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Block Crash Report: Was steckt hinter dem Hindenburg Research Report?
Crash Report

Block Crash Report: Was steckt hinter dem Hindenburg Research Report?

Block ist ein moderner Finanzdienstleister, der während der Pandemie massives Wachstum erlebte. Jetzt sorgt der Shortseller Hindenburg Research mit einem neuen Bericht jedoch für Misstrauen, da Block die künstliche Aufblähung der Nutzerzahlen vorgeworfen wird. Zudem wird die schwache Compliance Policy von Cash App, Blocks eigenem Zahlungsdienst, kritisiert. Das Unternehmen soll um des Wachstum willen massiven Betrug toleriert haben. Unmittelbar nach Veröffentlichung des Berichts fiel die Aktie um 22 %.

Block Crash Report: Was steckt hinter dem Hindenburg Research Report? Kennzahlen

Sektor
Finanzen
Hauptsitz
San Francisco, Kalifornien, USA
Kurs
59 USD
Marktkapitalisierung
37,3 Mrd. USD
Datum
25.03.2023
  • Was ist passiert? Der Shortseller Hindenburg Research hat im neusten Bericht umfangreiche Vorwürfe gegen Block erhoben, auf welchen basierend er Kurseinbrüche von bis zu 75 % für möglich hält. Neben Kritik an der Berichterstattung finden sich auch diverse Vorwürfe zu unethischen Geschäftspraktiken.

  • Warum ist es passiert? Block erlebte einen massiven Boom in der Pandemie, der Kurszuwächse von mehreren Hundert Prozent bedeutete. Für das Geschäftsjahr 2022 meldete Block jedoch einen operativen Verlust von 578 Millionen US-Dollar. Dies ist unter anderem auf die Übernahme des massiv unprofitablen „buy now, pay later“- Dienstleisters Afterpay zurückzuführen. Durch den veröffentlichten Short-Bericht scheint das Vertrauen in Block weiter erschüttert worden zu sein, da sich die Frage stellt, ob nicht auch diese massiven Verluste noch eine Beschönigung darstellen.

  • Wie muss man jetzt handeln?Wir haben uns die Ereignisse bei Block genauer angesehen und uns Gedanken über die Zukunft des Unternehmens gemacht. Unsere Einschätzung zum Unternehmen und eine Handlungsempfehlung für Investoren erfährst du in diesem Block Crash Report.

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1Geschäftsmodell von Block

Mit Cash App verspricht Block, den Aufwand bei der Verwaltung von Finanzen gegenüber der Konkurrenz aus klassischen Banken zu minimieren. Durch innovative Technologie sollen klassische Hürden des Finanzsystems umgangen werden, um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen.Square hat in der Vergangenheit durch Übernahmen anderer Unternehmen die Palette an angebotenen Dienstleistungen erweitert. Zuletzt geschah dies mit Afterpay.

Afterpay ist ein Anbieter von „buy now, pay later“-Services. Effektiv gibt das Unternehmen Kunden kurzfristige Konsumkredite, sodass diese so gut wie jeden Alltagsgegenstand auf Raten kaufen können. Das Unternehmen verdient Geld über die Erhebung von Gebühren bei der verspäteten Zinszahlung. Afterpay ist jedoch kein klassischer Kreditkartenanbieter und verlangt keinerlei Bonitätsprüfungen bei seinen Kunden. Aufgrund hoher Ausfallquoten bei der Rückzahlung verlor das Unternehmen 2022 mehr als 300 Millionen US-Dollar.

Das ursprüngliche Kernprodukt von Block sind Hardware und Software für den Verkauf im Einzelhandel sowie den E-Commerce. Als einfach Gesamtlösung integrieren Blocks Produkte, Zahlungsabwicklung, Customer Management, Logistik und Team Management. Durch die Reduzierung von Reibungen im Unternehmensablauf mithilfe der integrierten Lösung möchte sich Block differenzieren.

Square umfasst über diese Produktsparten hinaus auch noch den Streaming-Dienst Tidal sowie das Krypto-Unternehmen Spiral. Langfristig möchte Block sich durch den Kauf anderer Dienstleistungsunternehmen ein integriertes Service-Ökosystem basierend auf Blockchain-Technologie aufbauen.

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2Was ist passiert?

2.1Hype in der Pandemie

Bei AlleAktien untersuchten wir Block erstmalig 2020 und stuften die Aktie als kaufenswert ein. Über die ersten 18 Monate der Pandemie gewann die Aktie 639 % hinzu, da der digitale Zahlungsverkehr während der Lockdowns massiv anstieg. Bereits Ende 2021 brach die Aktie jedoch ein, damals wurde bei 273 USD ein Allzeithoch erreicht. Grund waren enttäuschende Quartalszahlen, die deutlich schwächeres Wachstum widerspiegelten. 2022 verzeichnete Block einen operativen Verlust von 578 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen warnte zudem davor, dass die Profitabilität potenziell nicht bereits 2023 wieder erreicht werden würde.

2.2Übernahme von Afterpay

Die Übernahme des BNPL-Services Afterpay hat sich finanziell als Fehlschlag erwiesen. Der operative Verlust des Unternehmens verdoppelte sich im Folgejahr nach der Übernahme durch Block und lag bei 357 Millionen US-Dollar. Die Profitabilität scheint nicht in Reichweite zu sein. Im März 2022 vermeldete die Rating-Agentur Fitch Ausfälle bei 4,1 % bei Afterpay, was mehr als eine Verdopplung zum Vorjahr darstellte.

BNPL-Services stehen oft in der Kritik, weil sie unverantwortliches Konsumverhalten fördern und die Verschuldung durch exzessiven Konsum erleichtern im Vergleich zu Kreditkarten. Intransparente Gebührensysteme sorgen zudem dafür, dass Kunden oft horrende Zusatzkosten bei verspäteten Rückzahlungen akzeptieren müssen.

2.3Report des Shortsellers Hindenburg Research

Hindenburg Research hat nach der erfolgreichen Short-Attacke gegen das indische Konglomerat Adani Group mit Block das nächste Short-Ziel gefunden. Hindenburg identifiziert vier wesentliche Kernprobleme bei Block. Fundamental sieht der Shortseller eine massive Überbewertung und prangert zudem die unmoralischen Geschäftspraktiken an.Fehlerhafte Berichterstattung.In der Pandemie explodierten die Nutzerzahlen von Blocks Cash App. Analysten fassten die 51 Millionen monatlich aktiven Kunden sehr positiv auf und erwarteten aufgrund der hohen Nachfrage geringere Kosten in der Kundenakquise. Hindenburg Research beruft sich jedoch auf ehemalige Mitarbeiter, die die Anzahl der doppelt gezählten oder in betrügerische Aktivitäten involvierte Accounts auf 40 % bis 75 %. Dies würde fundamental massive Probleme für den Konzern bedeuten, besonders da die Konkurrenz weiter stark wächst. Einfach Bezahlsysteme wie Apple Pay erreichen eine wachsende Anzahl an legitimen Kunden und üben Druck auf Block aus.Betrug. Hindenburg Research sieht in dem Konkurrenzdruck die Ursache für Blocks lockere Compliance Regulierungen. Die Erstellung gefakter Accounts ist bis heute kein Problem und wurde wohl zur Generierung „neuer“ Nutzer toleriert. Dies hat jedoch auch diverse kriminelle Akteure auf den Plan gerufen, welche schnell, einfach und praktisch anonym Gelder transferieren können. Das US-amerikanische Justizministerium hat Cash App bereits mehrfach als zentrale Abwicklungsplattform für Menschen- und Drogenhandel in den USA identifiziert. Darüber hinaus wurden potenziell Milliarden an Stimulus-Checks und allgemeinen Sozialleistungen für Arbeitslose an betrügerische Accounts ausgezahlt. Blocks Partnerbanken werden aufgrund extrem hoher Anspruchsmeldungen im Vergleich zum Industriedurchschnitt untersucht. Die Anzahl der Kunden, welche sich arbeitslos gemeldet und durch Cash App Sozialleistungen vom amerikanischen Staat bezogen haben, übersteigt Vergleichspartner um ein Vielfaches.Interchange Fees.Aktuell untersucht die Securities and Exchange Comission zudem eine Unternehmenspraktik, welche ebenfalls betrügerisch sein könnte. In den USA sind Großbanken (mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Assets) gesetzlich limitiert in der Höhe der Transaktionskosten, die sie von Händlern bei Einkäufen fordern können. Block als Konzern überschreitet diese Grenze bei weitem, umging diese Regulierung jedoch in Vergangenheit durch die Zusammenarbeit mit kleinen Lokalbanken. So konnten deutlich erhöhte Gebühren erhoben werden. Gegen den Konkurrenten Paypal laufen ebenfalls Ermittlungen bezüglich solcher Praktiken. In den eigenen Berichten von Block findet sich nur eine Randnotiz zu den Einnahmen aus diesen Gebühren und der Konzern gibt nicht transparent an, welchem System die Gebühren folgen.Mangel an innovativer Technologie. Block präsentiert sich als hochmoderner Technologiekonzern. Fokussiert auf Blockchain-Technologie, beschreibt der Konzern sich selbst als revolutionär in der Finanzbranche. Die Umsatzquellen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Eta 31 % der Umsätze von Cash App, dem Hauptprodukt von Block, ergeben sich aus „Instant Deposit“. Effektiv handelt es sich dabei um eine Sofortüberweisung. Diese Dienstleistung wird mittlerweile von fast allen Konkurrenten angeboten.

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