
Allianz Aktienanalyse: Hoffentlich die Allianz-Aktie im Depot?
1
| Allianz SE Aktienanalyse | |
| Hauptsitz | Deutschland |
| WKN | 840400 |
| Preis | 200 EUR |
| Ausstehende Aktien | 424,5 Mio. |
| Marktkapitalisierung | 84.900 Mio. EUR |
| Datum | 16.05.2019 |
| Free Cash Flow-Rendite | 9,3% |
| Renditeerwartung | 11,3-13,3% |
| Dividendenrendite | 4,8% |
2Allianz Aktienanalyse: Allianz ist das weltgrößte Versicherungsunternehmen
"Hoffentlich Allianz versichert": So lautet der bekannte Werbespruch des weltgrößten Versicherers. Der Spruch scheint ziemlich gut funktioniert zu haben. Mittlerweile ist die Allianz zum größten Versicherungsunternehmen der Welt aufgestiegen
Von der Versicherungs-Wut profitieren: Immer mehr Menschen versichern immer mehr Risiken. Das Unternehmen wächst. Dazu kommt: Typischerweise laufen die Verträge über viele Jahrzehnte. Das sorgt für wiederkehrende Einnahmen
Hohe Dividendenrendite: Da die Kunden (statistisch gesehen) mehr Beiträge einzahlen, als sie rausbekommen, bleibt ein hoher Cashflow für die Aktionäre übrig. Dazu kommen die Einnahmen aus dem angelegten Kapital. Die perfekte Basis für eine attraktive Dividendenausschüttung. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei fast 5%!
Stetige Dividendensteigerungen: Doch damit nicht genug. Der Gewinn wächst weiter. Die Ausschüttungsquote liegt erst bei etwas mehr als 50%. Daher besteht nach wie vor ein großer Spielraum für weitere Anhebungen der Dividende
Lieber die Aktie als die Versicherungsprodukte? Ist die Allianz-Aktie etwa die beste "Versicherung" des Unternehmens? Wie hoch werden die künftigen Dividendenerhöhungen ausfallen? Finde es jetzt sofort in der Analyse heraus!
Live-Aktienkurs der Allianz SE
3Geschäftsmodell Allianz-Aktie: Allianz verkauft Sicherheit
Kurze Unternehmensgeschichte: Allianz mit langer Tradition
Mit dem Aufstieg des Autos wuchs auch die Allianz zu einem gewaltigen Unternehmen heran. In den 1960er-Jahren sorgte die KFZ-Versicherung für mehr als 50% des Umsatzes. Bildquelle: Allianz SE.
Gründung: Die Allianz wurde bereits 1890 als Transport- und Unfallversicherung gegründet. Fünf Jahre später folgte der Börsengang.
1918 erfolgte mit dem Siegeszug des Autos auch der Einstieg in das KFZ-Versicherungsgeschäft. Das Unternehmen entwickelte sich sehr gut.
Bankrott: Nach der Niederlage im zweiten Weltkrieg lag auch die Allianz am Boden. Das Unternehmen musste den Bankrott erklären. Der Grund: Durch die Bombardierungen kam es zu immer neuen Schadensfällen. Die Mitarbeiter mussten in den Krieg ziehen, sodass es dem Unternehmen immer schwerer gefallen ist, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Finanzanlagen in staatlichen Reichsanleihen wurden wertlos. Der Immobilienbesitz des Unternehmens wurde zerbombt. Es konnten keine Auszahlungen an die Kunden mehr erfolgen.
Wiederaufbau: Danach wurde die Allianz wieder aufgebaut. Mit dem Wirtschaftswunder ging es auch für die Allianz wieder schnell bergauf. Europäische Gesellschaften wurden zurückgekauft. Ab den 1950er-Jahren sorgte der Einsatz von Computern für eine Absenkung der Verwaltungskosten.
1973 stieg die Allianz schon wieder zum größten Versicherungsunternehmen Europas auf. In den frühen 2000er-Jahren stieg das Unternehmen in das Geschäft der Vermögensverwaltung ein. Davor hatte die Allianz nur das eigene Vermögen angelegt.
Eine gewagte Übernahme: 2001 folgte die Übernahme der Dresdner Bank. 30,7 Mrd. EUR legte die Allianz damals hin! Das Ziel: Bank und Versicherung in einem, der "Allfinanzkonzern".
Der Horror: 2009 wurde klar: Die Übernahme der Dresdner Bank wurde zum mit Abstand größten Fehler der Unternehmensgeschichte. Für nur 5,1 Mrd. EUR wurde die Bank an die Commerzbank weiterverkauft. In letzter Sekunde, bevor auch die ins Straucheln geriet. Als Folge der Übernahme wurde die Commerzbank derart schwach, dass sie mit 18 Mrd. EUR an Steuergeldern vom Staat gerettet werden musste. Hätte die Allianz nicht so ein enormes Glück gehabt, und die faule Bank noch in letzter Sekunde abgegeben, stünde sie heute weitaus schlechter da.
Kursentwicklung der Allianz-Aktie seit 2004. Als die Dresdner Bank ab 2007/2008 ins Strudeln geriet, ist der Aktienkurs trotz solide laufendem Kerngeschäft brutal eingebrochen. Seit 2009 besinnt sich die Allianz ausschließlich auf ihr Kerngeschäft, die Aktie läuft wieder hervorragend. Bildquelle: Comdirect.
Konzern schwer gebeutelt: So führte die Übernahme der Dresdner Bank dazu, dass sich das Eigenkapital trotz hervorragend laufendem Kerngeschäft mit Versicherungen innerhalb von nur zwei Jahren von fast 50 Mrd. auf nur noch 33 Mrd. EUR reduzierte. Daher entschied sich das (ausgewechselte) Management dazu, ab 2009 erst einmal wieder die Kapitalbasis durch Einbehaltung der Gewinne und nur mäßigen Dividendenausschüttungen zu stärken.
Heute steht die Allianz finanziell gesehen wieder auf äußerst soliden Beinen. Bekommt das beste Rating aller Wettbewerber. Fokussiert sich ausschließlich auf das Kerngeschäft mit Versicherungen, das seit vielen Jahrzehnten perfekt beherrscht wird.
Management: Allianz wird von Oliver Bätegeführt
Oliver Bäte, CEO der Allianz SE. Bildquelle: Allianz SE.
Nach den ganzen Abenteuern ab 2001 erscheint ein genauer Blick auf das Management mehr als notwendig.
Allianz wird vom 54-jährigen Oliver Bäte geführt. Oliver Bäte schloss eine Ausbildung zum Bankkaufmann ab und studierte anschließend BWL in Köln.
Den Großteil seines Berufslebens verbrachte er als Unternehmensberater bei der hoch angesehenen Management-Beratung McKinsey & Company. Ab 1998 übernahm er dort die Leitung des Versicherungsgeschäftes. Der enorme Vorteil: Er hat alle Konkurrenten gesehen, einen extrem tiefen Einblick in die Branche.
2008 wechselte er zur Allianz, zuerst als COO (Leitung des operativen Versicherungsgeschäftes), seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender. Sein Vertrag wurde erst vor wenigen Monaten bis September 2024 verlängert, somit herrscht für die nächsten Jahre also eine hohe Sicherheit. Eine sehr rationale Führung ist sichergestellt.
Das folgende Video zeigt Bäte. Er spricht über die Versicherung im Jahr 2030. Sehr rational. Keine Experimente. Sorgsamer Umgang mit dem Kapital der Aktionäre. Senkung der Kosten. Vereinfachung der Produkte. Dafür steht Bäte. Die Zeit der Experimente ist vorbei.
Versicherungen decken ein Grundbedürfnis der Menschen ab
Warum gibt es Versicherungen?
Weil Menschen Verlustängste haben. Gerne schützen, was ihnen wichtig ist. Zum Beispiel ihre Familie, ihr Haus, die eigene Firma.
Die Branche wächst
Kein Wunder, dass dieses Bedürfnis mit zunehmendem Wohlstand größer wird. Daher kennt die Versicherungsbranche nur einen Zustand: Wachstum.
Allerdings hat die Wachstumsrate in entwickelten Wirtschaften (wie Deutschland) deutlich nachgelassen. Etwa 2-3% pro Jahr wächst der Versicherungsmarkt hierzulande noch.
Viele Anbieter, stabile Marktanteile
Der Markt ist von einer Vielzahl von Anbietern geprägt. In den letzten Jahren haben sich die Marktanteile (insgesamt betrachtet) kaum verschoben. Das liegt auch daran, dass die Verträge oft sehr lange laufen. Die allermeisten Kunden sind träge. Prüfen nicht, ob es preiswertere Anbieter mit besseren Leistungen gibt. Zahlen die Beiträge wie im Autopilot.
Die Wertschöpfungskette
Grundsätzlich kann der Versicherungsprozess in unterschiedliche Stufen eingeteilt werden.
Vertrieb: Zuallererst geht es um den Vertrieb. Dieser kann durch eigene Mitarbeiter, durch unabhängige Makler, durch Banken, durch Online-Vergleichsportale oder auch über die firmeneigene Website erfolgen
Erstversicherung: Die Erstversicherung ist der eigentliche Ersteller des Versicherungsproduktes. Legt die Konditionen fest. Z.B.: Bei welchem Ereignis wird welche Summe ausgezahlt? Wie hoch ist der Beitrag? Im Schadensfall prüft die Erstversicherung das Schadensereignis und erstattet dem Kunden den Schaden
Rückversicherung: Oftmals möchte ein Erstversicherungsunternehmen nicht für die gesamten Risiken alleine haften. Wenn bspw. in einem kleinen Gebiet mehrere Mio. Häuser versichert werden und dort ein Hurrikan oder Hagelsturm wütet, wäre der kumulierte Schaden sehr hoch und würde das Ergebnis stark belasten. Also schließt die Erstversicherung mit einer Rückversicherung wie der Munich Re einen Vertrag ab, der die Munich Re dazu verpflichtet, ab dem Übersteigen einer gewissen Schadensumme für die Schäden aufzukommen. Für die Übernahme dieses Risikos erhält die Munich Re im Gegenzug einen Teil der Prämieneinnahmen von der Allianz
Die Allianz ist ausschließlich ein Erstversicherer.
Branchenanalyse nach Porter
An dieser Stelle führen wir nun ein wiederkehrendes Format ein. Die Branchenanalyse nach Porter.
Seit vielen Jahrzehnten beschäftigt sich der US-Professor Michael Porter mit dem Wettbewerbsgedanken. Seine Überzeugung ist: Profitable Unternehmen erfüllen Kundenwünsche, ohne dabei unnötige Ressourcen zu verschwenden.
Porter glaubt: Die Performance eines Unternehmens ist das Resultat aus zwei Faktoren:
Performance der Industrie: Den Five Forces, die alle Unterschiede in der Profitabilität verschiedener Industrien erklären
Performance des Unternehmens: Der Strategie eines Unternehmens, die die relative Profitabilität im Vergleich zur Industrie/Branche erklärt
Doch der Reihe nach: Beginnen wir nun mit seinem Five Forces-Modell: Dieses Modell ermöglicht die systematische Analyse der Profitabilität einer Branche. Der Grundgedanke ist immer derselbe:
Die Wettbewerber begrenzen die Profitabilität eines Unternehmens.Je intensiver der Wettbewerb in einer Branche ausgeprägt ist, desto geringer die Profitabilität.

Porters Five Forces im Markt für Versicherungen
Hinweis: Je mehr Punkte wir in der Spalte "Stärke" vergeben, desto intensiver ist der Wettbewerb ausgeprägt. 1 Punkt bedeutet kein Wettbewerb, 10 Punkte bedeuten maximalen Wettbewerb.
| Wettbewerbskraft | Einschätzung | Stärke |
| Existierende Konkurrenz | Hoch. Unabhängige Makler, Internet-Vergleichsplattformen usw. sorgen dafür, dass die Konditionen der unterschiedlichen Anbieter genau miteinander verglichen werden können. Gerade bei Pflicht-Versicherungen wie der KFZ-Versicherung ist der Wettbewerb extrem hoch. Gering ist er hingegen bei Spezial-Versicherungen. | 8/10 |
| Potentielle Konkurrenz | Mittel. Immer wieder heißt es, Amazon würde an einer digitalen Vergleichsplattform für Versicherungen arbeiten. Dann würde Amazon zum Vermittler der Versicherungen. Das könnte etwas auf die Marge drücken. | 5/10 |
| Ersatzprodukte | Gering. Da fällt mir nicht viel ein. Keine Versicherung. Aber das ist nicht so einfach. Wer möchte schon die Sicherheit aufgeben? Im KFZ-Bereich könnten Hersteller wie Tesla dazu übergehen, ihren Kunden künftig Auto und Versicherung im Paket anzubieten. Selbst in den Markt einsteigen. In den vergangenen Jahren haben das schon viele Hersteller versucht. Sie sind damit allesamt gescheitert. | 3/10 |
| Macht der Lieferanten | Gering. Unter den Rückversicherern herrscht ein starker Wettbewerb. Zumal eine große und global tätige Versicherung wie die Allianz gar nicht so stark auf Rückversicherer angewiesen ist. | 2/10 |
| Macht der Abnehmer | Eher gering. Es gibt viele Vertriebswege. | 2/10 |
Fazit zur Branchenanalyse: Wettbewerbskräfte mittelstark ausgeprägt
Die dominierende Wettbewerbskraft ist der starke Wettbewerb unter den existierenden Konkurrenten. Dieser Wettbewerb begrenzt den Spielraum für Preiserhöhungen
Daher gelingt es den meisten Versicherungen kaum, ihre Kapitalkosten (z.B. eine Eigenkapitalrendite von mehr als 10%) zu decken. Die Versuchung ist groß, mit noch geringeren Preisen mehr Geschäft zu machen. Das rächt sich aber langfristig dadurch, dass die Auszahlungen für Schadensfälle höher als die Beitragseinnahmen sind
Strategie der Allianz SE: Auf die Marke setzen, Kosten senken, solide Bilanz beibehalten
Die Allianz reagiert auf dieses Wettbewerbsumfeld mit einer rationalen Strategie. Die sogenannte "Renewal 2.0 Agenda" hat einen Leitgedanken: Simplicity bzw. Einfachheit.
Durch einfachere Produkte und Prozesse sollen Kunden und Mitarbeiter zufriedener werden und die Produktivität soll steigen. Es soll mehr Zeit für die Kunden übrig bleiben. Weniger für die Verwaltung.
Die Digitalisierung wird vorangetrieben. Dadurch erhofft sich die Allianz dauerhafte Kostensenkungen.
Außerdem werden die Produkte künftig so ausgestaltet, dass sie weltweit verkauft werden können. Bisher erstellt jede Landesgesellschaft eigene Produkte. Entsprechend hoch ist die Zahl an Varianten, unterschiedlichen Prozessen und IT-Abläufen.
Alles in allem ist die Strategie wenig spektakulär, funktioniert aber. Die Allianz hat noch einen weiteren Vorteil: Die enorme Bekanntheit und das hohe Vertrauen der meisten Kunden in diese Marke.
Lies die vollständige Analyse mit 100.000+ Investoren
Fair Value, alle Kennzahlen, Chartanalyse und unsere klare Kaufeinschätzung — jeden Monat neue, fundierte Aktienanalysen.
Kostenlos testen7 Tage gratis · Danach 290 €/Jahr · Jederzeit kündbar
Bereits Mitglied? Einloggen





