
Apple Aktienanalyse: Unterbewertete Cash-Maschine oder Value-Falle?
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| Aktienanalyse Apple | |
| WKN | 865985 |
| Preis | 150 USD |
| Ausstehende Aktien | 5.000 Mio. |
| Marktkapitalisierung | 750 Mrd. USD |
| Nettoliquidität | 122 Mrd. USD |
| Enterprise Value | 628 Mrd. USD |
| Datum | 10.01.2019 |
| Free Cash Flow-Rendite | 7,8% |
| Renditeerwartung | 10,8-12,8% |
| Dividendenrendite | 2,1% |
2Überblick: Apple ist die größte Cash-Maschine der Welt
2010 meldete sich Steve Jobs bei Warren Buffett: "Wir haben einfach zu viel Cash. Wissen nicht mehr, was wir damit machen können. Hast du einen Rat?" Buffett fragte Steve Jobs, ob er die Aktie für unterbewertet halte. Steve Jobs bejahte. Die Aktie stand damals bei 30 USD. Folgerichtig riet Buffett zu großen Aktienrückkaufprogrammen. Doch Steve Jobs tat nichts. Der Cashberg wuchs weiter
Zwischenzeitlich hat Tim Cook den CEO-Posten übernommen. Aufgrund ständig steigender Umsätze und Gewinne sprudelte der Gewinn immer stärker. Tim Cook zog die "Notbremse" und startete aggressive Aktienrückkäufe. Innerhalb weniger Jahre wurden Aktien im Wert von 240 Mrd. USD zurückgekauft. Dividenden von über 70 Mrd. USD ausbezahlt. Und Apple ist immer noch schuldenfrei und sitzt auf einem Cashberg von 122 Mrd. USD. Die Geschäfte des Unternehmens laufen so gut, dass jährlich weitere 60 Mrd. USD hinzukommen
Der Grund dafür: Apple ist der größte Luxuskonzern der Welt. Hat sich konsequent im Premium-Segment positioniert. Konnte Umsatz und Gewinn dank hervorragender Produkte und zahlreicher Innovationen immer weiter steigern. Die Preise wurden erhöht. Apple baut ein perfekt ineinandergreifendes Ökosystem auf. Das bindet die Nutzer an das Unternehmen
Trotz dieser beispiellosen Erfolge ist der Aktienkurs des Unternehmens zuletzt regelrecht eingebrochen. In drei Monaten ging es 35% bergab. Die Bewertung ist nun so günstig wie lange nicht mehr
Handelt es sich bei Apple also um eine unterbewertete Cash-Maschine mit großem Potential - oder gibt es doch Gründe für den starken Abverkauf der Aktie? Wie groß ist das Potential im Aktienkurs?
3Geschäftsmodell: Apple stellt Hardware & Software für den digitalen Alltag her
Kurze Unternehmensgeschichte: So gelang der Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt
Apple wurde 1976 als Garagenfirma von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne gegründet. Das Unternehmen war einer der ersten Hersteller von Computern. Apple hat die Computermaus erfunden. Die ersten Jahrzehnte des Unternehmens waren wechselhaft: Zeiten mit enormen Wachstumsraten wechselten sich mit schweren Krisen ab. Der technologische Fortschritt führte dazu, dass die Produkte ständig verbessert werden mussten, um nicht abgehängt zu werden.
Steve Jobs war ein genialer Visionär. Ein Genie. Ein Innovationsgeist. 2001 erschien mit dem iPod das erste große innovative Erfolgsprodukt des Unternehmens. Der iPod revolutionierte die Musikindustrie. Über einen digitalen Shop (iTunes) konnten Kunden einzelne Musiktitel kaufen. Alle ihre Musik jederzeit dabei haben. Schnell wurde ein von Jahr zu Jahr größeres Display ergänzt.
2007 stellt Apple das iPhone vor. 12 Jahre später sind Smartphones aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Doch Steve Jobs war das nicht genug. Er verstand einfach nicht, warum Kunden gleichzeitig so viele technologische Geräte nebeneinander benutzten: Ein Mobiltelefon, eine Digitalkamera, ein Musikplayer usw. Also entwickelte das Unternehmen mit (damals noch) kleinem Budget ein Gerät, das alles auf einmal kann. 2007 war es soweit: Apple präsentierte der Welt das iPhone. Anfangs noch ausgelacht, schlug das Gerät binnen weniger Jahre wie eine Bombe ein. Veränderte unsere Gesellschaft und unseren Alltag so stark wie kaum eine andere Erfindung der letzten Jahrzehnte.
Doch damit nicht genug: 2010 folgte mit dem iPad das erste alltagsfähige Tablet. Apple bewies einmal mehr eine enorme Innovationskraft.
2011 folgte ein trauriger Moment: Steve Jobs, der Firmengründer und langjährige CEO, verstarb. Seitdem wird Apple von Tim Cook geführt. Aufgrund des enormen Erfolges des Unternehmens gibt es zahlreiche (neidische) Kritiker: Sie werfen Apple vor, seit dem Tod von Steve Jobs nicht mehr innovativ zu sein.
Doch das stimmt nicht. Wenige Jahre später erfand das Unternehmen die AirPods. Die ersten kabellosen Kopfhörer der Welt erfreuen sich steigender Beliebtheit. Außerdem kam mit der AppleWatch die erste Smartwatch des Unternehmens auf den Markt. Binnen weniger Jahre erreichte Apple einen gigantischen Marktanteil. Die gesamte Schweizer Uhrenindustrie befindet sich seitdem in einer Existenzkrise. Der Umsatz nur aus dem Verkauf von AirPods und der AppleWatch liegt bei rund 15 Mrd. USD jährlich. Das sind 50% mehr als der iPod in seinem besten Jahr eingebracht hat.
Tim Cook hat kürzlich zudem verkündet, dass er dieses Jahr noch bedeutende Neuigkeiten zu verkünden hat. Wir dürfen also gespannt bleiben. Seit 2007 hat Apple das jährliche Budget für Forschung & Entwicklung von einer Mrd. USD auf zuletzt mehr als 14 Mrd. USD hochgefahren. Immer wieder gibt es Gerüchte, denen zufolge Apple an der Entwicklung eines Autos arbeiten würde. Angesichts des enormen Budgets durchaus möglich. Doch es dürfte noch mehr Neuerungen geben. Auch im medizinischen Bereich. Zur Kultur des Unternehmens gehört es, die Erfindungen verdeckt zu halten. Eines Tages in einer großen Show zu präsentieren. Und dann einen riesigen Erfolg einzufahren.
Mission des Unternehmens: Das beste Nutzererlebnis dank innovativen Geräten und perfekt abgestimmter Software
Apple ist ein Luxusunternehmen. Fokussiert sich seit jeher darauf, die besten Produkte anzubieten. Baut ein Ökosystem auf, in dem alle Geräte des Nutzers perfekt aufeinander abgestimmt sind. Liefert Software und Hardware aus einer Hand. Alle Apple-Nutzer kennen es: Das Gefühl, dass einfach alles funktioniert. Immer zuverlässig. Super ausgereift. Intuitiv.
Apple ist der festen Überzeugung, dass die bestmöglichen Produkte den Kunden einen enormen Nutzen stiften. Daher können und dürfen diese Produkte auch zum entsprechenden Preis verkauft werden.
Management: Tim Cook führt Apple seit 2011
Tim Cook ist Ingenieur. Später schloss er zudem ein MBA-Studium (Management) ab. Er arbeitet seit 1998 bei Apple. Wurde von Steve Jobs persönlich abgeworben. Steve Jobs war mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Cook war bereits vor seinem Tod mehrmals zum vorübergehenden CEO ernannt worden, als Steve Jobs wegen seiner gesundheitlichen Probleme Auszeiten nehmen musste.
Der heute 58-jährige führt Apple mit einer ruhigen Hand. Er achtet darauf, dass Apple weiterhin die besten Mitarbeiter anziehen und halten kann. Das folgende, brandneue, Video gibt dir einen tollen Einblick in seine Gedanken.
Aktionärsstruktur: Buffett ist größter Aktionär
Buffett hielt sich lange von Techaktien fern. Das änderte sich Ende 2016. Der Altmeister kauft seitdem aggressiv Apple-Aktien ein. Hält mittlerweile 252 Mio. Aktien des Unternehmens. Das entspricht einem Anteil von etwas mehr als 5% an Apple bzw. einem Wert von 38 Mrd. USD. Angesichts des jüngsten Kursrückgangs dürfte Buffett in der Zwischenzeit aber wohl deutlich aufgestockt haben. In mehreren Videos erklärt er, dass ihm vorübergehend sinkende iPhone-Absatzzahlen egal sind. Er nutzt bestimmt die Gelegenheit und kauft derzeit massiv Aktien hinzu. Cash hat er mit über 100 Mrd. USD mehr als genug.
Buffett sieht in Apple keine reine Tech-Aktie, sondern eine Art Konsumgüterunternehmen. Ihm ist aufgefallen, dass die meisten Kunden Apple treu bleiben. Immer wieder die Produkte kaufen.
Markt für Smartphones der relevanteste Markt für Apple
Apple ist ein Technologieunternehmen, das neben dem iPhone auch zahlreiche weitere Produkte (Computer, Tablets, Uhren, Kopfhörer, Smart-Speaker, Software...) verkauft. Der Großteil der Umsätze und Gewinne stammt aber aus den iPhone-Verkäufen, wie folgende Grafik beweist:
Der Umsatzanteil des iPhones am Gesamtumsatz bleibt konstant bei über 60%. Daher beschäftigen wir uns in der Branchenanalyse mit dem Smartphone-Markt.
Dieser Markt ist äußerst jung. Die Erfindung des iPhones im Jahr 2007, also vor nicht einmal 12 Jahren, war der Startschuss einer gigantischen Industrie.
Globale Smartphoneindustrie stagniert auf hohem Niveau, Apple kann sich dem nicht entziehen
2009 wurden weltweit gerade einmal 173 Mio. Smartphones verkauft. 2015 bereits 1,4 Mrd. Stück. Das entspricht einer Verachtfachung des Marktvolumens in gerade einmal sechs Jahren. Seitdem stagniert der Markt. Jeder, der ein Smartphone haben möchte, hat bereits eins. Der Großteil der Nachfrage entsteht durch Austauschmodelle. 1,4 Mrd. Geräte bedeuten statistisch alle fünf Jahre für jeden Menschen auf der Welt ein neues Gerät. Bildquelle: Statista.
Apple kann sich der Stagnation innerhalb der Branche nicht entziehen. Seit 2015 stagnieren auch bei Apple die Verkäufe auf einem stabil hohen Niveau.
Doch so schnell gibt sich Apple nicht zufrieden: Die Menge stagniert zwar - der Preis aber nicht. Im Geschäftsjahr 2018 (das läuft bei Apple vom 01. Oktober 2017 bis 30. September 2018) hob das Unternehmen die Preise deutlich an. Doch damit nicht genug: Im Quartal vom 01. Oktober bis 31. Dezember 2018 stiegen die Preise pro Gerät nochmals um 10% an. Durch diese Preiserhöhungen ist es Apple in den letzten Jahren gelungen, trotz stabiler Absatzmenge, den Umsatz und Gewinn mit dem Verkauf von iPhones deutlich zu steigern.
Der weltweite Smartphone-Markt umfasst also rund 1,4 Mrd. verkaufte Geräte. Wächst nicht, schrumpft aber auch nicht. Ist im Wesentlichen vom Austausch der Altgeräte geprägt. Apple verkauft davon etwas mehr als 200 Mio. Stück und erreicht so einen Marktanteil von rund 16%. Die fünf größten Hersteller teilen sich 90% des Marktes auf.
Apple ist der Luxusanbieter im Markt für Smartphones
Anders sieht die Lage bei den Premium-Geräten aus: Von allen Geräten, die mehr als 800 USD kosten, erreicht Apple einen Marktanteil von gigantischen 79%. Die Einschätzung als Luxuskonzern bestätigt sich. Bildquelle: Counterpoint Research.
Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Haben zahlreiche Geräte ersetzt. Digitalkameras, Musikplayer, Mobiltelefone. Der durchschnittliche Nutzer benutzt sein Smartphone mehrere Stunden täglich. Sensible Daten und Informationen sind auf den Geräten gespeichert.
Branchenanalyse nach Porter
An dieser Stelle führen wir nun ein wiederkehrendes Format ein. Die Branchenanalyse nach Porter.
Seit vielen Jahrzehnten beschäftigt sich der US-Professor Michael Porter mit dem Wettbewerbsgedanken. Seine Überzeugung ist: Profitable Unternehmen erfüllen Kundenwünsche, ohne dabei unnötige Ressourcen zu verschwenden.
Porter glaubt: Die Performance eines Unternehmens ist das Resultat aus zwei Faktoren:
Performance der Industrie: Den Five Forces, die alle Unterschiede in der Profitabilität verschiedener Industrien erklären
Performance des Unternehmens: Der Strategie eines Unternehmens, die die relative Profitabilität im Vergleich zur Industrie/Branche erklärt
Doch der Reihe nach: Beginnen wir nun mit seinem Five Forces-Modell: Dieses Modell ermöglicht die systematische Analyse der Profitabilität einer Branche. Der Grundgedanke ist immer derselbe:
Die Wettbewerber begrenzen die Profitabilität eines Unternehmens.Je intensiver der Wettbewerb in einer Branche ausgeprägt ist, desto geringer die Profitabilität.

Porters Five Forces des Smartphone-Marktes
Hinweis: Je mehr Punkte wir in der Spalte "Stärke" vergeben, desto intensiver ist der Wettbewerb ausgeprägt. 1 Punkt bedeutet kein Wettbewerb, 10 Punkte bedeuten maximalen Wettbewerb.
| Wettbewerbskraft | Einschätzung | Stärke |
| Existierende Konkurrenz | Es gibt einige Wettbewerber. Die Branche wächst nur noch langsam. Die Hardware aller Hersteller ähnelt sich mittlerweile stark. Aber Apple hat einen entscheidenden Vorteil: Das eigene Betriebssystem iOS. Alle anderen Smartphones laufen über das zu Alphabet gehörende Betriebssystem Android. Bei der Software gibt es klare Unterschiede. | 5/10 |
| Potentielle Konkurrenz | In den letzten Jahren sind einige neue chinesische Hersteller in den Markt eingestiegen. Diese wachsen nun zu echten Konkurrenten heran. Bieten Hardware in der gleichen Qualität zu einem deutlich geringeren Preis an. Die Software bleibt hingegen ein starker Differenzierungsfaktor: Selbst Microsoft und Nokia zusammen ist es nicht gelungen, ein drittes Betriebssystem neben Android und iOS aufzubauen. Die Netzwerkeffekte verhindern einen Marktzugang im Softwarebereich. Es lohnt sich nicht, Apps für ein System zu entwickeln, das keine Nutzer hat. Umgekehrt lohnt es sich für Kunden nicht, ein System zu kaufen, in dem es keine Apps gibt. Neue Konkurrenz ist im Software-Bereich daher nicht zu erwarten. | 4/10 |
| Ersatzprodukte | Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Kurz- und mittelfristig ist kein Ersatzprodukt in Sicht. Und selbst wenn in ferner Zukunft ein Computerchip entwickelt wird, der unser Gehirn direkt mit dem Internet verbindet, so werden wir voraussichtlich weiterhin Smartphones nutzen. Das Smartphone hat den Laptop ja auch nicht abgelöst, sondern ergänzt. Dieses Szenario "Computerchip" ist langfristig zwar sehr relevant, in den nächsten Jahren dürfte diesbezüglich aber kaum eine Gefahr bestehen. | 1/10 |
| Macht der Lieferanten | Apple stellt seine Produkte nicht selbst her, sondern lässt sie von asiatischen Unternehmen (Foxconn) im Auftrag produzieren. Teilweise wird die gesamte Produktionsmenge bei einem einzigen Unternehmen bestellt. Dennoch ist Apple sehr mächtig - und der Produzent nicht. Apple kann im Zweifel bei der nächsten Generation den Lieferanten wechseln. | 3/10 |
| Macht der Abnehmer | Das Smartphone hat im Leben der Kunden eine enorme Bedeutung. Die Wechselkosten von der iOS-Software zu Android und umgekehrt sind hoch. Viele Daten müssen übertragen werden. Die beiden Systeme erfordern eine Umgewöhnung. Die Kunden können sich nicht zusammenschließen und eine Einkaufsmacht bilden. | 2/10 |
Fazit zur Branchenanalyse: Stärkste Wettbewerbskraft sind die existierenden Wettbewerber
Die hohe Konkurrenz zwischen den Wettbewerbern begrenzt den Preissetzungsspielraum von Apple
Das zeigt auch die neueste Gewinnwarnung des Unternehmens auf (dazu später mehr), die auf eine deutliche Preiserhöhung folgte
Strategie von Apple: Auf das Ökosystem setzen, sich als Luxusmarke positionieren
Das Five Forces-Modell von Porter lässt auf eine insgesamt attraktive Branche schließen. Die Hardware ist aber schon lange nicht mehr der differenzierende Faktor. Kein Wunder, dass die meisten Hardware-Hersteller wie Huawei etc. Verluste schreiben. Innerhalb weniger Monate sind chinesische Unternehmen in der Lage, alle Hardware-Innovationen von Apple nachzubauen. Machen sich dann gegenseitig Konkurrenz und liefern sich einen Preiskampf ab.
Der Burggraben des Unternehmens liegt im eigenen Betriebssystem iOS und in der perfekten Abstimmung von Hardware und Software. Durch das gezielte Anbieten von immer weiteren kompatiblen Produkten (nun auch die iWatch mit Aufzeichnung der Gesundheitsdaten etc.) graben sich die Nutzer immer tiefer in das Ökosystem ein. Da nur Apple-Geräte untereinander kompatibel sind, befinden sich schnell nur noch Apple-Geräte im Haushalt.
Das Unternehmen achtet seit jeher auf den Schutz der Daten. Verdient im Gegensatz zu Alphabet damit kein Geld.
Aufgrund der enormen Bedeutung gibt es neben dem Ökosystem und der Software aber noch einen weiteren Differenzierungsfakor: Das Image bzw. die Marke. Apple ist ein Luxusunternehmen. Wird von vielen Menschen gerne stolz als Statussymbol getragen.
Die Strategie von Apple ist also goldrichtig: Weitere kompatible Produkte wie die iWatch anbieten. Die Nutzer gewöhnen sich immer stärker an die Geräte. Möchten auf ihre ganzen Daten/Bilder/Kontakte/Spielstände in den Apps nicht mehr verzichten. Kaufen das Austauschgerät erneut von Apple. Die Preiserhöhungen erfolgten wohl aber zu schnell. Dadurch besteht nun die Gefahr, in Schwellenländern und v.a. in China viele Marktanteile an das Android-System abzugeben. Wenn sich die Nutzer dort an Android gewöhnen, könnte der Markt dauerhaft verschlossen bleiben.
Geschäftsmodell verständlich erklärt
Apple ist ein führendes Technologieunternehmen, das Hardware und Software für den digitalen Alltag herstellt. Das Unternehmen achtet darauf, dass alle Produkte perfekt ineinandergreifen (Ökosystem). Außerdem kann das Unternehmen Hardware und Software perfekt aufeinander abstimmen. Dadurch erhalten die Nutzer ein besonders angenehmes und zuverlässiges Kundenerlebnis.
Das Unternehmen fährt eine Luxus-Strategie: Alle Produkte sind besonders hochwertig, aber auch besonders teuer. Diese Strategie hat sich bisher klar ausgezahlt.
Apple bietet verschiedene Produkte an, das mit Abstand wichtigste Produkt ist und bleibt aber das iPhone.
iPhone: Gewinnmaschine, stabiler Umsatz
Weiter oben habe ich bereits über das iPhone berichtet. Der globale Markt ist seit 2015 gesättigt. Die meisten Geräte werden als Austauschgeräte gekauft.
Auch Apple kann sich dem stagnierenden Markt nicht entziehen.
Apple erzielt etwas mehr als 60% der Umsätze und höchstwahrscheinlich auch mehr als 60% der Gesamtgewinne mit dem iPhone. Zuletzt wurden die Preise deutlich angehoben. Die Produkte unterscheiden sich aber kaum von der Vorgängerversion.
Da Apple zudem bis Ende 2018 einen Austausch der schnell alternden Batterie für weniger als 30 EUR bzw. 30 USD angeboten hat, haben viele Apple-Kunden einfach nur die Batterie getauscht und ihr altes Smartphone behalten. Dieser Trend hin zu längeren Tauschzyklen dürfte unserer Meinung nach anhalten. Die Technologie verbessert sich derzeit kaum noch. Solange die alten Geräte zuverlässig funktionieren, gibt es für die Kunden kaum einen Grund, auf die nächste Generation zu wechseln.
Daher rechnen wir in Zukunft mit etwa 200 Mio. verkauften iPhones pro Jahr.Von Quartal zu Quartal kann es zu heftigen Schwankungen kommen. Schwache Absatzzahlen dürften eine Einstiegschance sein. Einen DAUERHAFT stark rückläufigen Umsatz erwarten wir aber auch nicht. Denn die Kunden sind von der Software und vom Ökosystem des Unternehmens begeistert bzw. zumindest darin gebunden.
Eine Ausnahme bildet da China. Dort sind die iPhone-Verkäufe im Weihnachtsgeschäft 2018 regelrecht eingebrochen. Haben zur ersten Umsatz- und Gewinnwarnung des Unternehmens seit 16 Jahren geführt. In China bietet Tencent mit der WeChat-App ein eigenes Ökosystem an. Innerhalb dieser App kann dort gechattet, gespielt, bezahlt werden usw. Daher ist es dort im Grunde genommen "egal", welcher Hersteller die Hardware liefert. Die saftigen Preiserhöhungen haben im chinesischen Markt zu einer rückläufigen Nachfrage geführt. Glücklicherweise (für alle Apple-Eigner) ist dieses Problem aber auf China begrenzt.
Wir halten die jüngste Umsatz- und Gewinnwarnung daher für weniger bedrohlich, als sie im ersten Moment erscheint. Das Ökosystem ist stark, die Zahl der aktiven iPhone-Nutzer war nie größer als heute. Das richtige Geld wird zunehmend mit Software- und Service-Produkten erzielt. Dazu gleich mehr.
Andere Produkte: Steigende Umsätze, stärken das Ökosystem
Neben dem iPhone verkauft Apple auch Computer (MacBook/Laptop bzw. iMac/PC). Außerdem die kabellosen Kopfhörer AirPods und einen eigenen Smart Speaker. Die Tablets mit dem Namen iPad.
Die Apple iWatch ist ein Computer auf dem Handgelenk.
Und die iWatch. Das aus meiner Sicht wichtigste Hardware-Produkt des Unternehmens nach dem iPhone. Apple ist hier der gesamten Konkurrenz weit enteilt. Führend bei der Hardware. Die Konkurrenz ist (noch) nicht in der Lage, diese 1:1 zu kopieren. Besonders bedeutend: Die iWatch wird zunehmend zum medizinischen Begleiter. Misst den Puls. Kann ein EKG aufzeichnen. Meldet dem Nutzer verdächtigte bzw. gefährliche Situationen. Und hat damit bereits hunderte, wenn nicht tausende Menschen vor dem Tod gerettet. Denn oftmals schlägt das Herz schon auffällig anders, bevor es zum Herzinfarkt kommt.
Zeichnet außerdem alle Bewegungsaktivitäten auf. Apple forscht stark in diesem Bereich. Er bietet unglaubliches Potential. Bald könnte es vergünstigte Krankenkassenbeiträge geben, wenn man durch die iWatch nachweisen kann, dass man einen gesunden Lebensstil führt. Dann könnte sich das Gerät für die Kunden finanziell sogar auszahlen.
Die AppleWatch sorgt zusammen mit den AirPods bereits für einen Jahresumsatz von 15 Mrd. USD. Wächst weiter stark. Noch wichtiger: Kunden, die sowohl die AppleWatch, als auch ein iPhone nutzen, können kaum noch von Apple wegwechseln. Denn die AppleWatch funktioniert eben nur mit einem iPhone. Außerdem sind gerade in den USA viele Mio. Menschen auf eine Überwachung ihrer Gesundheitsdaten angewiesen, um keinem Herzinfarkt zu erliegen. Dieses Produkt bindet die Kunden enger als je zuvor an das Unternehmen.
Software & Services: Wachstum, Wachstum, Wachstum
Nun wird es richtig spannend. Der Verkauf der Hardware ist das eine. Der anschließende gewinnträchtige Verkauf von Software- und Service-Produkten beflügelt den Gewinn so richtig.
Der Anteil der Software- & Services-Umsätze steigt stetig an. 2015 lagen diese noch bei 20 Mrd. USD. 2018 bereits bei mehr als 37 Mrd. USD. Im Bereich Software & Services hat das Unternehmen kaum Kosten. Die Erträge sind besonders stabil, da wiederkehrend. Und sie wachsen. Mit mehr als 20% pro Jahr.
In dieser Sparte bündelt Apple alle Umsätze aus folgenden Quellen:
Dem AppStore - Apple kassiert 30% von jedem Umsatz, der in einer beliebigen App getätigt wird (Tinder, Spiele-Apps...)
AppleMusic: Der Spotify-Konkurrent wächst schnell
iCloud: Der Cloudservice des Unternehmens kostet mehr Geld, je mehr Speicherplatz belegt wird. Da die Zahl der gespeicherten Bilder, Videos, Dateien immer weiter ansteigt, sprudeln die Einnahmen geradezu
AppleCare: Apple bietet Versicherungen gegen Diebstahl, Beschädigung etc. an
ApplePay: Der Bezahldienst des Unternehmens, bei jedem Umsatz über ApplePay müssen die Banken einen kleinen Teil des Kaufpreises an Apple abdrücken
Google: Apple kassiert von Google mehrere Mrd. jährlich, einfach nur dafür, dass es die Google-Suche auf seinen Geräten weiter vorinstalliert
Diese Umsätze dürften in den kommenden Jahren weiter stabil wachsen. Mit mehr als 10% jährlich. Bieten noch viel Potential. Sind besonders lukrativ. Daher sind wir der Meinung, dass Apple selbst mit dauerhaft stagnierenden iPhone-Verkäufen den Gewinn jährlich um ca. 3% steigern können sollte.
Fazit: Qualitätsunternehmen mit hohem Burggraben
Die iPhone-Verkäufe schwanken. Haben einen starken Einfluss auf die Aktienkursentwicklung. Bereits 2013 und 2016 brach die Aktie um ca. 40% ein, weil die Zahl der verkauften iPhones vorübergehend rückläufig war. Anfang 2019 befinden wir uns wieder in einer solchen Zeit.
Apple verkauft seine Produkte in eigenen und hochwertigen Stores. Bietet tollen Service an. Und gute Beratung. Das stärkt das Luxus-Image.
Das iPhone ist der Haupterlösbringer des Unternehmens. Doch die Gefahr vor dauerhaft rückläufigen Umsätzen wird überschätzt: Die Nutzer sind sehr treu. Durch das Ökosystem und ihre Daten an Apple gebunden. Die meisten werden wieder ein iPhone kaufen. Denn sie mögen auch den Status, den ein Apple-Gerät einbringt.
Da sich die Technologie kaum noch verbessert, gehen mehr und mehr Nutzer dazu über, ihr aktuelles iPhone länger zu benutzen. Zwischendurch die Batterie zu tauschen. Da mittlerweile jeder ein Smartphone besitzt, wird sich die Nachfrage langfristig bei rund 200 Mio. Stück/Jahr einpendeln.
Durch andere Produkte wie die iWatch werden die Kunden immer enger an Apple gebunden. Sie nutzen mehr und mehr Software- und Service-Produkte des Unternehmens.
Langfristig besteht natürlich das Risiko, aber auch die Chance von neuen und revolutionären Technologien. Daher sollte man von Zeit zu Zeit einen Blick auf die aktuellen technologischen Entwicklungen werfen. Darf sich dabei aber auch nicht verrückt machen.
Apple investiert 14 Mrd. USD/Jahr in Forschung und Entwicklung. Bleibt äußerst innovativ.
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