosen will Henkel sein Geschäft restrukturieren und Stellen abbauen.

  • Was ist passiert? Nach einem strategischen Update verliert die Henkel-Aktie 11 %. Neben schwachen Jahresprognosen will Henkel sein Geschäft restrukturieren und Stellen abbauen.

  • Warum ist es passiert? Henkel hat mit schweren Lieferproblemen und Materialkosten zu kämpfen. Die Marken im Konsumentengeschäft sind zu schwach, um die gestiegenen Kosten weiterzugeben. Dadurch sinkt der Gewinn.

  • Wie muss man jetzt handeln? Uns gefällt der strategische Umbau und das Geschäft mit Klebstoffen bleibt ein Lichtblick. Doch die schwachen Zahlen weisen auf ein strukturelles Problem im Geschäft mit Pflegeprodukten hin. Ob der Crash jetzt eine attraktive Einstiegsgelegenheit ist, erfährst du in diesem Update.

1Was ist passiert?

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Am 24.11.2017 stuften wir Henkel als kaufenswert ein. Doch am 29.11.2020 haben wir nochmal ein ausführliches Update
veröffentlicht. Trotz der sinnvollen Restrukturierung des
Produktportfolios stuften wir die Aktie nur noch mit haltenswert ein.
Die langfristige Rendite erschien nicht attraktiv genug. Damals lag die
Aktie bei 79 Euro.

1.1Ein kurzer Überblick zu Henkel

Henkel ist ein Hersteller von verschiedenen Konsum- und
Industriegütern. Henkel produziert Klebstoffe, Waschmittel und
Körperpflegeprodukte. Zu Henkels bekanntesten Marken gehören Pritt,
LOCTITE, Persil und Schwarzkopf. Marken, die in vielen Haushalten
vorhanden sind und regelmäßig gekauft werden. Aber Henkels Klebstoffe
werden auch in der Industrie verwendet. Henkel ist Weltmarktführer für
Klebstoffe.

▲ Das Geschäft mit Klebstoffen macht für Henkel etwa die Hälfte des Umsatzes aus. Insgesamt erwirtschaftet der Konzern etwa 60 % seiner Umsätze mit Konsumenten und 40 % mit Industriekunden.
▲ Das Geschäft mit Klebstoffen macht für Henkel etwa die Hälfte des Umsatzes aus. Insgesamt erwirtschaftet der Konzern etwa 60 % seiner Umsätze mit Konsumenten und 40 % mit Industriekunden.

1.2Henkel verliert Punkte im AAQS

Noch hält Henkel 6 von 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore. Doch
die stagnierenden Umsätze und schwächelnden Gewinne haben in den letzten
Jahren Punkte gekostet.

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2Am 28.01.2021 ist die Henkel-Aktie um 11 % gefallen

Henkel veröffentlichte am 28.01. eine Pressemitteilung mit einem strategischen Update. Die wichtigsten Inhalte:

  1. Strategische Neuausrichtung. Der Konzern will
    sein Geschäft in zwei statt wie bisher drei Sparten gliedern. Dabei wird
    das Kosmetikgeschäft mit dem Reinigungs- und Waschmittelgeschäft
    zusammengelegt. Den Umbau will das Management nutzen, um Stellen
    abzubauen. Die Restrukturierung soll 2023 abgeschlossen werden.

  2. Jahresprognosen für 2022. Außerdem meldete das
    Unternehmen vorläufige Zahlen für 2021 und eine Prognose für 2022. Der
    Umsatz lag für 2021 leicht über den Erwartungen, doch die operative
    Gewinnmarge fiel enttäuschend aus. Hohe Rohstoffpreise waren der Grund.
    Auch 2022 soll die Profitabilität noch niedrig bleiben.

3Warum ist es passiert?

In unserer ersten Analyse glaubten wir an die Ziele des Managements,
die operative Marge über 17 % zu halten. Das Ziel wurde verfehlt und auf
16 % gesenkt. 2021 lag die Marge dann laut den vorläufigen Zahlen bei
13,4 %. 2022 soll sie bei 11,5 % bis 13,5 % liegen. Diese überraschende
Entwicklung hat zwei Gründe.

3.1Materialkosten explodieren

Henkel-CEO Carsten Knobel berichtet von einem bisher "nicht erlebten
Gegenwind" auf der Kostenseite. 2021 seien die Materialkosten um eine
Milliarde Euro gestiegen. Für ein Unternehmen mit 2 Mrd. Euro operativem
Gewinn in 2020 eine ernste Bedrohung. Besonders, da das Management auch
2022 mit ähnlichen Problemen rechnet.

3.2Henkel fehlt die Preissetzungsmacht, um Preiserhöhungen durchzusetzen

Eine vorläufige Rechnung zeigt: Der Umsatz stieg um 4 %. Bei der
gleichen operativen Marge des letzten Jahres hätte Henkel 2,8 Milliarden
Euro verdienen müssen. Laut vorläufigen Zahlen werden sie 2021
wahrscheinlich 2,4 Milliarden Euro operativen Gewinn erwirtschaften.
Somit ist die Kosteninflation von einer Milliarde Euro nicht komplett an
Henkel hängen geblieben. Doch grob geschätzt konnten sie nur 60 % der
Kostensteigerungen weitergeben. Die restlichen 40 %, also 400 Millionen
Euro, werden Henkel die Gewinne "weggefressen". Genau werden wir es
wissen, wenn die finalen Jahreszahlen veröffentlicht werden.

Überraschenderweise war ausgerechnet das "Beauty Care"-Geschäft am unprofitabelsten.
Hier lag die bereinigte Marge 2021 nur bei 9,5 %. Das zeigt, dass
Henkel Probleme damit hat, die höheren Kosten an Konsumenten
weiterzugeben. Denn Konkurrenten wie L'Oréal hatten ebenfalls mit
höheren Kosten zu kämpfen, konnten diese aber wesentlich besser an ihre
Kunden weitergeben.

4Wie muss man jetzt handeln?

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Aufgrund der verfehlten Ziele passen wir die Annahmen des DCF- und FMV-Modells an.
Den Umsatz passen wir an die neuesten Analystenschätzungen an. Das
langfristige Wachstum belassen wir bei 3 %. Dabei steigen unsere
Umsatzerwartungen sogar leicht, was allerdings auf die allgemeine
Inflation zurückzuführen ist. Die Änderungen beim Umsatz sind nur
marginal und haben keinen Einfluss auf die Bewertung.

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