
Berkshire Hathaway Update: Nach den Quartalszahlen — Warren Buffett packt das Elefantengewehr aus
Berkshire Hathaway ist das langfristigste Investment auf der Welt. Über die Berkshire Hathaway-Aktie investiert man in eine tolle US-Beteiligungsgesellschaft, die in amerikanische Unternehmen aus allen Branchen investiert. Berkshire Hathaway-Investoren sind perfekt diversifiziert und investieren neben dem legendären CEO Warren Buffett.
Berkshire Hathaway Update: Nach den Quartalszahlen — Warren Buffett packt das Elefantengewehr aus Kennzahlen
- Hauptsitz
- Omaha (Nebraska), USA
- Kurs
- 323 USD, 307 EUR
- Ausstehende Aktien
- 1,5 Mio. (A-Aktie)
- Marktkapitalisierung
- 716,0 Mrd. USD
- Enterprise Value
- 304,1 Mrd. USD
- Nettoliquidität
- 411,9 Mrd. USD
- Bruttomarge
- 41,6 %
- EBIT-Marge
- 32,9 %
- Gewinnmarge
- 32,5 %
- Free Cash Flow-Rendite
- 3,6 %
- Dividendenrendite
- 0,0 %
- Datum
- 05.05.2022
Berkshire Hathaway ist das langfristigste Investment auf der Welt. Über die Berkshire Hathaway-Aktie investiert man in eine tolle US-Beteiligungsgesellschaft, die in amerikanische Unternehmen aus allen Branchen investiert. Berkshire Hathaway-Investoren sind perfekt diversifiziert und investieren neben dem legendären CEO Warren Buffett.
20 % der Marktkapitalisierung waren praktisch ungenutzt. Berkshire Hathaway hat in den letzten 10 Jahren seit der Finanzkrise einen gewaltigen Berg an Cash aufgebaut. Fast 150 Mrd. US-Dollar lagen in der Bilanz — ohne Verzinsung. Warren Buffett wurde von allen Seiten kritisiert und musste sich anhören, dass er die Wirtschaft verpasst. Doch das hat sich in den letzten Quartalen geändert.
Berkshire Hathaway wird zum Crashprofiteur dank des Cashpuffers. Während die Technologie-Aktien abstürzen und viele Investoren ein großes Minus im Portfolio haben, hat Warren Buffett losgelegt und seine Positionen ausgebaut. Dieses Jahr hat er bereits 41 Mrd. US-Dollar an Cash abgebaut und in Unternehmen investiert. Berkshire Hathaway ist so aktiv wie noch nie und wir haben uns in diesem Update angesehen, was er gekauft hat und wie die Aktionäre von seinen Investments profitieren können.
Berkshire Hathaway Update
1Geschäftsmodell von Berkshire Hathaway


Berkshire Hathaway ist ein Unternehmen, aber man könnte es schon fast ein Konglomerat nennen. Denn Berkshire Hathaway ist eigentlich eine Beteiligungsgesellschaft, die aus über 60 Einzelunternehmen aus mehreren Bereichen besteht. Das ursprüngliche Kerngeschäft waren mal Versicherungen und Rückversicherungen, aber mittlerweile hat Berkshire drei weitere Bereiche aufgebaut.
Berkshire Hathaway ist Amerikas größtes Infrastrukturunternehmen. Zu Berkshire gehört die zweitgrößte Eisenbahn der USA: BNSF. Zu Berkshire Hathaway gehört einer der größten Energieversorger der USA: Berkshire Hathaway Energy.
Berkshire Hathaway ist außerdem eines der größten verarbeitenden Unternehmen in den USA. Berkshire Hathaway besitzt Marken wie Precision Castparts, IMC und Lubrizol, die jedes Jahr Milliarden-Umsätze erwirtschaften und für Berkshire Hathaway hohe Gewinne einbringen. Außerdem ist Berkshire Hathaway im Dienstleistungssektor aktiv mit Marken wie der Maklerfirma Berkshire Hathaway HomeServices oder dem Fast Food-Unternehmen Dairy Queen.
Zu guter Letzt kommt das Investmentportfolio von Berkshire Hathaway, auf das sich die meisten Investoren fokussiert haben. Berkshire Hathaway kontrolliert über 390 Mrd. US-Dollar an Vermögen und legt dieses Geld in Geldprodukten, Anleihen und Aktien an. Jeden Monat schauen Investoren gebannt darauf, welche Aktien wieder von Berkshire Hathaway gekauft und verkauft wurden. Besonders bemerkenswert ist die große Apple-Position, die einen Marktwert von 145 Mrd. US-Dollar hat und die Coca-Cola-Position, die Warren Buffett in 1988 kaufte, als die Coca-Cola-Aktie sehr niedrig stand.
Das Geschäftsmodell von Berkshire Hathaway ist rund um die Versicherungen aufgebaut. Berkshire Hathaway nutzt die hohen Cash Flows, die Versicherungen haben, um diese sicher zu investieren. Allerdings investiert Berkshire Hathaway untypisch für eine Versicherungsgesellschaft, denn sie haben ihre Cash Flows nicht nur in sichere Anleihen investiert, sondern Unternehmen mit besonders sicheren Cash Flows und hohem inneren Wert aufgekauft. Durch diese Reinvestitionen konnten sie stärker als der Rest der Branche wachsen und so immer mehr zu einer Beteiligungsgesellschaft wachsen. Mittlerweile ist das Versicherungsgeschäft eher schon ein Nebengeschäft geworden. Berkshires andere Bereiche und das Investmentportfolio haben über die Zeit an Gewicht gewonnen und heute ist Berkshire ein breiter Mischkonzern, der in vielen verschiedenen Wirtschaftsbereichen investiert ist. Berkshire ist zum Beispiel heute der größte Infrastrukturkonzern der USA, gemessen an den Bilanzwerten.

2Berkshire Hathaway investiert so viel Geld wie noch nie

Letztes Jahr im Februar haben wir unser letztes Update zu Berkshire Hathaway veröffentlicht. Wir sahen Berkshire Hathaway als kaufenswert dank der günstigen Bewertung der einzelnen Berkshire-Sparten und der Expertise des Managements. Unser Update kam in einer Zeit, als Berkshire Hathaway bei vielen Investoren etwas verrufen war. Denn Berkshire Hathaway lief dem allgemeinen Aktienindex S&P 500 etwas hinterher und viele Investoren waren unzufrieden mit der zurückhaltenden Strategie bei Berkshire Hathaway.
In unserem Update ging es noch um einen Zukauf für die Sparte Berkshire Hathaway Energy, den Kauf einiger japanischer Aktien und ein größeres Aktienrückkaufprogramm. Unsere Annahme war, dass Berkshire Hathaway in Zukunft besonders sein Geld in Aktienrückkäufe stecken wird, wenn die Aktie hinter dem Aktienmarkt zurückbleibt. So kann Berkshire Hathaway ein großes Qualitätsunternehmen mit günstiger Bewertung kaufen und sein Kapital für die Aktionäre sinnvoll einsetzen. So kam es 2021 auch. Berkshire Hathaway hat das größte Aktienrückkaufprogramm der Firmengeschichte aufgefahren. Nachdem 2020 bereits 24,7 Mrd. US-Dollar in Aktienrückkäufe investiert wurden, hat Berkshire Hathaway in 2021 ganze 27,1 Mrd. US-Dollar verwendet, um Aktien zurückzukaufen. Insgesamt wurden 9 % der Berkshire Hathaway-Aktien in nur 2 Jahren eingezogen und damit hat sich der Firmenanteil von jedem Aktionär in der Zeit um 10 % erhöht.
Trotz dieser großen Investitionen hat es Berkshire geschafft, dass die Cash-Position wächst. 2020 hatten sie noch 138 Mrd. US-Dollar an Cash und kurzfristigen Anleihen. In 2021 ist diese Zahl auf 147 Mrd. US-Dollar angewachsen. Berkshire Hathaway hat ein kleines Problem bekommen, denn sie haben Kapital und wollen es investieren. Sie sehen es sogar als ihre Aufgabe, denn dieses Geld stammt zum Großteil aus dem Versicherungsgeschäft. Aber es gibt einfach nicht mehr genügend attraktive Investmentziele, die groß genug sind. Das Problem ist die hohe Nachfrage nach alternativen Anlagen insbesondere Private Equity. Private Equity-Investoren sorgen dafür, dass am Markt weniger attraktive Investmentmöglichkeiten für Berkshire Hathaway existieren. Das hat auch Charlie Munger erst kürzlich treffend formuliert:
Andere Leute bieten die Preise in die Höhe. Und ein großer Teil der Käufe wird nicht von Leuten getätigt, die wirklich vorhaben, es langfristig zu besitzen. Vieles davon ist gebührengetrieben. Private Equity-Gesellschaften kaufen Dinge, um mehr Gebühren zu erhalten, weil sie mehr Dinge verwalten. Natürlich ist es viel einfacher, etwas zu kaufen, wenn man das Geld von jemand anderes verwendet. Wir verwenden unser eigenes Geld oder zumindest sehen wir das so.
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2.1Warren Buffett und Charlie Munger investieren in einige großartige Gelegenheiten
Diese neuen Investoren sind ein Problem für Berkshire Hathaway. Aber Berkshire Hathaway hat genügend Kapital und ist immer auf der Suche nach guten Deals gewesen. Gerade in diesem Jahr fallen die Märkte etwas stärker und einige Aktien haben nachgelassen. Berkshire Hathaway hat diese Zeit genutzt und Geld investiert. Auf der Hauptversammlung am 30.04.2022 erfuhren die Investoren endlich, wie aktiv Berkshire Hathaway geworden ist. Berkshire Hathaway hat seinen Cash-Bestand im ersten Quartal 2022 um ganze 41 Mrd. US-Dollar verringert: von 147 Mrd. US-Dollar auf 106 Mrd.
In diesem einen Quartal hat Berkshire Hathaway 5,5 Mrd. US-Dollar an Gewinn erwirtschaftet und Aktien für 9,7 Mrd. US-Dollar verkauft. Aber sie haben auch fleißig investiert und zwar in alle Richtungen. Sie haben für 39,5 Mrd. US-Dollar Aktien von börsennotierten Firmen gekauft, wo sie eine attraktive Kaufgelegenheit sehen, sie haben eine ganze Versicherungsgesellschaft für 11,6 Mrd. US-Dollar aufgekauft und sie haben eigene Aktien im Wert von 3,2 Mrd. US-Dollar aufgekauft. Diese Investitionen arbeiten ab sofort produktiv weiter und erwirtschaften für Berkshire Hathaway attraktive Zinseszinsen.

Die wichtigste Übernahme für Berkshire Hathaway war im ersten Quartal vermutlich die Versicherungsgesellschaft Alleghany. Alleghany ist ein ähnliches Unternehmen wie Berkshire Hathaway. Warren Buffett sagte selbst, dass er Alleghany seit über 60 Jahren genau beobachtet. Denn die beiden Unternehmen sind Versicherungsgesellschaften, die hohe Cash Flows aus dem Versicherungsgeschäft beziehen und anschließend in Unternehmen mit stabilen Cash Flows investieren. Deshalb ist diese Firma von der Kultur her die perfekte Ergänzung für Berkshire Hathaway und stärkt sowohl das Versicherungs- als auch das Industrieportfolio. Besonders spannend ist, dass für Berkshire Hathaway die Übernahme recht günstig war. Sie konnten Alleghany zum 1,26-fachen Buchwert aufkaufen. Berkshire Hathaway wird dagegen mit dem 1,39-fachen Buchwert bewertet. Dadurch hat Berkshire Hathaway indirekt 1 Mrd. US-Dollar an Bewertungspotential aufgekauft.
Neben Alleghany hat Berkshire Hathaway vor allem in Aktien investiert. Dabei konnte Berkshire Hathaway einige spannende Investitionen auspacken. Die Gründe für viele Investments werden nicht bekannt gegeben, aber es gibt einige Thesen:
Chevron. Der größte Kauf des Quartals war die Ölgesellschaft Chevron für 21,4 Mrd. US-Dollar. Hier vermuten wir, dass Berkshire Hathaway den steigenden Ölpreis im Blick hat und sich deshalb für einen deutlichen Zukauf von Chevron entschieden hat. Gerade in diesen unsicheren Zeiten könnte Chevrons hohe Gewinnkraft und der antizyklische Rohstoffbereich für Berkshire Hathaway attraktiv sein.
Occidental Petroleum. Hier hat Berkshire Hathaway für insgesamt 7,0 Mrd. US-Dollar zugekauft. Für Berkshire Hathaway wurde Occidental Petroleum zu einem großen Verlustgeschäft während der Coronakrise und die Firma trennte sich von einigen Aktien. Mittlerweile haben sie wieder stark zugekauft. Man könnte meinen, dass Warren Buffett zum Trader wird. Wir vermuten, dass es auch hier um antizyklische Erträge und Risikoabsicherung geht.
Hewlett Packard. Berkshire Hathaway hat ca. 11 % der IT-Firma HP aufgekauft für 4,5 Mrd. US-Dollar. HP ist einer der größten Hersteller von PCs und Laptops weltweit und eine Firma, die eine bekannte Marke besitzt. Während der Coronakrise ist HPs Gewinn in die Höhe gestiegen und die Bewertung gesunken. Wenn man nach der klassischen Kennzahl KGV geht, hat HP gerade mal ein KGV von 6,7 und ist damit sehr günstig. Wir denken, dass für Berkshire Hathaway dieser Preis so attraktiv war, dass sie zuschlagen mussten. Dafür steht nun mal die Strategie von Berkshire Hathaway.
Activision-Blizzard. Der überraschendste Kauf im ersten Quartal war die Aktie Activision-Blizzard, an der Berkshire Hathaway bereits Anteile besaß. Hier hat die Firma für 4,6 Mrd. US-Dollar nachgekauft. Hier hat Warren Buffett den Kauf erklärt, denn es ist ein klassisches Arbitrage-Geschäft in seinen Augen. Microsoft möchte Activision-Blizzard für 95 US-Dollar je Aktie übernehmen. Der Aktienkurs stand letzte Woche noch bei ca. 76 US-Dollar je Aktie. Das heißt, es gibt 25 % Renditepotential, wenn man die Aktie kauft und einfach nur wartet. Das große Risiko ist nur, dass das US-Kartellamt diese Übernahme verbieten könnte. Dann fällt die Aktie vermutlich wieder zurück in die Region von 65 US-Dollar. Das wären 15 % Kursverlust. Die Wahrscheinlichkeit dafür sieht er wie wir als eher gering an. Wenn man annimmt, dass die Übernahme mit 25 % Wahrscheinlichkeit schiefgeht, dann liegt die Renditeerwartung hier bei 15 %. Eine interessante, einmalige Chance für Berkshire Hathaway.

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Häufige Fragen zur Berkshire Hathaway Update: Nach den Quartalszahlen — Warren Buffett packt das Elefantengewehr aus Aktie
Ist die Berkshire Hathaway Update: Nach den Quartalszahlen — Warren Buffett packt das Elefantengewehr aus Aktie ein Kauf 2026?+
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AlleAktien bewertet die Berkshire Hathaway Update: Nach den Quartalszahlen — Warren Buffett packt das Elefantengewehr aus Aktie anhand von DCF-Modellen, KGV, KUV, Dividendenrendite und dem AlleAktien Qualitätsscore (AAQS). Die vollständige Bewertung findest du in unserer Fundamentalanalyse.
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Die vollständige Berkshire Hathaway Update: Nach den Quartalszahlen — Warren Buffett packt das Elefantengewehr aus Aktienanalyse mit Fair Value, Kennzahlen, Chartanalyse und Kaufempfehlung findest du hier auf AlleAktien – fundiert recherchiert vom Team um Michael C. Jakob.





