
eBay-Aktienanalyse: Günstige Bewertung, hohes Potential

| Aktienanalyse eBay | |
| WKN | 916529 |
| Symbol | EBAY |
| Preis | 32,50 USD pro Aktie |
| Ausstehende Aktien | 1,0 Mrd. |
| Marktkapitalisierung | 32,5 Mrd. USD |
| Net-Debt | 4,3 Mrd. USD |
| Enterprise Value | 37,9 Mrd. USD |
| Datum | 23.01.2019 |
1Zusammenfassung der eBay-Aktienanalyse
eBay ist ein führender Betreiber von Handelsplätzen im E-Commerce weltweit mit 177 Mio. aktiven Käufern
Solide Bewertung mit einem KGVe von 14 bei leichtem Wachstum von 6%
Hedgefonds drängen auf eine Abspaltung kleinerer Segmente, die bis zu 16,5 Mrd. USD bringen könnten
Hinweis in eigener Sache: Diese Aktienanalyse wurde von Frank Seehawer erstellt und spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider. Diese muss nicht unbedingt im Einklang mit der Meinung von AlleAktien stehen
2Geschäftsmodell von eBay: Betreiber von E-Commerce Handelsplattformen
eBay (WKN: 916529) ist ein führender Betreiber von kommerziellen Handelsplattformen, deren Ziel ist, Käufer und Verkäufer zusammenzubringen.
Die Kernsegmente sind „Marketplace“, in dem die bekannte Handelsplattform eBay geführt wird, Stubhub (Ticketvermarkter) sowie das Kleinanzeigen Segment „Classifieds Platforms“. Bekannt aus diesem Segment sind in Deutschland vor allem das Portal eBay-kleinanzeigen.de und mobile.de.
Die Handelsplattformen des eBay Konzerns haben eine aktive Käuferbasis von 177 Millionen Menschen. Die Anzahl der Nutzer stieg über die vergangenen Quartale mit rund 4%-5% pro Quartal relativ stetig an.
Entwicklung der aktiven Käufer auf den Plattformen von eBay. Quelle: Unternehmenspräsentation Q3/2018, Seite 5.
Fakten zu den Plattformen von eBay. Quelle: Unternehmenshomepage.
Die Käufer generierten einen GMV (Gross Merchandise Volume) von 22,7 Mrd. USD. Der Großteil dieser Verkäufe stammte aus dem internationalen Geschäft mit rund 60%. Über die vergangenen Quartale blieben diese Werte relativ konstant.
89% der getätigten Käufe basierten auf einem Festpreis. eBay ist daher kein klassisches Auktionshaus, wie viele immer denken. Mit 429 Millionen App-Downloads ist eBay zudem stark auf Smartphones präsent. Dabei registrierte der Plattformbetreiber im letzten veröffentlichten Quartal (Q3/2018) rund 12,7 Mrd. Verkaufsvolumen auf seinen mobilen Plattformen.
Durch die vermittelten Waren im Wert von 22,7 Mrd. USD erzielte eBay selbst Umsätze in Höhe von 2,1 Mrd. USD Dollar im letzten veröffentlichten Quartal Q3/2018. Der 2017er Jahresumsatz lag bei 9,5 Milliarden Dollar.
GMV Entwicklung von eBay. Quelle: Unternehmenspräsentation Q3/2018, Seite 6.
Es fällt auf, dass das verkaufte Volumen über die vergangenen Quartale relativ konstant geblieben ist. Das aktuelle Wachstum ist ausschließlich über Preissteigerungen erzielt worden und nicht über einen weiteren Anstieg der verkauften Artikel.
Schauen wir uns einmal die Umsätze der letzten 10-Jahre an mit der dazu gehörenden Ertragskennziffer Ebit:
Umsatz und Ebit im 10-Jahresvergleich von eBay. Quelle: Eigene Darstellung, Morningstar.com
Gut zu erkennen ist die Abspaltung des Wachstumstreibers Paypal im Jahr 2014/2015. Hier fehlt rund die Hälfte der Umsätze. Trotz Abspaltung konnte eBay aber dennoch im eigenen Geschäft weiter wachsen. Betrachtet man die Entwicklung von Paypal nach der eBay Trennung, so wäre es vielleicht besser gewesen, wenn eBay einen größeren Happen am Zahlungsdienstleister behalten hätte. Paypal ist heute über 100 Mrd. USD wert! eBay nur 32!
2.1Die Segmente im Einzelnen
Marketplace GMV Fakten von eBay. Quelle: Unternehmenshomepage.
Segmentübersicht StubHub und eBay Classifieds Group von eBay. Quelle: Unternehmenshomepage.
Marketplaces ist mit Abstand das größte Segment des Plattform-Betreibers. Das Segment StubHub brachte im vergangenen Quartal 291 Mio. USD Umsatz und das Kleinanzeigen-Geschäft nochmal 254 Mio. USD.
Ausblick auf Q4: Weiteres Wachstum in Sicht
eBays Prognose für das Gesamtjahr ist moderat für ein Technologieunternehmen. Das Unternehmen rechnet mit Umsätzen von rund 10,7 Mrd. USD, was einem organischen, wechselkursbereinigten Wachstum von rund 6% entsprechen würde. Weiter kalkuliert das Management mit einer operativen Non-GAAP Marge zwischen 27% und 28%. Das Ergebnis je Aktie soll sich zwischen 2,29 und 2,31 Dollar einspielen. Gemessen am aktuellen Kurs von rund 33 Dollar, würde das KGV 2018 auf rund 14,4 im günstigsten Fall geschätzt.
Dividende, Aktienrückkäufe und Schuldenlast
eBay ist als alter Technologiekonzern noch nicht zu einem Dividendenzahler geworden. Ich denke, dass ein Hauptgrund für diese Entwicklung in der doch beachtlichen Schuldenlast zu finden ist. Außerdem kauft eBay im größeren Stil eigene Aktien zurück.
So wies das Unternehmen in seinem letzten Q3/2018 Bericht langfristige Schulden in Höhe von 7,66 Milliarden Dollar aus.

Ob Dividende oder nicht, ist aus meiner Sicht eher eine Frage für Investoren, die eine solche Zahlung gerne sehen.
eBay kauft statt dessen eigene Aktien im großen Stil zurück. So waren es allein im dritten Quartal rund eine Milliarde Dollar, für die man eigene Aktien erworben hat. Die Anzahl der ausstehenden Aktien hat sich seit 2014 um rund 250 Millionen Anteilsscheine reduziert. Weitere 4,7 Milliarden Dollar stehen noch aus bisher genehmigten Rückkaufprogrammen zur Verfügung.

Geld genug, um dies auszuschöpfen, hat eBay zumindest. Im letzten Jahr wurde ein Free Cashflow von rund 2,5 Milliarden generiert.

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