
Große Ferrari Aktienanalyse: Der Luxus-Marktführer hat das Beste noch vor sich
Ferrari – ein Name, der für Prestige, Geschwindigkeit und unvergleichliche Handwerkskunst steht. Doch hinter dem ikonischen Pferd verbirgt sich weit mehr als nur eine Luxusmarke. In dieser Analyse tauchen wir tief in das Geschäftsmodell und die Erfolgsformel des italienischen Sportwagenherstellers ein. Wir beleuchten den Wettbewerb und vergleichen Ferrari mit der deutschen Automobilbranche, analysieren die beeindruckenden "Supersport"-Kennzahlen der Aktie und stellen die Chancen und Risiken gegenüber. Abschließend geben wir eine aktuelle Einschätzung zur Renditeerwartung und zeigen auf, warum Ferrari für Investoren weiterhin spannend bleibt.
Große Ferrari Kennzahlen
- Hauptsitz
- Amsterdam, Niederlande
- Sektor
- Zyklische Konsumgüter
- Industrie
- Automobilhersteller
- Kurs
- 427,90 EUR
- Marktkapitalisierung
- 76,54 Mrd. EUR
- Umsatzwachstum Ø5 Jahre
- 11,79 %
- Gewinnwachstum Ø5 Jahre
- 10,68 %
- Gewinnmarge
- 20,97 %
- KGVe
- 50,3
- KGV Ø10 Jahre
- 37,0
- Free Cashflow Rendite
- 1,78 %
- Datum
- 27.09.2024
Ferrari auf der Überholspur. Obwohl 2022 bereits ein Rekordjahr für Ferrari war, werden sich die Italiener Ende 2023 erneut selbst überholen. Ferrari konnte in allen Bereichen enorme Zugewinne verzeichnen und hat im 3. Quartal +8,50 % Fahrzeuge ausgeliefert, die EBITDA Marge um +37,00 % und den Umsatz um +23,50 % gesteigert (Vgl. Q3/2022). Auch der Aktienkurs befindet sich derzeit auf Höchststand und konnte in den letzten 3 Jahren um 83 % gesteigert werden.
Ferrari steht auf der Pole Position. Ferrari ist die #1 im Luxussportwagensegment und die bekannteste Automarke der Welt. Kein anderer Hersteller arbeitet profitabler und hat einen derart tiefen Burggraben. Preise werden jährlich erhöht, während das Angebot zugleich künstlich knappgehalten wird.
Ferrari ist ein Luxushersteller und profitiert davon, dass das weltweite Vermögen stetig zunimmt. Trotz Kurseinbrüche an den Börsen ist das weltweite Gesamtvermögen abermals gestiegen. Bis 2027 geht die Boston Consulting Group davon aus, dass das weltweite Vermögen um jährlich fünf Prozent zunehmen wird. Als Hersteller mit Fokus auf das absolute Luxus-Segment profitiert Ferrari von dieser Entwicklung.
Der Ferrari Lifestyle. Ferrari baut sein Geschäftsmodell aus und bieten seinen Kunden nun auch Luxusartikel und einzigartige Erlebnisse an. Die berühmten Italiener entwickeln sich zu einer Lifestyle-Marke. Ferrari hat eine eigene Modekollektion, ist auf Fashion Shows vertreten, eröffnete den ersten Ferrari Lifestyle Concept Store, betreibt Museen und Freizeitparks.
Die Automobilindustrie im Wandel.Als Luxushersteller produziert Ferrari weniger als 15.000 Fahrzeuge im Jahr (Vergleich: Volkswagen 8,72 Mio. ausgelieferte Fahrzeuge in 2022). Dennoch ist auch Ferrari vor dem Wandel der Automobilindustrie nicht geschützt und muss daher höhere Investitionen für neue Antriebe und Software tätigen.
Große Ferrari Aktienanalyse: Der Luxus-Marktführer hat das Beste noch vor sich
1Unternehmensvorstellung
1.1Unternehmensgeschichte

- 1939Enzo Ferrari gründete das Unternehmen 1939 unter dem Namen "Auto Avio Costruzioni" nach seiner Abspaltung von Alfa Romeo.
- 1947Die Gründung von Ferrari: 1947 wurde das erste Auto unter dem Namen Ferrari produziert – der Ferrari 125 S, der den Grundstein für die Marke legte.
- 1951Erster Grand-Prix-Sieg: Ferrari sicherte sich 1951 den ersten Sieg in einem Formel-1-Grand-Prix. Der britische Fahrer José Froilán González gewann das Rennen auf dem Silverstone Circuit, was den Aufstieg von Ferrari im Motorsport markierte.
- 1952Formel-1-Weltmeisterschaft: Ferrari holte 1952 mit Alberto Ascari seine erste Formel-1-Weltmeisterschaft. Dies war der Beginn einer langanhaltenden Dominanz des Teams in der Formel 1.
- 1962Markteinführung des Ferrari 250 GTO: Der Ferrari 250 GTO gilt als einer der legendärsten Sportwagen der Automobilgeschichte. Mit einer limitierten Auflage von nur 36 Fahrzeugen gehört er heute zu den wertvollsten Autos der Welt.
- 1969Ferrari wird öffentlich: 1969 erwarb Fiat 50 % von Ferrari, was dem Unternehmen mehr finanzielle Stabilität und die Möglichkeit zu größerer Expansion gab. Dennoch blieb Enzo Ferrari für das Tagesgeschäft verantwortlich.
- 1988Tod von Enzo Ferrari: Der Tod von Enzo Ferrari im Jahr 1988 markierte das Ende einer Ära. Er hinterließ ein Erbe, das Ferrari als Luxus-Sportwagenmarke weiterführte. Im selben Jahr wurde der Ferrari F40, einer der bekanntesten Supersportwagen, produziert.
- 2015Ausgliederung und Börsengang: Ferrari wurde von der Fiat Chrysler Automobiles (FCA) Gruppe abgespalten und ging im Oktober 2015 an die New Yorker Börse. Der Börsengang war ein Meilenstein, der Ferrari als unabhängiges Unternehmen positionierte und Investoren weltweit Zugang zur Aktie bot.
- 2018 - heuteErweiterung des Produktportfolios: Ferrari hat in den letzten Jahren sein Portfolio erweitert, darunter der Einstieg in das Hybrid- und SUV-Segment. Modelle wie der Ferrari SF90 Stradale und der Ferrari 296 GTB markieren den Beginn einer neuen Ära der Hybrid-Sportwagen und zeigen, wie Ferrari die Leistung von Hybridantrieben immer weiter steigert. Mit dem Ferrari Purosangue stellte das Unternehmen 2022 den ersten SUV der Unternehmensgeschichte vor. Dies markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer breiteren Zielgruppe und eines diversifizierten Umsatzmodells.
Jeder dieser Meilensteine hat dazu beigetragen, Ferrari zu dem zu machen, was es heute ist: ein Symbol für Exklusivität, Luxus und herausragende Ingenieurskunst.
1.2Management

Chief Executive Officer (CEO)
Nachdem Louis Camilleri am 10. Dezember 2020 überraschend seinen Rücktritt aus persönlichen Gründen mitteilte, übernahm am 01. September 2021 der Italiener Benedetto Vigna den CEO-Posten. Ferrari hat damit überraschender- und unüblicherweise diese wichtige Rolle einer branchenfremden Person anvertraut.
Benedetto Vigna war zuvor bei dem Halbleiter-Hersteller STMicroelectronics (ST) beschäftigt, wo er den größten und profitabelsten Geschäftsbereich aufbaute und verantwortete.
Vigna, der an der Universität von Pisa mit einem Doktortitel in Physik abgeschlossen hat, arbeitete seit 1995 bei ST und hat das Unternehmen zum Marktführer gemacht.
Mit der Berufung von Benedetto Vigna möchte Ferrari einen ausgewiesenen Technikexperten an der Spitze des Unternehmens wissen, und reagiert damit auf die sich schnell verändernde Automobilindustrie. Mit Vigna möchte Ferrari sich als Pionier bei der Entwicklung neuer Technologien positionieren.
“Wer Zweiter wird, der ist erster Verlierer.”

Vice Chairman (Stellvertretender Vorsitzender)
Piero Ferrari ist seit 1988 stellvertretender Vorsitzender von Ferrari und verwaltet rund 10 % der Anteile an dem Unternehmen über einen Familienfonds.
Piero Ferrari, der Sohn des Ferrari-Gründers Enzo Ferrari, war von 1970 bis 1988 in verschiedenen Führungspositionen in der Motorsportabteilung von Ferrari mit zunehmender Verantwortung tätig. Seine erste Position bei Ferrari geht auf das Jahr 1965 zurück, als er an der Produktion des Rennwagens Dino 206 Competizione arbeitete. Piero Ferrari erhielt 2004 die Ehrendoktorwürde in Luft- und Raumfahrttechnik von der Universität Neapel Federico II und 2005 die Ehrendoktorwürde in Maschinenbau von der Universität Modena und Reggio Emilia. Im Jahr 2004 wurde Piero Ferrari mit dem Titel Cavaliere del Lavoro (der italienische Arbeitsverdienstorden) ausgezeichnet.
1.3Aktionärsstruktur

Größter Aktionär von Ferrari ist Exor NV. Dabei handelt es sich um eine niederländische Holdinggesellschaft mit Sitz in Amsterdam, die von der italienischen Unternehmerfamilie Agnelli über ihre Familienholding Agnelli BV kontrolliert wird.
Das Unternehmen investiert langfristig in verschiedene Unternehmen aus verschieden Branchen. Zu den bekanntesten Beteiligungen von Exor gehören:
Stellantis: Exor ist einer der größten Aktionäre des Automobilkonzerns Stellantis, der aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles und PSA Peugeot Citroën entstanden ist.
Philips: Diese Investition unterstreicht Exors Interesse an langfristigen Engagements in Unternehmen mit Wachstumspotenzial, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Technologie.
Iveco Group: Exor hält ebenfalls bedeutende Anteile an der Iveco Group, einem führenden Hersteller von Nutzfahrzeugen.
CNH Industrial: Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Exor-Portfolios ist CNH Industrial, ein weltweit führender Anbieter von Landmaschinen und Baugeräten.
The Economist: Das Wirtschaftsmagazin The Economist gehört ebenfalls zum Portfolio von Exor.
Juventus Football Club: Exor ist Mehrheitseigentümer des italienischen Fußballvereins Juventus Turin.
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