
Adobe Update: Adobe kauft figma und die Aktie verliert 17 % — wir erklären Hintergründe und Investmentstrategie
Adobe Aktienanalyse Podcast
1Was ist passiert?

Die Aktie von Adobe ist nach Vorlage der Quartalszahlen zum Handelsbeginn am 15. September um 16,7 % eingebrochen. Im Folgenden klären wir, was die Gründe für den Kurssturz sind und ob dieser gerechtfertigt ist.
Finanzkennzahlen.Adobe hat Rekordumsätze von 4,43 Mrd. USD im abgelaufenen Quartal erzielen können. Ein Wachstum zum Vorjahresquartal von 13 %. Der Gewinn lag bei 1,14 Mrd. USD und damit knapp unter den Ergebnissen des Vorjahresquartals von 1,2 Mrd. USD. Die Zahlen lagen damit in etwa im Rahmen der Erwartungen.
Aussichten.Das Unternehmen hat in seinem Quartalsbericht außerdem Ziele für das aktuell laufende Quartal angegeben. Es wird ein Umsatz von 4,52 Mrd. USD angepeilt, was einem erneuten Rekord entsprechen würde. Hier wurden die Erwartungen, die bei 4,6 Mrd. USD lagen, leicht verfehlt.
Ankündigung.Neben der Berichterstattung der Finanzkennzahlen wurde außerdem noch eine weitere Ankündigung im Zuge der Quartalszahlen gemacht. Adobe kauft Figma für 20 Mrd. USD. Das Unternehmen bietet Software zur kollaborativen Entwicklung von Designs an.
2Warum ist es passiert?
2.1Zurückgehendes Wachstum
Anhand der Quartalszahlen von Adobe ist sehr gut zu erkennen, dass das Unternehmen langsam Schwierigkeiten bekommt, das hohe Wachstum der vergangenen Jahre aufrecht zu halten. Allerdings ist das nicht der Hauptgrund des Kurseinbruchs.

2.2Akquisition von Figma
Die geplante Übernahmen von Figma ist der Hauptgrund für den Kurseinbruch der Aktie von Adobe. Um zu bewerten, ob der Kurseinbruch gerechtfertigt ist oder nicht, schauen wir uns zuerst an, was Figma macht und warum Adobe das Unternehmen übernehmen möchte.
2.3Was macht Figma?
Figma wurde 2012 von Dylan Field, dem aktuellen CEO und Evan Wallace gegründet und bietet Softwarelösungen an, mit denen Webdesigns und Prototypen im Bereich UX bzw. UI Design erstellt werden können. Das Ganze ist Cloud-basiert, sodass viele Teammitglieder auf Projekte Zugriff haben und perfekt zusammen arbeiten können. Figma gibt es als Webanwendung und als Desktop-App. Zu den Kunden des Unternehmens zählen u.a. Großkonzerne wie Google und Spotify.
Figma bietet aber auch Anwendung für Privatkunden an, um bspw. Spiele, Karten oder Präsentationen zu erstellen.
Die Mission des Unternehmens ist es Teams zu helfen visuell besser zusammen arbeiten zu können.
2.4Warum kauft Adobe Figma?
Das Management von Adobe hat im Call zu den Quartalszahlen die Gründe für die Figma Übernahme genauer erläutert. Der Vorstand hat betont, dass Adobe und Figma gut zusammen passen, da die beiden Unternehmen die gleiche Mission haben, Menschen und Teams zu helfen, kreativer und produktiver zu arbeiten. Daher würde eine Figma-Akquisition Adobes Vision, sowie die Reichweite des Unternehmens stärken.
Zudem möchte Adobe die Expertise von Figma für Web-basierte Softwarelösungen in die eigene Creative Cloud implementieren und so ein attraktiveres Angebot schaffen. Laut Aussage des Unternehmens haben Adobe und Figma bereits eine große und immer weiter wachsende gemeinsame Kundengruppe.
Der Finanzvorstand von Adobe hat während des Earnings-Calls einige Zahlen von Figma vorgestellt. Das Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hinlegen, während es sehr profitabel arbeitet. Die Bruttomarge von Figma liegt bei 90 %. Das Unternehmen erwartet zum Ende des Jahres 400 Mio. USD jährlich wiederkehrende Umsätze (ARR) zu generieren. Außerdem erreicht das Unternehmen eine besonders hohe Net Revenue Retention Rate (NRRR) von über 150 %. Die NRRR ist die Kundenbindungsrate und gibt an, wie viele Kunden einem Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes treu bleiben. Mit einem Wert von über 150 % erreicht Figma die höchste Kundenbindugsrate in der Branche.
2.5Details zur Transaktion
Adobe hat sich mit Figma auf einen Kaufpreis von knapp 20 Mrd. USD geeinigt und möchte die Übernahme zur Hälfte mit Cash, sowie mit neu ausgegebenen Aktien finanzieren. Adobe müsste die Anzahl der ausstehenden Aktien um ca. 7,3 % erhöhen. Es wird erwartet, dass die Transaktion im ersten Quartal des Jahres 2023 abgeschlossen werden kann, wenn zuvor die Aktionäre von Adobe für die Übernahme stimmen. Außerdem wird die Übernahme zuvor vermutlich ausführlich vom Kartellamt überprüft, da Figma und Adobe direkte Konkurrenten sind und deshalb regulatorische Probleme entstehen könnten. Somit ist die Akquisition noch nicht zu 100 % gesichert. Dylan Field, der aktuelle CEO von Figma würde nach Abschluss des Deals weiterhin der Leiter des Teams von Figma bleiben.
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