
AlleAktien Rezessionskönige — Perspektive auf Rezession und Zins: Das sind die Krisengewinner 2023-2024
Die jüngsten Entwicklungen auf den globalen Finanzmärkten haben eine neue Ära der ökonomischen Herausforderung eingeläutet. Nach einer Phase von negativen Zinsen erlebt Europa nun einen Anstieg auf 5 %, während die Zinsen in den USA zwischen 6 % und 7 % liegen. Diese drastische Zinswende hat weitreichende Implikationen für Investoren, Unternehmen und die breite Öffentlichkeit. Parallel dazu zeigt sich eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, die die Akteure auf den Finanzmärkten zur Vorsicht mahnt. Die zunehmende Sparsamkeit sowohl von Verbrauchern als auch von Unternehmen reflektiert die unsichere ökonomische Landschaft, die von Unsicherheit und einem mangelnden Vertrauen in die zukünftige wirtschaftliche Stabilität geprägt ist. In dieser neuen wirtschaftlichen Realität ist das Thema der Vermögenssicherung und -mehrung in Rezessionszeiten von zentraler Bedeutung. Die Fähigkeit, in einem unsicheren Marktumfeld rentable Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren und zu nutzen, wird zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal für den Erfolg von Investoren. Dieser Bericht, auf Grundlage vorhergehender Studien von J.P. Morgan und McKinsey&Company erstellt, zielt darauf ab, die Dynamiken und Strategien zu erforschen, die es ermöglichen, trotz wirtschaftlicher Rezession Vermögen zu mehren und zu sichern. Durch die Analyse von historischen Daten, aktuellen Marktbedingungen und vorausschauenden Analysen strebt die Studie an, ein fundiertes Verständnis darüber zu vermitteln, wie sich Rezessionsphasen als Chance für finanzielles Wachstum und Stabilität nutzen lassen. Wir stellen heraus, wie auch Privatanleger davon in der Praxis profitieren werden.
1Rezession
1.1Historische Rezessionen
Die Dauer einer Rezession kann stark variieren und hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich der zugrunde liegenden Ursachen der Rezession, politischen Reaktionen, globalen wirtschaftlichen Bedingungen und vielen anderen Faktoren.
In der Regel bezeichnen Ökonomen eine Rezession als einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen. Historische Daten, insbesondere aus Ländern wie den USA, zeigen, dass Rezessionen durchschnittlich 11 Monate dauern. Das ist in der Regel deutlich kürzer als die meisten Investoren denken. Dieser Durchschnitt kann jedoch täuschen, da einige Rezessionen nur wenige Monate dauern, während andere sich über mehrere Jahre erstrecken können. Es ist bestenfalls ein statistischer Wert, den man im Hinterkopf behalten kann.
Zum Beispiel dauerte die große Rezession, die Ende 2007 begann und im Juni 2009 endete, 18 Monate, was sie zur längsten Rezession der Nachkriegszeit in den USA macht. Es gibt andere Länder mit längeren oder kürzeren durchschnittlichen Rezessionsdauern.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass, selbst wenn eine Rezession offiziell endet (d. h. das BIP wächst wieder), die wirtschaftlichen Auswirkungen und die Erholung viel länger dauern können. Hohe Arbeitslosigkeit, Unterinvestition und andere wirtschaftliche Herausforderungen können auch nach dem offiziellen Ende einer Rezession bestehen bleiben.

- 1929-1933Die Große Depression (43 Monate): Die schwerwiegendste Wirtschaftskrise in der Geschichte begann mit dem berüchtigten Börsencrash von 1929, auch als "Schwarzer Freitag" bekannt. Die Krise wurde durch eine Kombination aus spekulativen Aktienkäufen, unzureichender Regulierung und wirtschaftlichen Ungleichgewichten verursacht. Infolgedessen brachen die Aktienmärkte ein und viele Unternehmen gingen bankrott. Die Inflationsrate sank, und die Deflation verschärfte die Krise. Die Zentralbanken versuchten, die Situation durch Senkung der Zinssätze zu kontrollieren, aber die Große Depression endete erst mit der Umstellung der Wirtschaft auf die Kriegsproduktion im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs.
- 1973-1975Ölkrise (16 Monate): Die Rezession der 1970er Jahre wurde durch die Ölkrise von 1973 ausgelöst, als die OPEC die Ölproduktion drosselte und die Preise in die Höhe schossen. Die Börsen reagierten mit starken Verlusten und viele Unternehmen gerieten in Schwierigkeiten. Die Inflationsrate stieg aufgrund der steigenden Energiepreise erheblich an, und die Zentralbanken erhöhten die Zinssätze, um die Inflation einzudämmen. Die Rezession endete schließlich, als sich die Ölpreise stabilisierten und die Wirtschaft sich an die neuen Bedingungen anpasste.
- 1980-1982Rezession der frühen 1980er Jahre (22 Monate): Die Rezession der frühen 1980er Jahre wurde durch eine Kombination aus hoher Inflation, steigenden Zinssätzen und geopolitischen Spannungen verursacht. Die Zentralbanken erhöhten die Zinssätze, um die Inflation zu bekämpfen, was jedoch zu einer Verlangsamung der Wirtschaft führte. Die Aktienmärkte verzeichneten erhebliche Verluste, und viele Unternehmen hatten Schwierigkeiten. Die Rezession endete, als die Zentralbanken die Zinssätze senkten und die Wirtschaft wieder anzog.
- 2000-2001Dotcom-Blase (8 Monate): Die Dotcom-Blase platzte, als der Technologieaktienboom der späten 1990er Jahre endete. Eine Kombination aus überhöhten Aktienbewertungen, unzureichender Regulierung und dem Platzen der Spekulationsblase führte zu einem Einbruch der Aktienmärkte. Die Zentralbanken senkten die Zinssätze, um die Wirtschaft zu stützen, aber die Inflationsrate blieb relativ niedrig. Die Rezession endete, als sich die Technologieunternehmen konsolidierten und die Wirtschaft sich stabilisierte.
- 2007-2008Die große Rezession (18 Monate): Die große Rezession wurde durch die US-Immobilienkrise und die darauffolgende globale Finanzkrise ausgelöst.
Die Tiefe und Dauer einer Rezession hängt oft von ihrer Ursache ab. Einige Rezessionen werden durch externe Schocks ausgelöst, wie z. B. Ölpreisspitzen, Naturkatastrophen oder, wie im Fall von COVID-19, Pandemien. Andere können durch finanzielle Ungleichgewichte verursacht werden, wie z. B. die Immobilien- und Kreditkrise 2007–2009. Wieder andere können das Ergebnis von politischen Entscheidungen oder geopolitischen Ereignissen sein.
Die Reaktionsfähigkeit der politischen Entscheidungsträger kann ebenfalls eine Rolle bei der Dauer einer Rezession spielen. Eine schnelle und effektive fiskal- und geldpolitische Reaktion kann helfen, eine Rezession abzumildern und ihre Dauer zu verkürzen. Umgekehrt können zögerliche oder ungeeignete politische Reaktionen eine Wirtschaftskrise verschärfen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Zustand der Banken und des Finanzsystems. Ein stabiles Finanzsystem kann helfen, das Vertrauen während einer Rezession aufrechtzuerhalten, während Probleme im Bankensektor zu einer Kreditklemme und einer Vertiefung der Rezession führen können.
Die globalen wirtschaftlichen Bedingungen sind ebenfalls entscheidend. In einer globalisierten Welt sind Volkswirtschaften miteinander verknüpft, und eine Rezession in einem großen Land oder einer Region kann sich auf andere Länder auswirken. Dies war insbesondere während der globalen Finanzkrise 2008 der Fall, als die Rezession in den USA und Europa zu einem weltweiten Abschwung führte.

1.2Drawdown bei Rezessionen
"Drawdown" ist ein Begriff, der häufig im Kontext von Finanzmärkten und Portfoliomanagement verwendet wird und den Rückgang eines Investitionswertes von seinem Höchststand bis zu seinem Tiefststand beschreibt. Das, was Anleger gerne auch einfach als "Verlust" oder "Kursverlust" bezeichnen: Aktie X ist 30 % im Minus.
Im Kontext einer Rezession kann der Drawdown als der wirtschaftliche Rückgang oder der Verlust an Wohlstand und wirtschaftlicher Aktivität (BIP) während der Rezession interpretiert werden. Am Aktienmarkt ist es der Kursverlust des Leitindex, i. d. R. des DAX oder des S&P 500.
Wirtschaftswissenschaftler beurteilen die "Schwere" einer Rezession vor allem nach den folgenden sechs Kriterien:
Größe des Drawdowns: Der Drawdown in einer Rezession bezieht sich auf den Grad des wirtschaftlichen Abschwungs. Dies kann anhand verschiedener Indikatoren gemessen werden, z. B. Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP), Anstieg der Arbeitslosenquote oder Rückgang der industriellen Produktion.
Dauer des Drawdowns: Neben der Tiefe des Drawdowns ist auch seine Dauer wichtig. Ein langer und tiefer Drawdown kann zu strukturellen Problemen in der Wirtschaft führen, während ein kurzer und flacher Drawdown oft leichter zu bewältigen ist.
Erholung vom Drawdown: Nach einem Drawdown ist die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Erholung entscheidend. Einige Rezessionen werden von einer schnellen und robusten Erholung gefolgt, oft als "V-förmige" Erholung bezeichnet. Andere können eine langsamere und längere Erholung erleben, was als "U-förmige" oder "L-förmige" Erholung bezeichnet wird.
Ursachen des Drawdowns: Die Ursachen des Drawdowns in einer Rezession können variieren. Während einige Drawdowns durch externe Schocks verursacht werden, können andere durch interne wirtschaftliche Ungleichgewichte oder finanzielle Krisen ausgelöst werden.
Folgen des Drawdowns: Ein tiefer Drawdown kann langfristige Folgen für eine Wirtschaft haben. Er kann zu einem Anstieg der Verschuldung, einer Verringerung des Investitionsniveaus, einer Zunahme der Arbeitslosigkeit und sozialen Problemen führen.
Risikomanagement und Drawdown: Für Investoren und politische Entscheidungsträger ist es wichtig, die Risiken eines Drawdowns zu verstehen und Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Auswirkungen zu minimieren. Dies kann durch eine diversifizierte Investitionsstrategie, eine solide makroökonomische Politik und ein effektives Krisenmanagement erreicht werden.


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