
Übersicht zum Verkauf der American Airlines-Aktie
| Unternehmen | American Airlines |
| Logo | |
| ISIN | US02376R1023 |
| WKN | A1W97M |
| Datum | 23.06.2020 |
| Börse | außerbörslich |
| Stücke | 76 |
| Kurs/Aktie | 12,394 EUR |
| Gebühren | 7,25 EUR |
| Summe mit Gebühren | 934,69 EUR |
Live-Aktienkurs der American Airlines-Aktie
1. Das Geschäftsmodell von American Airlines im Überblick
Alle Details zur Branche und zum Geschäftsmodell kannst du jederzeit in der ausführlichen Aktienanalyse zu American Airlines durchlesen. An dieser Stelle folgt ein schneller Überblick:
American Airlines ist eine der vier großen US-amerikanischen Fluggesellschaften. Nach einem über Jahrzehnte hinweg andauernden Preiskampf schlossen sich die Fluggesellschaften in den USA so lange zusammen, bis nur noch vier Unternehmen übrig geblieben sind. Diese vier Unternehmen heißen:
- Delta Air Lines
- American Airlines
- United Airlines
- Southwest Airlines
Zusammen haben sich die vier großen Airlines 70% des Marktes aufgeteilt. An einzelnen Flughäfen sind die Marktanteile sogar noch deutlich höher. Alle vier Unternehmen der Branche verdienten in den letzten Jahren mehr und mehr Geld:
Der Anteil des Umsatzes, der in der US-amerikanischen Airline-Industrie als Gewinn übrig bleibt. Nach den zahlreichen Zusammenschlüssen haben die Airlines ab 2012 immer mehr Geld verdient. Das hat auch Warren Buffett angelockt.
Als ich die Aktie von American Airlines im Januar 2020 in das Finanzielle Freiheit Depot gekauft habe, da war die Welt noch in Ordnung. Das KGV der Aktie lag bei unter 5. Der Freie Cashflow war enorm hoch. Eine klare Value-Aktie.
Doch dann setzte die Coronakrise ein.
2. Warum habe ich American Airlines aus dem Depot verkauft?
Der Investment-Case ist nicht mehr intakt. American Airlines ist keine günstig bewertete Cashflow-Maschine mehr. Nein, in wenigen Monaten hat sich die Situation derart stark geändert, dass sich American Airlines mittlerweile im Überlebenskampf befindet.
Sämtliche Luftfahrt-Aktien befinden sich in der schlimmsten Krise, die es in der Branche je gab. Praktisch über Nacht wurde der weltweite Flugverkehr um mehr als 95% reduziert.
Während sich andere Branchen schon seit einiger Zeit wieder erholen, steckt die Luftfahrt noch immer in einer tiefen Krise. In Flugzeugen sitzen die Menschen besonders eng zusammen. Auch mehr als 3 Monate nach dem Ausbruch der Krise beträgt der Passagierrückgang in den USA gegenüber dem Vorjahr mehr als 80%.
Damit ist den Gesellschaften über Nacht der Großteil des Umsatzes weggebrochen. Die Kosten werden zwar so stark wie möglich reduziert, doch das genügt nicht. Eine Reihe von Kosten können nicht eliminiert werden:
- Zinskosten auf das Fremdkapital
- Leasinggebühren für geleaste Flugzeuge
- Mitarbeiter-Kosten (Verwaltung, Management, teilweise haben Piloten/Crews auch Fixgehälter)
- Sonstige Fixkosten
Die Folge: Alle großen Airlines sind in einen starken Cash-Verbrennungs-Modus übergegangen. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung des erwarteten Gewinns je Aktie (EPS) im Jahr 2020 auf:
Noch im März 2020 sah es so aus, als würde American Airlines dieses Jahr 5 USD Gewinn pro Aktie einfahren. Dann folgte die Krise. Aktuell liegen die Schätzungen bei einem Verlust von 18 USD pro Aktie! Zum Vergleich: Der Aktienkurs von American Airlines notiert derzeit bei ca. 14 USD. Bildquelle: Marketscreener.com
Es wird einfach dermaßen viel Geld verbrannt, dass es immer unwahrscheinlicher wird, dass die Airlines diese Krise unbeschadet überleben werden. Die Verschuldung schießt in die Höhe. Und mit einer steigenden Verschuldung steigen auch die Zinskosten immer weiter an. Das wiederum drückt auf die Gewinnaussichten der nächsten 5-10 Jahre.
Um ein Überleben sicherzustellen, haben die US-Airlines nun mit Kapitalerhöhungen begonnen. American Airlines hat vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass bis zu 1,8 Mrd. USD über zwei Kapitalerhöhungen eingesammelt werden sollen. Zum Vergleich: Die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt nur 6 Mrd. USD. Die Zahl der Aktien wird sich auf einen Schlag um 30% erhöhen.
Zur Wahrheit gehört auch: Dies dürfte erst der Anfang gewesen sein. Jeden Monat verbrennt American Airlines eine weitere Mrd. USD an Cash. Sollte der Kapitalbedarf nicht über Eigenkapital, sondern über weiteres Fremdkapital gedeckt werden, hat es denselben Effekt: Die Zinskosten werden derart stark in die Höhe schießen, dass kaum ein Gewinn übrig bleiben dürfte.
Fazit: Ja, die Realisierung eines Kursverlustes von etwas mehr als 50% ist enorm schmerzhaft. Ich habe einen Fehler gemacht. Die Coronakrise habe ich in diesem Umfang Ende Januar einfach nicht kommen sehen. Das Finanzielle Freiheit Depot führe ich mit eigenem Geld. Daher habe auch ich persönlich diesen Verlust realisiert.
Die entscheidende Frage für jeden rationalen Anleger lautet stets: Wo arbeitet mein Kapital am besten? Wir konnten mit dem Verkauf noch knappe 1.000 EUR erlösen. Diese wurden in zwei solide Qualitätsaktien investiert - und können sich dort im Laufe der Zeit gut verzinsen. Hätten wir die Aktien von American Airlines behalten, so könnte es sein, dass wir eines Tages Teil einer Insolvenz werden. Oder aber die Gesellschaft überlebt diese Krise tatsächlich, dann wird die Aktie jedoch über Jahre hinweg im Keller bleiben. Die Verschuldung und die sich daraus ergebenden Zinskosten sind einfach zu hoch.
3. Was habe ich aus der Investition gelernt?
Breit diversifizieren: Jeder Investor macht im Laufe seines Lebens Fehler. Viele dieser Fehler lassen sich durch eine gründliche Analyse im Vorhinein erkennen. Dann kauft man diese Aktie nicht und umgeht das Risiko. Andere Ereignisse schlagen einfach über Nacht herein. Wer in VW investiert war, hat wohl kaum mit dem Dieselskandal gerechnet. Wer in Boeing investiert war, konnte die Abstürze der 737-Max-Maschine nicht vorhersagen. Und genauso wenig habe ich persönlich die Coronakrise kommen sehen.
Insofern muss man einfach akzeptieren, dass es gewisse Ereignisse gibt, die man nicht vorhersehen kann. Eines aber kann jeder Investor tun: Breit diversifizieren. Viele verschiedene Aktien aus verschiedenen Sektoren und Ländern in das Depot packen. So sinkt die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen stark ab. Bei einem Depot, das aus 30 Aktien besteht, kostet der Totalverlust einer einzigen Aktie "nur" 3,3%. Das ist ein Drittel der normalen Jahresrendite. Ein breit diversifizierter Investor braucht keine Angst vor solchen Ergebnissen haben. Der Vermögensaufbau geht weiter.
Wir werden die Zahl der im Depot enthaltenen Positionen daher schrittweise weiter ausbauen, bis wir bei ca. 30 Werten ankommen.
Verlierer verkaufen, Gewinner laufen lassen: Mit American Airlines hat es das Finanzielle Freiheit Depot hart getroffen. Demgegenüber stehen jedoch auch zahlreiche andere Aktien, die sogar von der Krise profitiert haben:
- Microsoft (+85%)
- PayPal (+59%)
- Mastercard (+54%)
- Activision Blizzard (+50%)
Wer langfristig Geld an der Börse anlegt, sollte die Gewinner laufen lassen. Diese Unternehmen generieren von Jahr zu Jahr mehr Umsatz, Gewinn, Free Cash Flow und schütten steigende Dividenden aus. Wer die notwendige Geduld mitbringt, wird so irgendwann Tenbagger-Aktien im Depot haben (eine Verzehnfachung des Aktienkurses).
Die Aktien, die sich seit dem Kauf entgegen der Erwartungen entwickeln, sollten hingegen laufend hinterfragt werden. Wenn sich an den fundamentalen Aussichten nichts geändert hat, so sollte man investiert bleiben und ggf. sogar nachkaufen. Haben sich jedoch die Geschäftsaussichten dauerhaft eingetrübt, so sollte man kritisch hinterfragen, ob das Geld nicht doch in einer anderen Aktie besser für einen arbeiten kann.
Durch den Verkauf von American Airlines haben wir unser Depot nun bereinigt und eine starke Mannschaft von 16 Aktien zusammengestellt, die allesamt über gute Aussichten verfügen und diese Krise gut überstehen werden. Jetzt sind wir bereit für den kommenden Aufschwung.






Die Umsatzentwicklung von Salesforce verläuft exponentiell. Von den Bestandskunden kündigt kaum ein Kunde, weil er dann Zugriff auf seine Kundendaten verlieren würde. Daher ist der bereits erreichte Umsatz mehr oder weniger "abgesichert". Gleichzeitig arbeiten tausende Vertriebsmitarbeiter an der Gewinnung neuer Kunden. So klettert der Umsatz immer weiter nach oben.
Die aktuelle Bewertung mit einem KUV von 9 liegt exakt im Mittelwert der letzten 10 Jahre. Während andere Tech-Aktien immer teurer geworden sind, ist Salesforce nach dem KUV-Modell völlig normal bewertet.
Eine monatliche Einzahlung von 1.000 EUR, die jährlich um die Inflationsentwicklung angepasst wird (wir rechnen im Modell mit 1,5% Inflation), und 8,5% jährliche Rendite nach Steuern führen uns in 25 Jahren zu einem Vermögen von über einer Million EUR. Angepasst um Inflationseffekte erreichen wir ein kaufkraftbereinigtes Vermögen von einer Million EUR nach 30 Jahren.
Bei 3% Dividendenrendite im Depot dürften wir nach 25 Jahren über 30.000 EUR an jährlichen Dividenden erreichen.
30 Jahre sind eine lange Zeit. Betrachten wir die Soll-Vermögensentwicklung der nächsten 10 Jahre. In den ersten Jahren dürfte sich das eingezahlte Vermögen kaum vom tatsächlichen Vermögen unterscheiden. Es dauert, bis der Zinseszinseffekt wirkt. Dennoch ist es wichtig, sofort anzufangen. Denn wer später anfängt, dem entgehen die großen Vermögenszuwächse in den letzten Jahren. Je früher man anfängt, desto früher kommt man in den Genuss der großen Vermögenszuwächse.
2027 rechnen wir bereits mit Dividenden von mehr als 5.000 EUR pro Jahr. Genug, um jedes Jahr einige schöne Urlaube zu finanzieren.
Aktueller Depotwert: 25.700 EUR vs. Soll-Depotwert 25.300 EUR vs. Einzahlungen 24.000 EUR. Es wird künftig immer wieder zu deutlichen Abweichungen vom Soll-Pfad kommen. Sowohl nach unten als auch nach oben. Der Grund dafür: Kurzfristig lassen sich Aktienkurse nicht vorhersagen. Es gibt eine Vielzahl an Faktoren, die Aktienkurse kurzfristig beeinflussen. Langfristig folgen sie aber der Entwicklung der Unternehmen. Steigt der Wert eines Unternehmens an, wird eines Tages auch der Aktienkurs folgen.
Aktuelle Depot-Dividendenrendite: Die auf das gesamte Depot gerechnete Dividendenrendite liegt bei rund 3,2%. Ohne weitere Zukäufe würden wir in diesem Jahr bereits Dividenden in Höhe von 797 EUR erhalten. Nächstes Jahr bereits 946 EUR.
Ende Juni (23.06.2020) befinden sich 123,73 EUR in der Kasse.


