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AT&T Aktienanalyse: Dieser Dividendenaristokrat verwöhnt seine Aktionäre mit einer Dividendenrendite von 6,1%
Aktienanalyse

AT&T Aktienanalyse: Dieser Dividendenaristokrat verwöhnt seine Aktionäre mit einer Dividendenrendite von 6,1%

1Zusammenfassung

Aktienanalyse AT&T
WKN A0HL9Z
Preis 33 USD
Ausstehende Aktien 7.262 Mio.
Marktkapitalisierung 240.000 Mio. USD
Nettoverschuldung (31.12.2017) 113.000 Mio. USD
Enterprise Value 353.000 Mio. USD
Datum 11.10.2018

2Überblick: AT&T ist das größte US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen

  • AT&T ist das größte nordamerikanische Telekommunikationsunternehmen.

  • Durch Akquisitionen hat sich AT&T von einem reinen Kommunikationsunternehmen hin zu einem integrierten Unternehmen gewandelt, das Medieninhalte sowohl produziert als auch an Kunden über eigene Netze überträgt.

  • Die Dividendenrendite von AT&T liegt derzeit bei äußerst attraktiven 6,1%.

  • Zudem ist AT&T ein echter Dividendenaristokrat. Seit 34 Jahren wird die Dividende in jedem Jahr erhöht.

  • Für ein Investment in das Unternehmen spricht außerdem die geringe konjunkturelle Abhängigkeit.

  • Gegen ein Investment in AT&T spricht hingegen das geringe organische Umsatz- und Gewinnwachstum des Unternehmens.

  • Außerdem ist AT&T aufgrund der großen Übernahmen der letzten Jahre mittlerweile sehr hoch verschuldet.

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3Geschäftsmodell: AT&T ist auf dem Weg zu einem integrierten Kommunikations- und Medienunternehmen

Unternehmenshistorie: AT&T ist das größte US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen. Bis in die 1970er-Jahre hinein besaß AT&T ein Monopol auf dem US-Markt. Das gefiel der Kartellbehörde nicht. Sie forderte eine Aufspaltung. Daraufhin teilte sich das Unternehmen in sieben kleine Unternehmen auf. Diese fusionierten in den folgenden Jahrzehnten wieder miteinander. Heute gibt es auf dem US-Mobilfunkmarkt zwei große Player. AT&T und Verizon haben beide jeweils rund 150 Mio. Kunden. Auf Platz 3 und 4 folgen T-Mobile US, eine ebenfalls börsennotierte Tochter der Deutschen Telekom, sowie Sprint. T-Mobile US und Sprint haben mit 70 bzw. 50 Mio. Kunden deutlich weniger Kunden als die beiden Platzhirsche.

Die Telekommunikationsindustrie befindet sich in einem starken Wandel. 11 Jahre nach der Erfindung des iPhones sind klassische Telefongespräche sowie SMS-Nachrichten fast vollständig verschwunden. Dafür stieg die Nachfrage nach mobilem Internet explosionsartig an. Das machte große Investitionen in den Netzausbau notwendig. Innerhalb weniger Jahre wurde die Technologie mehrmals gewechselt. 2G, 3G und schließlich 4G. Nun geht es noch rasanter weiter: Damit autonome Autos Wirklichkeit werden können, sind noch schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten gefragt. Diese können nur durch 5G-Netze erreicht werden. Das bedeutet abermals hohe Milliardeninvestitionen. Derart hoch, dass T-Mobile US und Sprint sie alleine nicht finanzieren können. Daher haben die beiden Unternehmen einen Zusammenschluss verkündet. Die US-Kartellbehörde prüft derzeit, ob dieser Zusammenschluss genehmigt werden kann. Unabhängig davon, ob der Zusammenschluss genehmigt werden wird: Im 5G-Zeitalter wird sich die Zahl der Wettbewerber von 4 auf 3 bzw. 2 verringern. Dürfen T-Mobile US und Sprint nicht fusionieren, dann haben sie alleine nicht genug Kapital, um wettbewerbsfähige und leistungsstarke 5G-Netze zu errichten.

Die Telekommunikationsindustrie ist keine attraktive Branche für Investoren. Es herrscht ein hoher Kapitalbedarf für immer neue Investitionen in sich ständig ändernde Technologien. Gleichzeitig ist der Wettbewerb unter den Anbietern extrem hart. Für viele Kunden ist der Preis das wichtigste Entscheidungskriterium. Außerdem ist das Geschäft durch sehr hohe Fixkosten und geringe variable Kosten gekennzeichnet. Die Folge: Die Anbieter haben einen Anreiz, sich bei den Preisen zu unterbieten. Es ist immer noch besser, einen weiteren Kunden mit Rabatt zu gewinnen, als ihn an die Konkurrenz zu verlieren. Dieser harte Konkurrenzkampf entzieht den Unternehmen die Möglichkeit, auf ihre Produktionskosten auskömmliche Gewinnmargen aufzuschlagen.

Weil der Wettbewerb sehr hart ist, sinkt die Gewinnmarge der Anbieter immer weiter ab. Das sind keine guten Aussichten für langfristige Investoren. Bildquelle: Credit Suisse HOLT.

Weiterhin befindet sich die Branche in einem Wachstumsproblem. 11 Jahre nach der Einführung des iPhones ist der Markt gesättigt. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse nimmt kaum noch zu. Das verschärft den Konkurrenzkampf abermals. Wenn keine neuen Kunden mehr gewonnen werden können, steigen die Bemühungen aller Anbieter, Kunden von der Konkurrenz zu gewinnen.

AT&T verliert in diesem Konkurrenzkampf seit 2017 Kunden. Jedes Quartal wechseln rund 250.000 Kunden zum aggressiven Wettbewerber T-Mobile US. Deren CEO John Legere konnte das noch vor wenigen Jahren schwer angeschlagene Unternehmen zu einem rasanten Wachstumskurs verhelfen. AT&T und Verizon sparen bewusst am Kundenservice, um die Kosten abzusenken und die (Quartals-)Gewinne zu erhöhen. Außerdem binden sie ihre Kunden in langwierigen Verträgen. T-Mobile US fokussiert sich unter der Führung von Legere auf den bestmöglichen Kundenservice und faire Verträge. Legere ist außerdem eine Art Popstar. In den sozialen Medien folgen ihm Millionen Menschen. Er poliert das Image von T-Mobile US bei jeder Gelegenheit auf. Binnen weniger Jahre konnten mit dieser Strategie unglaubliche 30 Mio. Neukunden gewonnen werden. Entsprechend positiv entwickelte sich der Aktienkurs von T-Mobile US. Das folgende Video gibt dir die Möglichkeit, dir einen persönlichen Eindruck von Legere zu verschaffen.

Für AT&T hat diese verschärfte Wettbewerbssituation unangenehme Folgen. Der Umsatz pro Kunde kann nicht erhöht werden. Außerdem sinkt die Kundenzahl. Würde AT&T mit einem besseren Kundenservice und faireren Angeboten auf die Aktivitäten von T-Mobile US reagieren, so würde der Gewinn aufgrund steigender Kosten deutlich absinken. Daher unternimmt AT&T einfach nichts und lässt den Kundenschwund weiter zu. Ich vermute, dass AT&T mit einer Ablehnung des Zusammenschlusses von T-Mobile US und Sprint rechnet. Dadurch wird T-Mobile US über kurz oder lang aufgrund der fehlenden Finanzkraft eine schlechtere Abdeckung im 5G-Netz erreichen. Der Kundenschwund wäre gestoppt. Wird der Zusammenschluss der Konkurrenz aber genehmigt, so steht AT&T vor einem ungelösten strategischen Problem.

Im Kerngeschäft hat AT&T seit Jahren mit stagnierenden bzw. sogar leicht fallenden Umsätzen und Gewinnen zu kämpfen. AT&T CEO Randall Stephenson hatte daher nur zwei Möglichkeiten, um den Gewinn je Aktie anzukurbeln. AT&T war vor wenigen Jahren noch sehr gering verschuldet. Mit der Aufnahme von Fremdkapital konnten Aktien zurückgekauft werden. Die Verschuldung stieg an, der Gewinn je Aktie auch. Außerdem tätigte AT&T zwei große Übernahmen.

2015 wurde der größte Pay-TV-Anbieter der Welt, DirecTV, für 67 Mrd. USD inklusive Schulden übernommen. DirecTV bietet v.a. in den USA ein großes Bündel an Pay-TV-Sendern für sehr hohe Gebühren an. Rund 20 Mio. Kunden zahlen durchschnittlich 118 USD pro Monat für den Empfang der Pay-TV-Sender. Ein sehr hoher Preis. Das Unternehmen arbeitet daher zwar sehr profitabel, verliert aber auch zunehmend Kunden. Diese sind angesichts von Preisen von ca. 10 USD pro Monat für Netflix oder Prime Video zunehmend nicht mehr bereit, derart hohe TV-Gebühren zu zahlen. DirecTV hat auf die abnehmenden Kundenzahlen bereits mit einem eigenen Streaming-Dienst (DirecTV Now) reagiert. Dieser ermöglicht den Empfang einiger Pay-TV-Sender vom Handy aus für 35 USD pro Monat. Rund zwei Jahre nach dem Start des Dienstes konnten jedoch gerade einmal 1,8 Mio. Kunden gewonnen werden. Das ist etwas mehr als 1% der Netflix-Kunden. Außerdem kannibalisiert das neue, günstigere Angebot die ertragreichen Altverträge. Die strategische Überlegung hinter dieser sehr teuren Akquisition erschließt sich mir einfach nicht. Da DirecTV die ausgesendeten Shows größtenteils einkauft und nicht selbst produziert, fehlt der Burggraben. Die Streaming-Technologie verdrängt das sehr teure und über Satelliten gesendete Pay-TV zunehmend. Die Kunden schwinden mit rund 5-7% pro Jahr. Die Kundenabwanderungsrate nimmt zu.

Höchstwahrscheinlich hat das AT&T-Management den strategischen Fehler bereits wenige Monate nach der Akquisition erkannt. Daher hat es das Management auch nicht bei dieser einen Akquisition belassen, sondern bereits ein Jahr später, in 2016, nachgelegt. Damals verkündete AT&T, den Medienkonzern TimeWarner für 108 Mrd. USD inkl. Schulden übernehmen zu wollen. Es folgte ein zweijähriger Streit mit den Kartellbehörden. Schließlich wurde die Übernahme im Juni 2018 genehmigt. Time Warner ist eines der größten Medienunternehmen der USA. Es werden zahlreiche TV-Shows produziert. Darunter auch der berühmte Kanal CNN. Außerdem gehören dem Unternehmen mehrere Filmstudios. Eine gigantische Bibliothek an bereits produzierten Filmen und Serien gehört ebenfalls zu Time Warner. AT&T verkündete im September 2018, und damit wenige Monate nach der Übernahme, dass man mit den Inhalten von TimeWarner ab Ende 2019 einen eigenen Streaming-Dienst anbieten möchte. Durch diesen neuen und direkten Vermarktungskanal erhofft sich das Unternehmen steigende Einnahmen. Allerdings kommt AT&T zu einem Zeitpunkt auf den Markt, zu dem Netflix und Amazon Prime ihr Angebot nochmals deutlich ausgebaut haben werden. Außerdem wird AT&T gegen den inhaltlich deutlich stärkeren Konkurrenten Disney ankämpfen müssen. Disney hat für Ende 2019 ebenfalls einen Streaming-Dienst angekündigt. Daher rechne ich für den eigenen Streaming-Dienst zwar mit einigen Millionen Kunden, nicht aber mit dem durchschlagenden Erfolg. Selbst wenn es gelingt, binnen zwei Jahren 20 Mio. Kunden zu gewinnen, die monatlich 10 USD bezahlen, würden sich die Umsätze von AT&T angesichts der enormen Größe um weniger als 2% erhöhen.

Generell finde ich die TimeWarner-Akquisition aber strategisch deutlich sinnvoller als die Akquisition von DirecTV. Denn TimeWarner gehört der exklusive Content. Dieser wird künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich wertvoller werden als noch heute. AT&T rechnet damit, dass der tägliche Videobildkonsum je US-Amerikaner in den nächsten 10 Jahren von fünf auf neun Stunden ansteigen wird. In autonomen Autos wird keiner mehr am Steuer sitzen müssen. Folglich wird die verfügbare Zeit weiter zunehmen. Durch große Produktivitätsfortschritte aufgrund der weiteren Entwicklung der künstlichen Intelligenz könnte die Wochenarbeitszeit verringert werden. Dies würde ebenfalls zu mehr Freizeit führen. Großartigen Videocontent zu besitzen, dürfte sich also tatsächlich auszahlen. Allerdings stellt sich dann für einen Privatanleger schon die Frage, warum man ausgerechnet AT&T besitzen sollte, und nicht besser Netflix, Disney oder Amazon?

Einen Vorteil wird AT&T den eigenen Streaming-Kunden anbieten können: Die Übertragung der Video-Inhalte auf das Smartphone kann für die Kunden kostenfrei und in optimaler Qualität über das eigene Mobilfunknetz erfolgen. Wer hingegen Netflix über das Smartphone konsumiert, muss sehr teure Mobilfunkverträge abschließen, um dauerhaft unlimitiert streamen bzw. surfen zu dürfen.

AT&T dürfte darüber hinaus vom Siegeszug der autonomem Autos profitieren: Diese werden wohl alle eine eigene Mobilfunkverbindung haben. Die Zahl der Kunden sollte sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Allerdings werden die Hersteller wohl direkt Großverträge mit den Mobilfunkanbietern schließen. Da kommt es zu deutlichen Rabatten.

Wer sich für die Strategie von AT&T interessiert und sich gleichzeitig einen persönlichen Eindruck vom seit 2007 bestellten CEO Randall Stephenson verschaffen möchte, dem empfehle ich folgendes Video:

Fazit: Die Telekommunikationsbranche ist kein Wachstumsmarkt. Die Anbieter stehen in einem starken Konkurrenzkampf. Dieser verhindert auskömmliche Erträge. Außerdem ist die Branche sehr kapitalintensiv. Es muss viel Geld in neue Netze investiert werden. Die Zukunft ist ungewiss. AT&T erkannte das und flüchtete nach vorne. Mit der Wandlung zu einem Medien- und Kommunikationsunternehmen sollen die Einnahmen künftig besser diversifiziert sein. Der Preis dafür war aber hoch: AT&T ist nach der TimeWarner-Übernahme mit unglaublichen 160 Mrd. USD verschuldet. Die Verschuldungskapazität ist nun für einige Jahre völlig ausgeschöpft. AT&T hat sein Pulver verschossen. Durch die Akquisitionen konnte zwar der Gewinn je Aktie gesteigert werden, die Dividende kann aufgrund der Schuldentilgung in den nächsten Jahren aber weiterhin nur mit sehr geringen Raten gesteigert werden. DirecTV hat mit sinkenden Abonnentenzahlen zu kämpfen. TimeWarner ist hochprofitabel und hat Chancen, den Unternehmenserfolg im Streaming-Markt zu steigern. Allerdings erscheint das daraus resultierende Ertragspotential im Vergleich zu den bereits erwirtschafteten Erträgen im riesigen AT&T-Konzern eher gering.

Im letzten Abschnitt bin ich intensiv auf Entwicklungen im Telekommunikationsmarkt sowie der Strategie von AT&T eingegangen. In diesem Abschnitt betrachten wir die Größe und die Rentabilität der einzelnen Sparten von AT&T, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, womit AT&T sein Geld verdient. AT&T hat seine Tätigkeiten in fünf Sparten eingeteilt:

In der Sparte Consumer Mobility erwirtschaftete AT&T 2017 einen Umsatz von 62 Mrd. USD und einen operativen Gewinn von 17,8 Mrd. USD. In dieser Sparte bietet AT&T seinen 89 Mio. Mobilfunkkunden einen Zugang zu mobilem Internet an. Die Kunden befinden sich überwiegend in den USA, da AT&T dort sein Mobilfunknetz betreibt. In den letzten zwei Jahren hat AT&T zwei Mio. Kunden an die Konkurrenz (hauptsächlich T-Mobile US) verloren. T-Mobile US lockt die Kunden mit günstigeren Tarifen und einem besseren Kundenservice an. Die Umsätze von AT&T fallen daher leicht ab. Die Gewinne können (noch) stabil gehalten werden. Dank Kosteneinsparungen. AT&T hofft, mit dem Beginn des 5G-Zeitalters wieder Kunden von T-Mobile US zurückgewinnen zu können. Dürfen T-Mobile US und Sprint miteinander fusionieren, dann wird dieser Plan scheitern. Denn als zusammengeschlossenes Unternehmen hat der Konkurrent ebenfalls die finanziellen Möglichkeiten, um ein leistungsstarkes 5G-Netz aufbauen zu können.

In der Sparte Entertainment Group erzielte AT&T 2017 einen Umsatz von 51 Mrd. USD und einen operativen Gewinn von 5,5 Mrd. USD. In dieser Sparte bietet AT&T Pay-TV-Kanäle an. Die Daten werden hauptsächlich über eigene Satelliten sowie Kabelnetzwerke zu den Kunden übertragen. Die Zahl der klassischen Kunden, die durchschnittlich 115 USD pro Monat zahlen, sinkt mit rund 1-2% pro Jahr ab. Entsprechend fallen auch die Umsätze leicht ab. Dem Unternehmen ist es mit dem Streaming-Angebot DirecTV aber gelungen, den Kundenschwund im Pay-TV klassischer Art durch 1,8 Mio. neue Abonnenten von DirecTV Now auszugleichen. Diese steuern dem Unternehmen aber geringere Umsätze bei. Daher sinken die Umsätze der Sparte kontinuierlich ab.

In der Sparte Business Solutions erzielte AT&T 2017 einen Umsatz von 39 Mrd. USD und einen operativen Gewinn von 8,5 Mrd. USD. Diese Sparte bietet Geschäftskunden Mobilfunkverträge, klassische Telefonanschlüsse sowie High-Speed-Internetverbindungen über das Kabelnetzwerk von AT&T an. Auch in diesem Segment sind die Umsätze von AT&T in den letzten beiden Jahren kontinuierlich gesunken. Dies lag v.a. an den rückläufigen Umsätzen mit klassischen Telefonanschlüssen. Der Umsatz mit Mobilfunkverträgen sowie High-Speed-Internetverbindungen konnte hingegen gesteigert werden.

In der neuen Sparte WarnerMedia erzielte AT&T 2017 keine Umsätze. Diese Sparte beinhaltet künftig alle Umsätze und Erträge der im Juni 2018 akquirierten Tochter TimeWarner. Time Warner erzielte 2017 einen Umsatz von 31 Mrd. USD und einen operativen Gewinn von 8 Mrd. USD. WarnerMedia produziert TV-Shows, Serien und Filme und verkauft diese an Pay-TV-Anbieter, Free-TV-Anbieter, Kinos sowie über DVDs an Endkunden. Künftig wird es zusätzlich einen Streaming-Dienst geben. Da AT&T TimeWarner erst Mitte 2018 übernommen hat, werden die Umsätze und Gewinne von TimeWarner in der Bilanz für 2018 nur teilweise abgebildet werden. Erst 2019 werden die vollen Erträge verbucht werden. TimeWarner konnte seine Umsätze und Gewinne in den letzten Jahren mit zweistelligen Raten steigern. Die Aussichten sind weiterhin gut.

In der kleinsten Sparte des Unternehmens, International, bündelt AT&T das internationale Geschäft. Dieses beinhaltet Mobilfunkverträge in Mexiko sowie Pay-TV-Angebote in einigen südamerikanischen Ländern. Der Umsatz belief sich 2017 auf 8 Mrd. USD, der operative Verlust der Sparte auf 300 Mio. USD.

Fazit: AT&T ist ein breit aufgestelltes Kommunikations- und Medienunternehmen. In der profitabelsten Sparte, dem Mobilfunkgeschäft mit Privatkunden, hat das Unternehmen mit sinkenden Kundenzahlen zu kämpfen. In der Sparte mit Geschäftskunden belasten rückläufige Umsätze aus klassischen Telefonanschlüssen das Unternehmen. In der Pay-TV-Sparte hat AT&T mit zunehmender Konkurrenz durch Streaming-Anbieter zu kämpfen. Daher kündigen immer mehr Kunden. Sie sind nicht mehr bereit, über 100 USD im Monat zu zahlen, wenn die Konkurrenz ansprechende Angebote für 10-15 USD anbietet. Das internationale Geschäft ist relativ unbedeutend, erwirtschaftet aber einen kleinen Verlust. All diese Sparten haben daher mit leicht rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Der Gewinn konnte durch Kosteneinsparungen konstant gehalten werden. Ewig wird das jedoch nicht möglich sein. In der Mobilfunksparte mit Privatkunden hofft AT&T auf das neue 5G-Netz. Ansonsten sollen steigende Umsätze und Gewinne in der WarnerMedia-Sparte dafür sorgen, dass die Umsätze und Gewinne im Gesamtunternehmen in den nächsten Jahren zumindest stabil bleiben. Das dürfte auch gelingen. Ich rechne im Gesamtunternehmen langfristig mit 0-2% Umsatz- und 1-3% Gewinnwachstum pro Jahr.

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